Sonntag, 14. Juli 2013

Helfen

Ich bin nun ein eingetragenes Mitglied in der DKMS, der deutschen Knochenmarkspenderdatei. Es war mir wichtig, diesen Schritt zu gehen, denn ich weiß, dass es viele Menschen da draußen gibt, die auf eine solche Spende angewiesen sind, die Leben wollen und eine Chance verdient haben.
Für mich war es sehr schnell klar, dass ich das, was ich dazu beitragen kann, auch geben werde. Denn was gibt es Schöneres, als anderen Menschen helfen zu können?

Diese Welt wieder leider immer egoistischer, viele interessieren sich nicht mehr für ihre Nächsten. Steige ich in den Zug ein, sehe ich, wie dutzende Menschen schweigend nebeneinander sitzen, die froh sind, wenn sie in Ruhe gelassen werden, die unheimlich Angst davor haben, die Probleme anderer könnten ihrem glücklichen friedlichen Leben einen Sprung versetzen, sie in ihren Grundfesten erschüttern. Deshalb haben sie Scheuklappen auf, um sich selbst zu schützen.

Ich habe für mich entschieden, nicht dazugehören zu wollen. Mir selbst habe ich die Aufgabe gegeben, dort zu helfen, wo ich es kann. Deshalb habe ich mit meinem 18. Geburtstag einen Organspendeausweis ausgefüllt, den ich seither immer dabei habe. Ja, ich bin bereit all meine Organe nach meinem Tod zu spenden, denn ich bin mir sicher, dass ich sie nicht mehr brauchen werde, da wo ich hingehen werde.

Wenn jeder Mensch seinem Nächsten helfen würde, wäre diese Welt ein wirklich schönerer Ort. Auch DU kannst helfen, es gibt dafür so unendlich viele Möglichkeiten!

Wolkentänzerin


Montag, 8. Juli 2013

Freedom


Felt like the weight of the world was on my shoulders
... should I break or retreat and then return
Facing the fear that the truth, I discover
No telling how, all these will work out
But I’ve come to far to go back now.

Chorus:
I am looking for freedom, looking for freedom
And to find it cost me everything I have
Well I am looking for freedom, looking for freedom
And to find it, may take everything I have

I know all too well it don’t come easy
The chains of the world they seem to movin tight
I try to walk around if I’m stumbling so come...
Tryin to get up but the doubt is so strong
There’s gotta be a winning in my bones
[ Ll ]
Chorus:
I’m looking for freedom, looking for freedom
And to find it, cost me everything I have
Well I’m looking for freedom, I’m looking for freedom
And to find it, may take everything I have

Oh not giving up there’s always been hard, so hard
But if I do the thanks lase the way I won’t get far.

Mhm, life hasn’t been very kind to me lately, (well)
But I suppose it’s a push from moving on (oh yeah)
In time the sun’s gonna shine on me nicely (on me yeah )
Sudden tells me ’cause things are coming
And I ain’t gonna not believe

Chorus:
I’m looking for freedom, looking for freedom
And to find it, cost me everything I have
Well I’m looking for freedom, I’m looking for freedom
And to find it, may take everything I have

(Freedom - Anthony Hamilton & Elayna Boynton)

Wolkentänzerin

Erinnerung

Die Uhr zeige 3:56 als ich aus dem Schlaf hochschreckte. Ich fühlte mich, als würde ich ersticken, konnte seine Hände an meinem Hals spüren, wie sie immer fester zu drückten; konnte hören, wie ich nur noch ein flehendes "Bitte" hervorbringen konnte. Eine Träne lief mir über das Gesicht, doch als meine Finger meine Wange berührten, konnte ich nur die Wärme ertasten, die seine Ohrfeigen ausgelöst hatten.
Meine Erinnerung und die tatsächliche Realtiät vermischten sich wie jede Nacht in ein gefährliches Gemisch. Ich legte meine Hände auf meinen Hals, um mir selbst zu verdeutlichen, dass niemand dort war - nur ich. Der Schmerz kroch mir in meine Knochen und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Er war mir bekannt, hatte trotzdem die Fähigkeit mich immer wieder umhauen zu können.
Ich rollte mich zusammen, versuchte es einfach auszuhalten. So sehr wünschte ich mir, ich könnte schreien, weinen, fliehen, vergessen.
Aber ich war gefangen, gefangen in meiner eigenen Erinnerung.

Ich habe meine Erinnerung einige Mal umgeschrieben, habe ein gutes Ende eingebaut, wollte damit mein Bewusstsein manipulieren. Doch meine Festplatte hat das Geschehen so stark abgespeichert, dass ich es noch nicht geschafft habe, es zu überlisten.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: 1. Ich kämpfe und besiege meine eigene Erinnerung
                                                     2. Ich gebe auf und finde Frieden

Meine derzeitige Verfassung ist ein täglicher Drahtseilakt zwischen diesen beiden Varianten mit einer feinen, aber ausgeprägten Tendenz zu Nummer 2.


Wolkentänzerin

Donnerstag, 4. Juli 2013

Immer wieder

Ich lief die verschlungenen Weg des Waldes entlang. Versuchte zu fliehen. Meine Laufgeschwindigkeit wurde merklich schneller. Ich drang immer weiter in die Tiefen des Waldes ein, in der Hoffnung irgendwo Ruhe zu finden. Mein Herz schlug mit jedem Schritt schneller, es hätte zerspringen müssen, so laut und vehement hat es gepocht.
Es tat weh, dort zu sein, wo du gestorben bist. Und doch war es ein Stück Heimat. Sooft hatte ich mir vorgestellt, wie es wäre, auch dort zu sein. In den Unendlichkeiten der Ewigkeit, die Stille, die Zufriedenheit, das Glück.
Ich ging weiter, rannte los, als würde ich um mein Leben laufen müssen - im Grunde war es auch so. Der Schmerz, die Trauer, die Demütigung, all die Gefühle der letzten Zeit krochen in meine Knochen, gaben mir das Gefühl zu ersticken. Ich sank nieder auf meine Knie und legte meine Hände über meine brennenden Augen. Mein Wunsch war es, all das herauslassen zu können, aber es blieb mir wie ein bitterer Kloß im Halse stecken. Ich verweilte eine gewisse Zeit in dieser Haltung und versuchte vergeblich mich an das Schöne, an das Lebenswerte, zu erinnern. Mein inneres Auge sah nur das Dunkle, den Schatten, den Tod.
Mir war bewusst, dass über den Wolken auch das Licht versteckt sein musste, nur gab mir dieses Wissen keine Zufriedenheit. Es war, als würde mich die Dunkelheit einsaugen. Wie ein schwarzes Loch, das alles mit sich in die Abgründe des Nichts zieht.
Ich wusste, ich musste anfangen zu kämpfen, um lebend aus diesem Tal herauszukommen. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob ich das auch wirklich wollte. Sollte ich nicht einfach an jenem Ort bleiben - für immer?
Sofort schossen mir die Gesichter meiner Familie und Freunde in den Kopf, wenn sie hören würden, ich wäre gestorben - durch meine eigenen Hand. Mein gesamter Körper verkrampfte sich unter dieser Vorstellung. Ich wollte unter keinen Umständen diejenige sein, die ihre Leben zerstören würde.

Auch wenn ich diesen Kampf gewonnen habe, ich bin mir sicher, dass es nicht der letzte war...



Wolkentänzerin