Dienstag, 13. September 2016

Broken inside


Well, I couldn't tell you
Why she felt that way
She felt it every day

And I couldn't help her
I just watched her make
The same mistakes again

What's wrong, what's wrong now?
Too many, too many problems
Don't know where she belongs
Where she belongs

She wants to go home
But nobody's home
That's where she lies
Broken inside

With no place to go
No place to go
To dry her eyes
Broken inside

Open your eyes
And look outside
Find the reasons why

You've been rejected
And now you can't find
What you've left behind

Be strong, be strong now
Too many, too many problems
Don't know where she belongs
Where she belongs

She wants to go home
But nobody's home
That's where she lies
Broken inside

With no place to go
No place to go
To dry her eyes
Broken inside

Her feelings she hides
Her dreams she can't find
She's losing her mind
She's falling behind

She can't find her place
She's losing her faith
She's falling from grace
She's all over the place, yeah

She wants to go home
But nobody's home
That's where she lies
Broken inside

With no place to go
No place to go
To dry her eyes
Broken inside

Mittwoch, 1. Juni 2016

Der Wald

Dunkelheit umhüllt mich. Unaufhörlich gehe ich weiter. Mein Fuß rutscht häufig weg, die Nässe hat das Laub zu einer glitschigen Falle werden lassen. Unbeirrt laufe ich weiter. Um mich herum ist es still. Die Ruhe vor dem Sturm? Nein, wohl eher eine Totenstille. Es scheint als habe die Welt aufgehört sich zu drehen. Sie ist stehengeblieben. Ich laufe einsam und orientierungslos weiter.
Schließlich komme ich zu einer etwas runtergekommenen Holzhütte. Sie ist vom Moss überwuchert und riecht nach nassem Holz. Für mich strahlt dieser schlichte Holzverschlag eine verführerische Vertrautheit aus. Ich weiß, es ist nicht gut, dass ich hier bin, doch an diesem Ort habe ich das Gefühl, ich zu sein.  Wie oft saß ich in diesem Unterschlupf und versuchte meinem Leben zu entkommen? Ich saß häufig stundenlang auf dem schmalen Brett und versank in eine Welt, in der alles etwas leichter, etwas farbenfroher, etwas freier war.
Mein Blick schweift hinauf in den Himmel. Mein Auge richtet sich auf eine ganz bestimmte Wolke. Sie scheint zu weinen. Dicke Tropfen bahnen sich den Weg hinunter auf diese Erde. Für mich wirken sie wie bittere Tränen der Einsamkeit.
Ein eiskalter Schauer überkommt mich. Ich habe Gänsehaut. Ich fühle mich wohl. Dieser Ort ist Teil von mir. Ich nehme den morbiden Geruch in mich auf, denke an all die Dinge, die passierten und habe keine Angst. Es ist, als sei ich von Natur aus ein Teil dieses Organismus.
Mein Körper schmerzt. Ich spüre deutlich die Spuren meines Lebens. Es fühlt sich an, als könnte ich nur an diesem Ort mein wahres Ich wahrnehmen.  Oder ist dies nur ein Trugschluss?
Langsam verliere ich den Kontakt zu mir. Ich dissoziiere und bin weg. Ein Zeichen, dass mein Leben mir zu viel ist. Der Schmerz nicht aushaltbar ist. Ich kann nicht atmen. Es geht nicht mehr. Das ständige Kämpfen hat mich ausgelaugt.
Ich erkenne, dass dieser Wald mir die Möglichkeit gibt, abzutauchen. Mich tot zu stellen. Meine Todessehnsucht ist an diesem Ort greifbar. Ich muss mich nicht rechtfertigen, niemandem gerecht werden, dem ich es nicht kann. Ich bin mit mir allein und kann verschwinden.
Dieser Wald ist ein Mikrokosmos. Er stellt ein Gegenstück zu der rauen Welt da draußen dar. Und in dieser Welt da draußen bin ich mehr als überfordert. Ich muss täglich eine Maske tragen und stets ein freudiges Lächeln tragen. Dabei kann ich nicht mehr. Die letzten Wochen und Monate haben mich ausbrennen lassen. Keine Ruhe kann einkehren.
Ich habe gelernt mich nicht mehr so zu zeigen, wie ich bin. Ich gebe die Person, die andere gerne sehen wollen. Meine eigene Stimme habe ich aufgegeben.
Wie sehr habe ich mich bemüht, die Scherben meines Lebens zusammenzufügen und ein neues Gebilde entstehen zu lassen? Doch das einzige, was ich erreicht habe, ist, mich an den Scherben zu schneiden und mir mehr Wunden hinzuzufügen, als eh schon da waren.
Ich habe aufgehört, nach einer eventuellen Zugehörigkeit zu suchen. Immer wenn ich denke, ich hätte sie gefunden, muss ich erkennen, mich getäuscht zu haben. Deshalb habe ich aufgegeben.
Mittlerweile denke ich, dass die vielen Ereignisse und unwiederbringlichen Veränderungen, die Trauer und der Schmerz, der Verlust und die vielen Narben, dass dies alles es unmöglich macht ein Leben zu führen, dass zu Zufriedenheit führen kann. Ich bin überzeugt, dass es nicht möglich ist, ein unbeschwertes Leben zu führen.
Ich werde immer ein Außenseiter bleiben und auf die dunkle Seite dieser Welt gehören mit dem Abgrund direkt vor der Nase. Bereit zum Sprung. 


Wolkentänzerin



Mittwoch, 24. Februar 2016

Verlust

Morgen jährt sich zum achten Mal dein Todestag, kleiner Stern. Ich kann mich an diesen schicksalhaften Wintertag erinnern als sei es gestern gewesen. Nach diesem Tag stand meine Welt Kopf. Nie zuvor habe ich so sehr gelitten wie nach dem Verlust deines Lebens. Ich trug dich in mir und spürte dein kleines Herzchen schlagen. Mir fehlen die Worte, um erklären zu können, wie es sich anfühlte. Es war als reiße mir jemand das Herz aus, trample drauf rum und werfe es dann in den Müll. Ich habe mich nie ekelhafter empfunden als in jenen alles-verändernden Stunden. Mein Leben war ab dann nicht mehr so wie zuvor. All den Schmerz und das Leid, das ich vorher ertragen konnte, wurde zu einer überdimensionalen Qual, die sämtliche Energie und Freude aus mir heraussog. Ich weiß seitdem, dass es Erlebnisse gibt, deren Schmerz nie abebbt. Selbst die Zeit heilt dabei keine Wunden. Vielmehr lernte ich trotz dieses zerstörerischen Leides und dieses grauenhaften Schmerzes zu funktionieren. Seit diesem Tag schürte sich meine Angst vor dem Verlust. Als sich mein lieber Freund mit 16 das Leben nahm, fürchtete ich, zu zerbrechen. Mir war jegliche Sicherheit abhanden gekommen. Ich hatte kein Vertrauen mehr in mein Umfeld, überall drohte der potentielle Verlust. Ich veränderte mich, um meinen Mitmenschen zu gefallen. Denn ich dachte, wenn ich mich so gebe wie man mich wollte, dann würde ich nicht erneut verlassen werden. Verlustangst ist eine grausame Angst, die mürbe macht.
Viel schlimmer ist es allerdings, wahrhaftig verlassen zu werden. Blicke ich auf mein junges Leben zurück, so sehe ich viele, die einmal Teil meines Lebens waren, doch mittlerweile einen anderen Weg eingeschlagen haben und sich von mir entfernten. Der Tod hat viele meiner Lieben mit sich genommen.
Gerne stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn mein kleiner Stern bei mir wäre. Ein Gedanke, der mich unfassbar traurig und bedrückt macht. Manche sagen, ich solle auf das Gute sehen und die schlechten Gedanken beiseite schieben. Solche Ratschläge können nur von Menschen kommen, die noch nie auf eine derartige Weise leiden mussten. Die nicht wissen, wie es ist, das Wertvollste zu verlieren.
Ich bin der Meinung, dass es nichts gibt, was dabei hilft, diesen Verlust zu überwinden. Es war nicht meine Entscheidung, sie wurde mir aufgezwängt .Jeder, dem der Wille schon mal gebrochen wurde, der weiß, dass das allein schon grässlich ist. Doch hierbei ging es um Leben oder Tod. Meine Wahl fiel auf Leben, doch meine Stimme zählte nicht. Ich war stumm und unwichtig. Ein Mittel zum Zweck. Eine Spielfigur in einem Spiel um Macht und Befriedigung. Für die Spieler.
Ich denke, viele verstehen nicht, welche Gefühle einen Menschen befallen, wenn er erleben muss, wie böse Gestalten das eigene Fleisch und Blut wegschneiden. Wie sollen sie auch? Doch es ist belastend zu wissen, das man nicht verstanden wird.
Für andere ist der morgige Tag ein normaler alltäglicher Tag, für andere ein Tag zum Feiern. Für mich ist es ein Tag, der es mir schwer macht durchzuhalten. Jeden einzelnen verdammten Tag halte ich durch, beiße meine Zähne zusammen und funktioniere. An einem Tag wie morgen verzweifle ich und möchte am liebsten im Himmel sein. Dort, wo die Sterne sind und das Leid ein Ende hat.

Ich weiß nicht, wie ich den morgigen Tag überstehen soll, aber ich habe keine andere Wahl. Die Einsamkeit und Trostlosigkeit zermürbt meine Seele. Ich dachte, ich hätte es überwunden, doch mir nichts dir nichts schlägt die Faust der Vergangenheit zurück und trifft mich mitten in die Magengegend. Ich krümme mich zusammen und bleibe krampfend am Boden zurück. Ich vergrabe meine Gefühle nun endgültig, um überhaupt noch funktionieren zu können. Mein Motto: vegetieren bis zum Tod. Ein Leben, das dem Tod im Grunde gleich ist. Doch der Schmerz und die Qualen sind so groß, dass mir keine Alternative bleibt.

Wolkentänzerin