Donnerstag, 21. November 2013

Der Morgen des 7386. Tages

Guten Morgen Leben, 

so wieder einen Tag geschafft. 100 Gummipunkte an mich. Wie fühle ich mich dabei? Hm, ich bin ziemlich enttäuscht, dass ich noch da bin. Es wäre so schön, hätte es einfach "Peng" gemacht und ich wäre an einem anderen totalitär idyllischem Ort. Hach, was für eine Wunschvorstellung. Oder ab, hätte mein nächtliches Vorhaben geklappt.

Auf jeden Fall steckt mir die Nacht noch in den Knochen; die altbekannten Stellen tun mir heute morgen wieder besonders weh. Mein Traum heute Nacht war noch reeller als sonst eh schon. Das passiert immer, wenn ich mich an dem verstrichenen Tag intensiver mit diesem Geschehen auseinander gesetzt habe. Ich kann vor Schmerzen kaum stehen, obwohl ich doch weiß, dass das alles nur in meinem Kopf ist, ich schaffe es nicht, ihn auszuschalten. Mir geht es wirklich nicht gut und ich werde wieder einige Zeit brauchen, um mich zu aklimatisieren, die Schmerzen erfolgreich zu integrieren. 

Was steht heute denn überhaupt an? Ich werde mich gleich auf den Weg zur Therapie machen, fast hätte ich mich im Datum geirrt und wäre erst morgen hingefahren. Das passiert mir zur Zeit häufiger, ich schätze, ich bin ziemlich verwirrt und stehe doch krasser neben mir, als ich dachte.
Ich blicke der heutigen Stunde nicht gerade positiv entgegen, denn mir ging es die letzten Tage echt mies und ich weiß nicht so Recht, ob mich die Sitzung heute auf - oder eben abbauen wird.

Ich musste einen Vertrag gegen mein SVV schreiben - es soll, so mein Therapeut, eine Willensbekundung sein. Aber mir kommt es vielmehr so vor, als dass ich durch diese Abkommen etwas verliere. Mir scheint, dass ich dadurch etwas für mich unfassbar Wichtiges verliere, gleichwohl ich doch weiß, dass das vollkommener Käse ist. Also wovor habe ich eigentlich genau Angst? Angst, meine Hintertür könnte sich deshalb für immer verschließen? Meine Sicherheit, in letzter Konseqeunz den Tod zu wählen, könne sich einfach in Luft auflösen und mir den Boden unter den Füßen wegziehen?

Das ist doch dämlich. Meine Sicherheit für das Leben ist der Tod?!? Selbst für meine Verhältnisse ist das verrückt und doch ist es die Wahrheit. Kein Wunder, dass ich eine Wolkentänzerin bin, die simpel zu feige ist, eine klare und vorallem standhafte Entscheidung zu fällen. Somit werde ich wohl noch eine ziemlich lange Zeit zwischen den Welten, auf meinen Wolken verbringen. Ein Trance ähnlicher Zustand, der mich taub macht und mich viel Kraft kostet.

Ich bin angespannt und fange an zu zittern, weil die Therapie immer näher rückt und mir wird flau im Bauch. Am liebsten würde ich mich verkriechen, mich verstecken und erst wieder hervorkommen, wenn alles vorbei ist, wenn ich gesund und stabil bin.

Warum geht das bloß nicht?

Aber ich wünsche Dir, egal, was dir heute bevorsteht, einen wundervollen, kraftgebenden und vorallem richtig freudigen Tag!


Wolkentänzerin

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