Montag, 7. April 2014

Vom Fallen und Fliegen

Mein Kopf ist schwer, er dröhnt. Habe ich gestern zu viel getrunken? Nicht das ich wüsste. Meine Lider fallen automatisch herab, ich bin erschöpft und ausgelaugt. Diese Nacht war anstrengend. Ich bin dreimal hochgeschreckt, lag wach im Bett, von Kopf bis Fuß durchgeschwitzt. Den Grund dafür kenne ich und trotz dieser Tatsache, haut es mich immer wieder um.
Ich habe starke Unterleibschmerzen, als hätte mir jemand einige Male hineingeschlagen. Mir ist übel und ich fühle mich so irreal. Es ist ein Gefühl wie in Watte gepackt zu sein, ziemlich taub und unecht. Mir ist kalt und meine Hände fühlen sich steif an, ich brauche heute ungewöhnlich lange, um überhaupt etwas in Fahrt zu kommen.
Mühsam zwinge ich mir eine Schüssel Müsli rein, doch ich muss essen, sonst klappe ich bald zusammen.
Auf der Arbeit bin ich schon einmal zusammengebrochen, ich war zu erschöpft, zu ausgebrannt. Ich konnte schlicht weg nicht mehr.

Die Klinik hat sich nicht gemeldet, die Warterei geht mir zunehmend auf den Keks. Ich möchte endlich Gewissheit, möchte es hinter mich bringen. Bei diesem Gedanken fängt mein Magen an herumzuramentern, er schmerzt. Die Aufregung...
Das Schlimme an der Sache mit der Klinik ist, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich muss da jetzt durch. Es wird hart, schrecklich, schmerzhaft werden. 3 Monate sind eine lange Zeit. Mich packt die blanke Panik. Was wenn ich dem doch nicht gewachsen bin? Was wenn es mich zerstört? Was, wenn es mir hilft? Darf mir überhaupt geholfen werden? Ich weiß es nicht. Jeden Schritt, den ich Richtung Hilfe setze, finde ich abstoßend. Bestrafe mich dafür, lasse es nicht zu.

Mittlerweile stoße ich die Menschen zurück, die mir ihre Hilfe anbieten. Ich versuche sie zu vertreiben. Ich möchte mich nur in eine Ecke hocken und dort für immer verweilen. Es ist genug. Genug von diesem ganzen Schmerz, von der Leere, von der Kraftlosigkeit, von der Therapie.

Ich trage diese Krankheit seit nun 8 Jahren mit mir herum. Sie gehört zu mir. Bin ich wirklich bereit, sie abzulegen? Welche Chance habe ich denn noch?
Sollte ich nicht anfangen mich zu öffnen, damit der Aufenthalt in dieser Spezialklinik überhaupt einen Sinn haben kann, dass sie Früchte tragen kann?

Ist das Unterfangen Hilfe nicht schon zum Scheitern verurteilt, wenn ich sie gar nicht erst in Anspruch nehmen will? Wenn ich mich dagegen wehre, wenn ich verdränge und so tue, als gehe es mir ja eigentlich total super?
Ich möchte so tun, als wäre ich gesund, als hätte ich kein Problem. Als wäre alles nur ein Witz, ein Traum gewesen.

Doch egal wie sehr ich es versuche, es wird nicht wahr...

Wolkentänzerin

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