Sonntag, 6. Oktober 2013

Erschöpft

Ich bin erschöpft und müde. Vollkommen kraftlos laufe ich durch die Zeit. Ich lebe nicht mehr, ich vegetiere nur noch, aber immerhin - ich atme. Ist das nicht schon etwas? Naja, im Grunde nicht, denn dafür bin ich wohl nicht geboren worde. Aber wofür dann? Für den Sinn des Lebens? Ich habe gedacht, ich hätte ihn schon vor langer Zeit gefunden und ich glaube noch immer daran, doch ist es nicht mehr so, dass dieser Sinn mich halten kann. Ich habe das Gefühl zu verschwinden, mich zu verlieren. Seit einiger Zeit kann ich mich nicht mehr fühlen, bin innerlich taub. Ich kann nicht mehr weinen, wütend sein oder mich freuen. Rede ich über mich und das, was mich beschäftigt, so grinse ich die ganze Zeit, ob gleich ich viel lieber weinen würde.
Ich habe das bedrückende Gefühl, dass meine Krankheit, dass meine Gedanken mir jeglichen Lebenswillen entziehen und ich mich immer weiter aufgebe. Obwohl ich doch kämpfen möchte, nur scheint meine Kraft zu schwinden, wie in ein schwarzes Loch gesogen zu werden und ich kann beim besten Willen dieses Loch nicht ausfindig machen.
Meine Gedanken kreisen darum, in eine Klinik zu gehen. Wieder. Bald ist es schon ein Jahr her, dass ich in einer war. Es hat mir letztes Jahr geholfen, hat mir mein Leben gerettet. Doch ehrlich: ich habe verdammt große Angst und meine Hoffnung ist minimal. Ich habe nicht mehr den Glauben daran, dass es eine Langzeitwirkung haben wird, sondern, dass es eine Akutmilderung ist. Besser als nichts, ja, aber ich bin es leid. Ich bin diese Krankheit leid und ich kann nicht mehr.

Ich kann einfach nicht mehr - ich möchte mich einfach nur ausruhen. Mein Leben wächst mir über den Kopf und ich bin überfordert. Selbst die alltäglichsten Dinge ragen über mich hinweg und ich möchte fliehen. Ich brauche Hilfe - denn ich gebe mich auf...



Wolkentänzerin

Kommentare:

  1. Vielleicht wäre es ja wirklich eine Unterstützung, noch einmal eine intensive Betreuung zu erhalten,- eine Auszeit zu nehmen.
    Gib die Hoffnung nicht auf, dass Du doch einmal damit zu leben lernst...
    Alles Gute für Dich, Wölkchen.

    Liebe Grüße, Tamaro

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  2. Hallo Wolkentänzerin.
    Ich kann dich so gut verstehen. ich bin derzeit in einer klinik und ein bisschen druckentlastung bringt es auf jeden Fall. Hast du einen guten Arzt? ich schicke dir Kraft. Lg Krankeschwester

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