Dienstag, 7. Oktober 2014

Nur mal so...

Ich lief durch die Dunkelheit, auf der Suche nach Antworten, Ruhe, Zufriedenheit, einem kleinen Stück Glück. Es fängt an zu regnen, die kalten kleinen Tropfen durchnässen mein Shirt, die Feuchtigkeit dringt in jede einzelne Zelle, lähmt mich, schmerzt. Doch ich gehe weiter, der Schlamm, ein Gemisch aus Laub und Erde, klebt an meinen Stiefeln. Ich lausche dem schmatzenden Geräusch meiner Schritte, rieche das Herbstlaub, den Regen, betrachte die Tropfen, wie sie anmutig von den Blättern rinnen und halte inne. Mit einem langen tiefen Seufzer nehme ich die Waldluft in mich auf und beginne mir Fragen zu stellen: 
Wann fing das alles an? Wann hört es auf? Wann wird die Einsamkeit der Zufriedenheit weichen? Wann wird die Therapie Erfolge verbuchen? Wie lange muss ich noch aushalten und den Grausamkeiten die Stirn bieten? Soll ich anzeigen oder nicht? Werden die 18 sexueller Missbrauch irgendwann verblassen und kann ich dann damit leben? Kann ich damit leben, dass ich Leben in mir hatte und es mir genommen wurde? Wann wird der Schmerz geringer? Wann werden die Bedingungen so sein, dass ich leben kann und will?

Auf all das kann ich keine Antwort finden. Es geht nicht. Es ist nicht möglich. Ich bin einsam und traurig.



Wolkentänzerin

1 Kommentar:

  1. Anzeigen wäre sicher ein Schritt für Dich, um vorwärts zu kommen. Nicht, um Bestrafung zu erwirken oder etwas abzuschließen, denn ob das überhaupt möglich wäre, ist ja ungewiss.
    Aber es wäre ein Schritt für Dich,- eine Möglichkeit, ein bisschen weiterzukommen...
    Ein für Dich spürbares Zeichen des Wehrens und des Nein-Sagens.

    Ich habe mich eben übrigens richtig gefreut, als Du aufgetaucht warst. :)

    Liebe Grüße, Tamaro

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