Nur noch ein Tag. Komm. Ein weiterer Tag. Das schaffst du. Lächerliche 24 Stunden.
Wie oft habe ich mir das in den letzten Wochen gesagt? Meine persönliche, lachhafte Durchhalteparole. Dabei weiß ich ja sogar, dass ich mich selbst veräppel. Es ist bloß eine trügerische Illusion, die ich mir selbst erschaffe. Und mit dem Mal, da ich mir diese Worte sage, verliere ich mich ein Stück mehr. Als habe mein Inneres verstanden, dass ich es nicht retten werde, weshalb es sich nun von der Welt verabschiedet und in die hinterste Ecke verkrümelt hat.
Bin ich zu zynisch für diese Erde? Ein zu negatives Wesen, um leben zu können? Die Synapsen zu stark deformiert, als dass 'normale' Denkmuster überhaupt möglich sein können?
Jeden Morgen packt mich die unerbittliche Angst, wieder hinaus in diese Welt zu müssen. Stattdessen möchte ich fliehen und endlich frei sein. Es soll aufhören. Aber dazu bin ich zu feige. Zu schwach.
Ich hasse mich. Mit jeder Zelle meines Seins. Dr. Freud meint, dass mich das hat überleben lassen. Als sei das was Gutes... Nein, nein, mir steht all das nicht zu. Ich darf das nicht. Immer kontrolliert bleiben. Immer funktionieren. Immer rücksichtsvoll. Ich möchte schreien, weil ich es so leid bin.
Nur noch ein Tag. Komm. Ein weiterer Tag. Das schaffst du. Lächerliche 24 Stunden...
Wolkentänzerin
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