Dienstag, 6. August 2013

Warum sollte sich das auf einmal ändern?

Zündet man eine Kerze in einem stockfinsteren Raum an, so erhellt sich schlagartig alles. Egal wie klein dieses Licht auch sein mag, es hat die Fähigkeit alles um sich herum zu erleuchten.

Und doch denke ich, dass es auch eine Dunkelheit gibt, die nicht mit einem kleinen Licht zu bezwingen ist, sondern deren Macht so riesig ist, dass sie die Helligkeit einfach verschluckt  - ein schwarzes Loch eben.

Ich befinde mich in dem Sog dieses schwarzen Loches. Meine Tage werden immer finsterer, auch wenn mein Leben sich prinzipiell zum Besseren gewendet hat. Die Welt meiner Gefühle und Empfindungen sind schwarz, hoffnungslos, todessehnsüchtig.

Schon lange bin ich auf der Suche nach einem Ausweg, nach einem Weg, um mich dieser Dunkelheit zu entziehen. Ich möchte auf die gute Seite des Lebens wechseln; möchte entdecken, was diese Erde noch zu bieten hat.

Jeder Impuls, der in die lebensfrohe Richtung zieht, wird im Keim erstickt und ich falle hinab in die Tiefen der Einsamkeit. Paradox, denn ich bin nicht allein. Es gibt wertvolle Menschen um mich herum, die mir sagen, dass ich ihnen wichtig sei, dass sie mich gern haben.

Doch all das kann ich nicht glauben, kann mir nicht erlauben, dass glauben zu dürfen. Mir wird gesagt, ich sei gut, habe es verdient zu leben und wäre wichtig. Diese Äußerungen sind Lügen für mich, die nur gesagt werden, damit sich der Gesagte unschuldig fühlen kann. Unschuldig daran, was mit mir passiert.

Ich kann nur die schlechten Kommentare zu mir glauben, fühle mich dann bestätigt in meinem Denken. Auch wenn es mich kaputt macht. Denn wer möchte nicht akzeptiert, gemocht oder gar geliebt werden?

Diese Dinge kann ich mir nicht erlauben, kann nicht fassen, dass ich es wert sein könnte. In mir stecken die Erfahrungen der Vergangenheit. Ich möchte ihnen entfliehen - ja, das will ich von ganzem Herzen. Und trotzdem gelingt es mir nicht.

Ich bin erschöpft, denn für mich scheint diese Welt ein Ort zu sein, in dem ich mich nicht geborgen fühlen kann; ich fühle mich so unendlich einsam. Eine Einsamkeit, die ganz tief aus meinem Inneren kommt, die mich frieren lässt und keine äußerliche Wärme kann mich wärmen.

Es gibt nur selten einen Moment, in dem ich mich geborgen fühle, in dem ich atmen kann, in dem ich vorallem ich sein kann. Heute gab es einen solchen Moment. Es gibt einen Menschen, dem ich offen und ehrlich sagen kann, was ich fühle und denke. Auch wenn ich Angst habe, dass auch dieser Mensch gehen könnte.

Ich habe immer das Gefühl, verlassen zu werden. Deshalb warte ich bei jeder Freundschaft, Bekanntschaft oder Beziehung auf den Augenblick an dem sich alles wendet. An dem die Gutmütigkeit in Ablehnung, Wut, Gewalt oder Hass umschlägt.

Im Grunde lebe ich in der ständigen Angst, dass ein jeder Mensch in meinem Leben erkennt, was für ein Monster ich eigentlich wirklich bin und daraus die Konsequenzen zieht, denn das wäre das, was bisher immer passierte.

Und warum sollte sich das auf einmal ändern?

1 Kommentar:

  1. Dann wünsche ich Dir ein Licht, dass selbst diese Dunkelheit zu durchdringen vermag...
    Wie ist Dir gesagt worden? Es lässt sich nicht heilen, und es bleibt Dir nichts, als zu lernen, damit zu leben.
    Auch, damit zu leben, dass Du in Deinen eigenen Augen 'ein Monster' bist, wie Du sagst.
    Objektiv ist das aber nicht so. Und es ist der Verursacher Deines Leids, der das zu verantworten hat, dass Du so fühlst.

    Ich sende Dir einen kleinen Lichtstrahl, Wölkchen...

    Liebe Grüße, Tamaro

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