Donnerstag, 14. November 2013

Trance

Ich bin müde, erschöpft, ausgelaugt. Mein Körper merkt, dass meine Psyche sich in ihm verkrochen hat und schaltet sich immer weiter aus. Mir fehlt die Kraft aufzustehen, mein Leben zu leben. Es ist ein Gefühl, als würde mir mein Lebensatem entzogen werden.

Meine Füße tragen mich durch die tristen Straßen der Stadt, die tiefste Dunkelheit verschlingt mich. In diesen Tagen fühlt es sich so an, als wäre mein Innerstes nach Außen gekehrt und auf das Klima reflektiert worden. Im Grunde fühle ich mich zur Zeit draußen besser aufgehoben, die Temperaturen, das fehlende Licht, all das passt einfach besser zu mir.

Trete ich vor die Tür, überkommt mich eine süße Versuchung: Auf meinem Weg die Bahn zu verlassen und solange zu laufen bis meine Füße mich nicht mehr tragen können, dort auf die Knie zu sinken und Stille zu finden.

Ich fühle mich so furchtbar einsam, obwohl ich das physisch gesehen nicht mal bin. Es ist die Distanz in mir, die mich abschneidet von dem realen Leben. Ein schwebender, dumpfer und emotionsloser Zustand breitet sich in mir aus und kappt mich von der Realität. All meine Versuche dem entgegen zu wirken, scheitern kläglich.

Wer bin ich schon? Ich bin niemand. Niemand, um den es sich zu kämpfen lohnt.


Wolkentänzerin

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