Montag, 9. Dezember 2013

Geh deinen Weg...

...aber welcher Weg ist das? Ich habe einen Weg, den ich gehen werde, jedoch...ist er ein richtiger? Guter?

Wolkentänzerin

Dienstag, 26. November 2013

So what?

Was tue ich hier eigentlich? Was denke ich mir überhaupt dabei? Wann habe ich angefangen zu denken, ich sei wichtig? Ob ich nun bin oder eben nicht, das ist absolut unerheblich. Dass ist so interessant, wie ein Sack Reis, der umkippt. Ich gebe mich nicht mehr der Illusion hin, ich hätte wahrhaftig irgendeinen Wert für irgendjemanden. Aus und vorbei. Schluss mit diesen Phantasien.

Ich sehe es ein, meine Zeit ist abgelaufen!

Wolkentänzerin

Samstag, 23. November 2013

Zimmer nebenan

Die Blätter wehen im Wind, verbreiten ihr Knistern im ganzen Wald. Die hochgewachsenen Tannen werfen, angestrahlt vom kalten Mondlicht, ihre beängstigenden Schatten auf die verschlugenen Wege. Meine Füße tragen mich weiter, immer tiefer hinein in den Dickicht. Ich bliebe stehen, bin außer Atem. War ich gerannt? Ich weiß es nicht mehr.

Ich sinke erschöpft zu Boden und vergrabe mein Gesicht in meinem Schoß. Eine Träne kullert über meine Wange. Mein Körper verkrampft sich - ich möchte schreien. Möchte meinen Schmerz zum Ausdruck bringen.

Mein Blick richtet sich auf  - hinauf zu den Sternen. Es scheint, als würden sie über mich lachen. Sie hätten schließlich allen Grund dazu.
Wie bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte ihm entkommen? Wieso dachte ich, es wäre vorbei? Meine törichte Haltung hatte mich also hierher gebracht.

Weiter bittere traurige Tränen rinnen mein Gesicht herab und hinterließen Spuren. Meine Augen brannten und ich schloss sie für einen Moment.
Sofort schossen all die grausamen Bilder in meinen Kopf, so real, dass ich sie förmlich anfassen konnte.
Ich schrie, doch konnte mich keiner hören.

Mit meinen Händen hob ich einen kleinen Haufen Laub auf und drückte ihn mit all meiner Kraft zusammen. Wütend und verzweifelt warf ich die nutzlosen Blätter weg, exakt so, wie es mit mir gemacht wurde.

Ich kauerte mich zusammen, holte die kleine Dose heraus und entnahm eine neue blitzende Klinge. Ihr Anblick brachte mir Frieden und Genugtuung.
Ein jeder Schnitt, das Blut, der Schmerz - es wurde zur Sucht.
Ich schnitt immer tiefer - immer bedrohlicher. Mein Körper reagierte darauf mit Zittern und Krampfen. So war es richtig - ich sollte leiden. Leiden, um mir den letzten tiefen Schnitt leichter zu machen.

Doch ich schaffte es nicht. Ich rannte los - ich rannte bis ich mit komplett entfremdet hatte und in einem trance-ähnlichem Zustand war. Es war, als könnte ich fliegen, die Wolken berühren und als gäbe es kein Morgen mehr. Die Lasten dieser Welt scheinen weggeblasen zu sein und ich überlege mir jedes Mal, wie es wohl in dem anderen Zimmer sein wird.

Und jedes Mal komme ich der Anwort etwas näher...

Wolkentänzerin
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Freitag, 22. November 2013

Wolke

"Das wird noch eine lange Zeit so bleiben", "Ich sehe, dass Sie am Ende ihrer Kräfte sind" und "Ja, sie haben es wirklich schwer". Das sind Sätze aus meiner gestrigen Therapiesitzung zum Thema suizidale Gedanken. Ich habe ihm vermitteln wollen, dass es mir nicht gut geht, dass ich jeden Tag schauen muss, ob ich ihn überhaupt schaffe. Meine Versagensangst ist wieder da, weil ich merke, dass sich meine Kraftlosigkeit vermehrt auf die Arbeit auswirkt und mein Therapeut sagt, dass das noch länger andauern wird. Das hat mir einen unheimlichen Stich versetzt.
Ich sagte ihm, dass ich nicht wisse, woher ich die Kraft zu Weiterleben nehmen solle und er meinte: "Nana, Frau *******, das ist ein anderes Thema. Darum geht es nicht." Aber worum dann?
In der Therapie kann ich mich nicht mit den traumatischen Dingen auseinander setzen, weil ich befürchte dann zusammenzubrechen.

Heute morgen musste ich mich für eine gewisse Zeit auf den Boden setzen, weil ich solche Schmerzen hatte, dass ich nur zusammengekrümmt hätte stehen können. Ich saß auf dem Boden und mir war so übel. Jede Nacht erlebe ich es - immer und immer wieder. Es saugt mir die Kraft aus meinen Gliedern. Ich bin müde und so weit weg.

Mein Therapeut sagt, ich sei zur Zeit in einer starken dissoziativen Phase, ich wäre nur äußerlich da. Das genau ist es, was mich ängstigt. Denn in dieser Trance fühlt es sich für mich leichter an, hinüber zu treten.

Ich weiß nicht weiter, eine tiefe schwere Trauer breitet sich in mir aus und ich nehme wieder den Platz auf meiner Wolke ein. Ich sitze bloß da, starre vor mich hin und weiß absolut nicht, ob ich noch einmal zurückkommen kann.

Wolkentänzerin

Donnerstag, 21. November 2013

Der Morgen des 7386. Tages

Guten Morgen Leben, 

so wieder einen Tag geschafft. 100 Gummipunkte an mich. Wie fühle ich mich dabei? Hm, ich bin ziemlich enttäuscht, dass ich noch da bin. Es wäre so schön, hätte es einfach "Peng" gemacht und ich wäre an einem anderen totalitär idyllischem Ort. Hach, was für eine Wunschvorstellung. Oder ab, hätte mein nächtliches Vorhaben geklappt.

Auf jeden Fall steckt mir die Nacht noch in den Knochen; die altbekannten Stellen tun mir heute morgen wieder besonders weh. Mein Traum heute Nacht war noch reeller als sonst eh schon. Das passiert immer, wenn ich mich an dem verstrichenen Tag intensiver mit diesem Geschehen auseinander gesetzt habe. Ich kann vor Schmerzen kaum stehen, obwohl ich doch weiß, dass das alles nur in meinem Kopf ist, ich schaffe es nicht, ihn auszuschalten. Mir geht es wirklich nicht gut und ich werde wieder einige Zeit brauchen, um mich zu aklimatisieren, die Schmerzen erfolgreich zu integrieren. 

Was steht heute denn überhaupt an? Ich werde mich gleich auf den Weg zur Therapie machen, fast hätte ich mich im Datum geirrt und wäre erst morgen hingefahren. Das passiert mir zur Zeit häufiger, ich schätze, ich bin ziemlich verwirrt und stehe doch krasser neben mir, als ich dachte.
Ich blicke der heutigen Stunde nicht gerade positiv entgegen, denn mir ging es die letzten Tage echt mies und ich weiß nicht so Recht, ob mich die Sitzung heute auf - oder eben abbauen wird.

Ich musste einen Vertrag gegen mein SVV schreiben - es soll, so mein Therapeut, eine Willensbekundung sein. Aber mir kommt es vielmehr so vor, als dass ich durch diese Abkommen etwas verliere. Mir scheint, dass ich dadurch etwas für mich unfassbar Wichtiges verliere, gleichwohl ich doch weiß, dass das vollkommener Käse ist. Also wovor habe ich eigentlich genau Angst? Angst, meine Hintertür könnte sich deshalb für immer verschließen? Meine Sicherheit, in letzter Konseqeunz den Tod zu wählen, könne sich einfach in Luft auflösen und mir den Boden unter den Füßen wegziehen?

Das ist doch dämlich. Meine Sicherheit für das Leben ist der Tod?!? Selbst für meine Verhältnisse ist das verrückt und doch ist es die Wahrheit. Kein Wunder, dass ich eine Wolkentänzerin bin, die simpel zu feige ist, eine klare und vorallem standhafte Entscheidung zu fällen. Somit werde ich wohl noch eine ziemlich lange Zeit zwischen den Welten, auf meinen Wolken verbringen. Ein Trance ähnlicher Zustand, der mich taub macht und mich viel Kraft kostet.

Ich bin angespannt und fange an zu zittern, weil die Therapie immer näher rückt und mir wird flau im Bauch. Am liebsten würde ich mich verkriechen, mich verstecken und erst wieder hervorkommen, wenn alles vorbei ist, wenn ich gesund und stabil bin.

Warum geht das bloß nicht?

Aber ich wünsche Dir, egal, was dir heute bevorsteht, einen wundervollen, kraftgebenden und vorallem richtig freudigen Tag!


Wolkentänzerin

Mittwoch, 20. November 2013

Hallo Welt,

 heute scheint die Sonne und ich hatte eben ein wirklich gutes Gespräch. Ein Gespräch, das mir Kraft gegeben hat und das Wasser für meine kleine angekratzte Hoffnungspflanze ist. Zwar bin ich noch immer tief gefangen in meiner Suizidgedanken und es wäre definitiv vermessen zu sagen, ich komme jetzt zurecht. Aber es tat mir gut. Es zeigt mir, wie subjektiv und auch oftmals irreal meine Gedanken sein können.
Das klingt so positiv und gut, die Sache ist nur, dass ich diese Gedanken deshalb noch lange nicht abgelegt habe. Meine beiden Stimme duellieren sich weiterhin um die Gunst meiner Taten und ich werde mich daovr hüten, eine Wette über den Ausgang dieses Kampfes einzugehen.

Ich traue mir nicht und weiß absolut nicht, wer oder was ich bin, was ich wirklich will. Will ich leben? Mit all den Konsequenzen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Heute ist einer solchen Tage, an denen ich auf den Wolken tanze, weil ich den Boden nicht mehr finde. Es geht mir nicht gut und ich fühle mich fremd. Ich fühle mich fremd an und schwach.
Das Feuer der Vergangenheit brennt heute so unfassbar stark in mir und brennt mir unzählige Löcher in mein Herz, die es wieder zu stopfen gelten wird. In mir keimt eine tiefe Traurigkeit auf und ich fühle, wie sich in mir die Tränen sammeln, den Weg zu meinen Augen aber nicht finden.

Obwohl mir gesagt wurde, ich solle mich nicht bestrafen, ich bräuchte kein schlechtes Gewissen haben und ich solle mich lieb haben, hasse ich mich. Mein Selbsthass ist gerade so verdammt riesig und ich kann den Grund dafür einfach nicht finden. Ich bestrafe mich dafür, dass mir etwas gut getan hat und ich kann das nicht ändern. Das ärgert mich und die Ironie daran ist, dass es meinen Hass auf mich noch zu steigern vermag. Warum?

Ich lache gerade über mich und meine Naivität. Es ist lächerlich, wie ich mich aufführe. Es ist zu witzig, wie ich versuche, mich den Schlingen des Todes zu entziehen und kläglich scheitere. Wie sollte es auch anders sein? Ich verabscheue mich gerade und bin so wütend auf mich und meine Ansichten. Wie komme ich darauf, dass ich wichtig sein könnte?

Es ist ein schreckliches Gefühl. Es soll aufhören...

Wolkentänzerin






Dienstag, 19. November 2013

Verloren gegangen

Guten morgen liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle wach? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar.

Mein Blick wandert, wie jeden Morgen, hinaus aus meinem Küchenfenster in die triste Welt, die sich mir darbietet. Es ist wie der morgendliche Blick in den Spiegel. Ich entdecke hier eine Strähne, die nicht richtig sitzen möchte und dort einen kleinen Mitesser. Genauso ist es da draußen vor meiner Tür auch. Nichts bleibt gleich, alles verändert sich. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken.

Großartig, nicht? Naja, nicht wirklich, denn seien wir mal ehrlich - oder eher bin ich mal ehrlich zu mir - es interessiert mich nicht mehr. Ob da und dort ein Ast abknickt, dieser oder jener Baum mittlerweile all seine Blätter verloren hat, was macht das schon aus? Vielleicht eine sehr abgeklärte Haltung meinem Umfeld gegenüber, aber vielleicht gibt es eine klitzekleine Chance, dass sich diese Ignoranz oder sagen wir, Gleichgültigkeit sich auf mich und meine Gedanken auswirkt. Es wäre doch ganz wunderbar, wäre ich im Stande, meine Gedanken einfach abzuhaken, sie als nichtig abzutun.

Ein Lächeln huscht mir über mein Gesicht, denn ich erkenne die Ironie in der Situation. Es wäre naiv von mir zu denken, es gäbe eine echte Alternative zu meiner jetzigen Lage. Ach, wie sehr wünsche ich mir, es gäbe endlich einen kleinen Hauch Glück für mich. Ein Geschehen, dass mich endlich wach zu rütteln vermag. Etwas, was die Fähigkeit besitzt, mich aus meiner Trance zu befreien. Ich tanze auf meinen Wolken - zwischen den Welten. Das ist doch kein Zustand. Ich sollte mich entscheiden - entweder oder! Dieses Rumgeeiere ist doch ätzend.

Warum fällt es mir nur so schwer mich endlich zu entscheiden? Ich möchte nicht länger zwischen den Welten verkehren. Ich möchte richtig leben oder es eben simpel sein lassen. Aber was würde mir das bringen? Freiheit? Wäre das nicht vermessen zu sagen? Wie kann ich mir sicher sein, dass es da oben oder eben da unten oder wo auch immer ich hinkomme besser sein wird? Wer gibt mir dafür eine Garantie? Vielleicht habe ich die wahre Hölle noch gar nicht kennengelernt und es wäre besser für mich, die irdische zu ertragen. Außerdem kann ich hier Hilfe erlangen, ich kann eine Hilfe sein. Sollte ich nicht die Möglichkeit ergreifen, anderen eine Hilfe sein zu können? Ihnen beim Finden ihres persönlichen Glücks behilflich sein?

Ja, das klingt alles so unfassbar einfach. Aber die Realität sieht nun mal anders aus - leider. Meine Kraft zunehmend nach und ich muss mich häufig einfach mal hinsetzen, weil ich nicht mal mehr stehen kann. Dann starre ich ins Nichts, mein Kopf schaltet sich einfach aus und vegetiere bloß vor mich hin. Ich verabscheue diesen Zustand, denn ich bin dann erneut zwischen den Welten angekommen.

Ich fühle mich gefangen und habe Angst, dass ich da nicht mehr raus komme, dass es für mich keine Hilfe mehr gibt. Es tut weh und lässt mich verkrampfen. Es ist ein schreckliches Gefühl, sich verloren zu glauben. Und ja, es gibt einen kleinen Funken Hoffnung in mir, den muss ich haben, denn was wäre die Alternative dazu? Glaubt ein Mensch, verloren zu sein, was bleibt ihm dann? Eben.

Früher, als ich noch ein Kind war, bin ich ab und an mal verloren gegangen. Ich bin beim Einkaufen einfach in eine andere Richtung gelaufen und habe mich immer weiter von meiner Mutter entfernt, bis ich sie nicht mehr sehen konnte. Ich bekam Angst, weil ich sie nicht mehr finden konnte. Ein schreckliches Gefühl. Und so ungefähr fühlt es sich zur Zeit für mich an, als wäre ich zu weit vom Leben weggegangen und kann es jetzt nicht mehr wiedererlangen.


Mich bedrückt diese Situation wirklich sehr und ich bin sehr unglücklich, denn ich kann mir selbst nicht mehr trauen.

Wolkentänzerin

Montag, 18. November 2013

Selbsthass

Es schmerzt, es tut weh. Es sind wahre Höllenqualen und ich kann es nicht aufhalten. Ich sitze nur da und starre vor mich her. Ich möchte schreien, möchte weinen, möchte all die Emotionen frei lassen, die so tief in mir stecken. Doch eine Macht in mir verhindert das. Ich kann nicht klar definieren, woher sie kommt und was genau sie damit erreichen will, aber ich ahne, dass es nicht gut ausgehen wird.

Einen jeden verdammten Tag kämpfe ich - ich kämpfe mit mir selbst. Denn ich hasse mich und was ist schlimmer als Selbstzweifel, -hass und -zerstörung? Wer könnte mich verdammen, wenn nicht ich? Bevor mich jemand anderes tötet, tue ich es. Warum? Weil ich mich hasse. Ich erlaube mir kein Glück der Welt und ich gönne mir den Tod - mehr nicht.

Ich stelle mir Aufgaben, welche ich unmöglich erfüllen kann, nur um mir hinterher sagen zu können: "Ich habe es doch gewusst! Was kannst du schon? Nichts!"Und ich glaube mir. Warum auch nicht? Ich meine, ich muss es doch wissen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Leben für mich gibt. Also so ein richtiges glückliches Leben eben. Das wird nie passieren.

Deshalb habe ich einen Entschluss gefasst - ich werde gehen - für immer.

Wolkentänzerin

Flieh!

Es geht mir schlecht - sehr schlecht sogar und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich bin dem Suizid so nah, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Das macht mir Angst und lässt mich erstarren.
Ich möchte fliehen - fliehen vor mir selbst!

Wolkentänzerin

Samstag, 16. November 2013

Donnerstag, 14. November 2013

Trance

Ich bin müde, erschöpft, ausgelaugt. Mein Körper merkt, dass meine Psyche sich in ihm verkrochen hat und schaltet sich immer weiter aus. Mir fehlt die Kraft aufzustehen, mein Leben zu leben. Es ist ein Gefühl, als würde mir mein Lebensatem entzogen werden.

Meine Füße tragen mich durch die tristen Straßen der Stadt, die tiefste Dunkelheit verschlingt mich. In diesen Tagen fühlt es sich so an, als wäre mein Innerstes nach Außen gekehrt und auf das Klima reflektiert worden. Im Grunde fühle ich mich zur Zeit draußen besser aufgehoben, die Temperaturen, das fehlende Licht, all das passt einfach besser zu mir.

Trete ich vor die Tür, überkommt mich eine süße Versuchung: Auf meinem Weg die Bahn zu verlassen und solange zu laufen bis meine Füße mich nicht mehr tragen können, dort auf die Knie zu sinken und Stille zu finden.

Ich fühle mich so furchtbar einsam, obwohl ich das physisch gesehen nicht mal bin. Es ist die Distanz in mir, die mich abschneidet von dem realen Leben. Ein schwebender, dumpfer und emotionsloser Zustand breitet sich in mir aus und kappt mich von der Realität. All meine Versuche dem entgegen zu wirken, scheitern kläglich.

Wer bin ich schon? Ich bin niemand. Niemand, um den es sich zu kämpfen lohnt.


Wolkentänzerin

Sonntag, 10. November 2013

Entscheidung

"Er liebt mich" - "Er liebt mich nicht"...wer kennt dieses Spiel nicht? Als Kind habe ich oft die einzelnen Blüten eines Gänseblümchen herausgezupft, in der Hoffnung, eine Antwort auf diese Frage zu erhalten. Genauso naiv, wie simpel. Die Frage war geklärt - zugegeben, häufig habe ich die besagte Prozedur so lange durchgeführt, bis am Ende "Er liebt mich" herauskam. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, so schmerzt es tief in mir drin, denn wie gerne hätte ich wieder die Unbeschwertheit dieser Tage zurück.

Doch das soll jetzt gar nicht Thema sein. Vielmehr fasziniert mich die Idee des Gänseblümchens als allwissendes Orakel - als Entscheidungstreffer.
Würde bloß eine anderer Satz auf den Blüten stehen: "Ich werde morgen noch leben" - "Ich werde heute sterben".
Wären alle floralen Lose gezogen, hätte ich die Entscheidung. Klar, die Frage, die sich direkt daran anschließt, würde ich es nicht genauso machen, wie mit 8 Jahren? Würde ich das Spielchen nicht so lange wiederholen, bis ich das gewünschte Ergebnis erzielt hätte? Und wie sieht das im Einzelnen überhaupt aus?

Wäre es nicht eine astreine Ausrede, könnte ich in meinen Abschiedsbrief schreiben: "Es tut mir leid, aber das hat eben das Gänseblümchen so entschieden." Eine absurde Vorstellung und trotzdem reizvoll. Ich hätte die Verantwortung abgegeben und könnte beruhigt fliehen.
Fliehen vor mir, vor meinen Gedanken, vor meiner Umwelt, vor dem Leben. Ich wäre frei. Ist das so? Wer weiß...

Ich hadere mit mir - diese Entscheidung mache ich mir nicht leicht, gleichwohl ich den ausdrücklichen Wunsch in mir habe, zu sterben und ein jeder Morgen ist ein einziges Wunder. "Das Leben ist ein Wunder", wie mir heute ein sehr guter Freund sagte. Ja, es ist ein Wunder - ein Wunder, dass mich zur Verzweiflung bringt. Denn wer behauptet, ein Wunder könnte ausschließlich positiv sein?

 An einem jedem Morgen bin ich wütend auf mich selbst, noch nicht gestorben zu sein und bestrafe mich dafür - in unterschiedlichster Weise.

Ich provoziere mich solange, bis ich endlich den Schritt tue und mir das Leben nehme. Eine Frage der Zeit, denn ich habe mich aufgegeben und bin nicht der Meinung, dass es noch einen Weg zurück gibt...

Wolkentänzerin

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Gedankenfetzen

Wo fange ich an? Ich bin mir nicht sicher. Was gibt es denn überhaupt zu sagen? Etwas wichtiges? Für die Welt da draußen höchst wahrscheinlich nicht, aber darum geht es ja auch nicht. Es gibt Dinge, die ich einfach mal loswerden möchte, sie aus meinem Kopf lassen, in der Hoffnung, dass sich dadurch mein Chaos lichtet.

Die bereits angefangene Woche war bereits sehr ereignesreich. Montag war ich auf der Arbeit und hatte im Grunde einen guten Tag. Ich fühlte mich recht hoffnungsvoll und freudig. Doch dann kam die Wendung - wie sollte es auch anders sein. Mir fiel ein Teller auf den Boden und er zersplitterte in dutzende Scherben. Ich blickte auf sie herab und ein mir wohlbekanntes Kitzeln regte sich in mir. Die Versuchung, eine dieser Scherben aufzuheben und mich damit zu verletzten, war riesig. Mit all meiner mir zur Verfügung stehenden Willenskraft versuchte ich diesen Reiz zu unterbinden. Doch ich verlor die Kontrolle und schnitt mir tief in die Hand. Eine Genugtuung durchzog mich und es war, als konnte ich das erste Mal nach langer Zeit wieder richtig atmen.

Nur ein paar Augenblicke später war ich schockiert über meine eigene Handlungsweise. Ich hatte die Kontrolle über mich verloren und das jagte mir eine unglaubliche Angst ein. Wenn es so einem Fall schon mein Wille aussetzte, was könnte dann noch alles passieren? Ich kann mir nicht mehr trauen, bin eine Gefahr für mich selbst - bin nie sicher vor mir.
Für mich war es ein großer Schritt in die falsche Richtung und warf mich in meinen Gefühlen weit zurück. Das Geschehene erinnerte mich sofort an die vergangene Zeit und ich begab mich in eine Art Trance, war nur noch äußerlich anwesend.

Dazu kommt noch, dass die finstere Jahreszeit beginnt. Mein all abendlicher Heimweg liegt nun im Dunkeln, was mir meinen Hals zuschnürrt, da mich an jedem Abend die Angst packt, wenn ich aus dem Fenster sehe und weiß, da musst du gleich durch. In der Nacht, wenn alles im Schatten liegt, habe ich Panik vor allem. Vor Bäumen, Autos, Tieren, Häusern und ganz besonders vor Menschen. Mein Umfeld wirkt bedrohlich auf mich und ich ringe jeden Abend mit mir; komme ich schließlich zu Hause an, bin ich Schweiß durchnässt, eine einzige Tortur.

Gestern war ich bei der Therapie. Ich werde wohl in eine Spezialklinik für Traumatisierte gehen. Ob es was bringt? Gute Frage.
Mein Therapeut sagte mir, ich habe noch einen Weg mit jahrelanger Krankheit vor mir. Eine Prognose, die mir meine letzte Energie raubt. Ich kämpfe schon so sehr. Jeden Tag kämpfe ich, um die Anforderungen an mich erfüllen zu können - keine leichte Aufgabe. Ich laufe auf dem Zahnfleisch, ich habe kaum noch Kraft und Energie. Man kann sagen, dass es ein Wunder ist, dass an einem jeden Abend noch lebe.

Jedoch: Ich werde kämpfen, so lange, bis ich zusammenbreche!


Wolkentänzerin

Samstag, 19. Oktober 2013

Kampfansage!

Ich werde kämpfen, mit all meiner Kraft, mit allem was ich habe. Denn ich möchte sehen, was dieses Leben noch bringen wird.
Ich werde kämpfen! Aufgeben ist nicht drin!
Ich werde es all denen beweisen, die nie an mich geglaubt habe und es noch immer nicht tun. Und ich werde es mir zeigen. Mein größter Feind, ich selbst, soll sehen, dass ich es schaffen kann. Dass ich in der Lage bin, die grausamen und zerstörerischen Gedanken in mir selbst zu besiegen.

Bisher habe ich es auch geschafft und es ist an der Zeit, dass ich wieder anfange aufzustehen und mich dem Leben zu stellen. Mein größter Wunsch ist, dass diese Hoffnung und Kampfbereitschaft bliebt und nicht nur eine Laune ist.

Danke an alle, die mir dabei helfen!

Selbst hinter den dicksten Wolken wacht die Sonne über uns.

Wolkentänzerin

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Zettelchen

Lieber ******,

ich habe heute sehr viel an dich gedacht und irgendwie warst du mir heute sehr nah, wobei du das im Grunde immer bist. Besonders, wenn ich diese schwarzen dunklen Gedanken habe.
Ich frage mich, wie es dir wohl gehen möge, bist du die Krankheit wohl losgeworden? War es die richtige Entscheidung? Oder hast du dich im letzten Moment umentschieden, hast aber zu spät erkannt, dass es kein Zurück mehr gab?

Was würdest du zu mir sagen, wenn du einen Einblick in das bekommen könntest, in das sonst niemand sehen darf. Wenn du sehen würdest, wie nah ich dir in einer jeden Nacht komme, wie oft ich schon die Treppe zu dir hinaufgeklettert bin und bei der letzten Stufe am Ende doch kehrt machte. Was würdest du also sagen? Wäre es eine Empfehlung es zu tun? Weil es das Beste war, was du je hättest tun können? Bist du befreit?
Oder bist du noch immer gefesselt, bedrängt von all den grausamen Gedanken, vom dem nicht aufhörendem Schmerz?

Mich durchzieht ein Gänsehaut provozierendes Gefühl, wenn ich den Entschluss fasse, dich auf dem Friedhof zu besuchen. Zugegeben, ich war schon etwas länger nicht dort. Aber ehrlich gesagt, dass rührt daher, dass ich glaube, mir damit den letzten Impuls geben zu können und dann gibt es für mich wirklich kein Zurück mehr. Und offen gestanden, mir juckt es in meinen Fingern, dich zu besuchen, mir den Ruck zu geben und zu erfahren, welche Antworten du mir auf meine Fragen geben würdest, welche ich mir geben würde.

Aber es gibt auch die Seite, bei der ich denke, wie wäre es, wärest du noch hier. Wir könnten über solche Emotionen und Hirnströme sprechen und ich könnte mir so sicher sein, dass du mich verstehst. Du würdest nicht sagen, ich sei bescheuert und krank. Nein, du könntest es nachvollziehen.

Ich konnte dich doch auch verstehen. Warum hast du das nicht verstanden? Ich wollte dir doch helfen, so wie ich jetzt deine Hilfe gebrauchen könnte. Könntest du mir überhaupt helfen? Wird aus zwei Minus ein Plus? Ich war auch vor ein paar Jahren ein Minus - viel mehr, als ich mir das je eingestanden hätte.

Vielleicht waren wir nicht gut für einander. Ich kann mich an unsere Gespräche erinnern, in denen es hauptsächlich um Suizid und Hoffnungslosigkeit ging. ******, ich habe dich genau verstanden, konnte ein jedes Wort nachvollziehen. Aber mir fehlte die Fähigkeit, dir das klarmachen zu können. Wir waren beide so verdammt verzweifelt, nur bin ich es jetzt immer noch. Und du? Tja, diese Frage werde ich mir wohl nur selbst beantworten können.

******, seit deinem Tod habe ich das Gefühl, nicht leben zu dürfen. Sobald Hoffnung und Freude in mir aufkeimt, töte ich es sofort ab, weil ich denke, dass ich das nicht empfinden darf. Ich habe dich sterben lassen, du hast dich mir anvertraut und ich hasse mich dafür, dass ich Hilfe bekomme. Du müsstest an meiner Stelle sein.

Sei dir sicher, ich würde alles tun, um den Platz mit dir zu tauschen. Aber das wäre auch unfair, weil du dann wieder in der Hölle wärst oder konntest du ihr nie entkommen?

Ach, ******, ich vermisse dich sehr. Erst vor ein paar Tagen habe ich Werther's Originale geschenkt bekommen und ich kann sie einfach nicht essen. In meinem Kopf erscheint das Bild von dir in der Schule, wie du diese Bonbons in dich hineingeschlungen hast, wie ein Kettenraucher seine Zigaretten konsumiert.

Verdammt, eine jeder Gedanke an dich, bringt mich dem Suizid so gefährlich näher. Du hast es getan, es ist machbar, ich kann das auch.

Wolkentänzerin


Dienstag, 8. Oktober 2013

Drahtseilakt

Vergeblich versuche ich meine Blick ausschließlich auf die vor mir liegenden Meter zu richten. Leise flüstere ich mir zu, dass ich das schaffen kann. Dass die Distanz viel geringer ist, als sie vermeintlich erscheint.
Der Wind säuselt mir an mein Ohr und ich erschrecke innerlich. Damit habe ich nicht gerechnet. Diese äußerlichen Einwirkungen habe ich nicht eingeplant. Voller Konzentration habe ich auf das Drahtseil unter meinen Füßen geachtet, ohne einzuplanen, dass ich mich viele Meter über dem Boden befinde. Ich merke wie ich das Gleichgewicht verliere und drohe abzustürzen. Die Panik kriecht in mir hoch und entwickelt ein Eigenleben.
Meine Gedanken werden immer dunkler und der Pessimismus hat seinen Weg zu mir zurückgefunden. Mein Blick haftet noch immer an dem Abgrund, der mir mit jeder Sekunde bekannter vorkommt.
Im Grunde habe ich immer gewusst, dass er da ist, dass ich ihn erreichen kann, ob ich will oder nicht. Weg war er nie.
Doch jetzt bekomme ich Angst, denn ich muss einsehen, dass er ein echter Ausgang dieses Szenarios sein kann. Das Drahtseil unter meinen Füßen schaukelt gefährlich heftig und ich muss einsehen, dass ich immer mehr die Kontrolle über meinen Weg verliere.
Meine Augen sehen das, was hinter mir liegt. Es erstaunt mich, aber ich bin erst ein paar Meter von der Seite entfernt, von der ich loslief. Wie konnte das sein? Es fühlte sich an, als wäre ich schon urlange unterwegs gewesen, kann mich nicht mehr daran erinnern, wie sich fester Boden unter den Füßen anfühlt.
Habe ich geschlafen? Es ist, als wäre es an mir vorbeigezogen. Wie die Landschaft während einer Zugfahrt. Habe ich mich entspannt zurückgelehnt und habe geschlummert, um an Kräfte zu gelangen?
Das kann nicht sein, denn ich bin erschöpft. Jegliche Energie ging in die Instandhaltung meiner Balance. Meine Gedanken rebellieren dagegen und sagen, ich solle doch einfach springen. Weg wäre die Schwere und die Belastung dieses Kunststückes.
Viele sagen, ich werde es schon schaffen, ich könne dieses Seil bezwingen, schließlich trainiere ich schon so lange auf ihm.
Aber jetzt ist es Ernst: Unter mir ist der harte Boden, der mich nicht abbremsen wird, sondern der meinen Kopf beim Aufschlagen zerschmettern wird und mich im Null-Komma-Nix ins Jenseits befördern kann.
Jeder weitere Schritt kann tödlich enden und doch ist es die einzige Möglichkeit, um auf die andere Seite zu kommen.
Aber ich bin erschöpft, meine Konzentration fällt weg und umso gefährlicher wird mein Unternehmen.
Es ist sehr wirr und ich selbst blicke auch nicht mehr dadurch. Ich weiß nur, dass ich dutzende Meter über der Erde auf einem viel zu dünnen Drahtseil laufe und jeder Schritt ein Risiko ist.

Wolkentänzerin

Sonntag, 6. Oktober 2013

Erschöpft

Ich bin erschöpft und müde. Vollkommen kraftlos laufe ich durch die Zeit. Ich lebe nicht mehr, ich vegetiere nur noch, aber immerhin - ich atme. Ist das nicht schon etwas? Naja, im Grunde nicht, denn dafür bin ich wohl nicht geboren worde. Aber wofür dann? Für den Sinn des Lebens? Ich habe gedacht, ich hätte ihn schon vor langer Zeit gefunden und ich glaube noch immer daran, doch ist es nicht mehr so, dass dieser Sinn mich halten kann. Ich habe das Gefühl zu verschwinden, mich zu verlieren. Seit einiger Zeit kann ich mich nicht mehr fühlen, bin innerlich taub. Ich kann nicht mehr weinen, wütend sein oder mich freuen. Rede ich über mich und das, was mich beschäftigt, so grinse ich die ganze Zeit, ob gleich ich viel lieber weinen würde.
Ich habe das bedrückende Gefühl, dass meine Krankheit, dass meine Gedanken mir jeglichen Lebenswillen entziehen und ich mich immer weiter aufgebe. Obwohl ich doch kämpfen möchte, nur scheint meine Kraft zu schwinden, wie in ein schwarzes Loch gesogen zu werden und ich kann beim besten Willen dieses Loch nicht ausfindig machen.
Meine Gedanken kreisen darum, in eine Klinik zu gehen. Wieder. Bald ist es schon ein Jahr her, dass ich in einer war. Es hat mir letztes Jahr geholfen, hat mir mein Leben gerettet. Doch ehrlich: ich habe verdammt große Angst und meine Hoffnung ist minimal. Ich habe nicht mehr den Glauben daran, dass es eine Langzeitwirkung haben wird, sondern, dass es eine Akutmilderung ist. Besser als nichts, ja, aber ich bin es leid. Ich bin diese Krankheit leid und ich kann nicht mehr.

Ich kann einfach nicht mehr - ich möchte mich einfach nur ausruhen. Mein Leben wächst mir über den Kopf und ich bin überfordert. Selbst die alltäglichsten Dinge ragen über mich hinweg und ich möchte fliehen. Ich brauche Hilfe - denn ich gebe mich auf...



Wolkentänzerin

Dienstag, 1. Oktober 2013

Aufhören!

Ich fühle mich gerade sehr schlecht, mein innerlicher Druck ist so hoch und ich bin extrem aufgewühlt. Nichts was ich tue, kann dieses Gefühl von mir nehmen und ich weiß absolut nicht weiter. Mein Körper tut mir weh und ich bin so erschöpft, doch schlafen kann ich auch nicht, weil ich Angst habe, meine Augen zu schließen.
Gerade hasse ich mich selbst, mehr als alles andere auf dieser Welt. Am liebsten würde ich mir das Unaussprechlichste antun, um mich zu bestrafen.
Ich bin der Meinung, nicht leben zu dürfen und jeden Tag, den ich das aber weiterhin tue, ist eine Straftat, für die ich Sanktionen erhalten sollte. Meistens endet das in Selbstverletzung oder Suizidversuchen.
Trotz der Tatsache, dass ich zur Zeit sehr viel Arbeit, schaffe ich es nicht mich abzulenken. Selbst auf der Arbeit und unter größtem Stress kann ich nur an die dunkelsten Gedanken in meinem Kopf denken und jede Bewegung fällt mir zunehmend schwerer. Oft habe ich das Gefühl, jeden Moment zuzammen zu brechen.
Meine Belastungsgrenze ist mehr als überschritten und ich kämpfe, um nicht umzufallen. Ich halse mir immer mehr Arbeit auf, in der Hoffnung, dass es irgendwann zu viel wird und es sich von allein beendet.
So oder so, ich bin erschöpft, kraftlos und will nicht mehr. Ich möchte, dass all das aufhört. Dass der nächtliche Horror aufhört, dass die Bilder aufhören und dass diese Gedanken aufhören.

Ich schaffe das keinen Tag länger...

Wolkentänzerin

Dienstag, 24. September 2013

Bild

Du hast dich neben mich gesetzt, hast mein Bein gestreichelt. Ich war aufgeregt. Wollte ich das? Jetzt? Nach so kurzer Zeit? Wollte ich einen Schritt weiter gehen?
Ausweichend tat ich so, als sähe ich auf den Bildschirm, der eine Romantikkomödie zeigte. Beim besten Willen kann ich nicht mehr sagen, was für eine es war. Welche Ironie des Schicksals.

Du gingst aus dem Raum, wolltest dir etwas zu trinken holen. Kurz darauf kamst du wieder herein. Irgendetwas in deinem Gesicht war anders, das weiß ich noch. Ich kann diese Fratze so verdammt genau vor mir sehen. Du legtest ein Kondom ab und hast dich ohne ein Wort zu sagen über mich gebeugt.

Ich habe dich weggestoßen, das ging mir zu weit. Du küsstest mich, ich versuchte mich zu befreien, doch du wurdest böse. Du hast meine Handgelenke umfasst und gesagt: "Los, du willst es doch auch." Du fingst an, mich auszuziehen. Es gelang mir aufzustehen, ich fing an loszulaufen, doch du warst schon da. Du warfst mich zurück auf das Bett und schlugst mir in mein Gesicht. Ich weiß, dass das der Moment war, an dem ich anfing zu weinen, zu wimmern, mich meinem Schicksal zu ergeben.

Du standst da und hast mich einige Minuten, für mich waren es Jahre, einfach nur angesehen, mit diesem ekelhaften höhnischen Grinsen auf deinem Mund, deine Augen glitzerten vor Freude. Du kamst mir immer näher, wolltest mich küssen, aber ich wollte nicht, ich drehte mich weg. Du fingst an mich zu würgen, ich dachte, ich müsste sterben. Warum hast du mich nicht getötet? Warum hast du es nicht geschafft? Warum denke ich sowas?

Du sagtest, dass ich dir das zu geben habe, was du verdienst und ich glaubte dir. Ich dachte, was wäre, wenn es so sein müsste. Was, wenn man mich nicht anders behandeln kann. Meine Eltern gaben mir keine Liebe, überall war ich mit Ablehnung konfrontiert. Ich hatte nichts anderes als diesen Kerl. Sollte ich nicht froh sein, dass ich ihn überhaupt habe? Auch wenn das bedeuten sollte, diese Minuten zu überstehen.

Du hast mich angefasst, doch nicht zärtlich, so wie ich mir mein erstes Mal immer vorgestellt hatte, nein du warst brutal. Es tat weh. Du nahmst meine linke Hand, du wusstest, dass ich Linkshänderin bin, und führtest sie hinab zu deinem Schritt.

So lange habe ich versucht diese Dinge zu verdrängen, so sehr habe ich es versucht. Und dann waren sie auf einmal wieder da, all die grausamen Details, die Gefühle, die Emotionen, so real, als wäre es vor nicht mal einer Minute geschehen.

Ich sollte ihn umfassen, dich erregen. Mir war schlecht, ich hatte nur einen Wunsch, dass es so schnell wie möglich vorbei gehe. Jede Sekunde verging für mich wie eine Ewigkeit.

Deine Hand griff in meinen Nacken und riss meinen Kopf hinunter zu meiner linken Hand. Ich weigerte mich und du schlugst zu. Ich tat es.

Irgendwann hast du mich an den Haaren hochgezogen und auf das Bett geworfen. Du saßst auf mir und hast mich gefragt, ob es mir gefalle. Ich antwortete nicht und du schlugst zu.

Deine Finger gleiteten über meinen Körper, sie drangen in mich ein. Du warst gewalttätig und gefühllos. Mit jedem Augenblick wurde es schlimmer. Es brannte und ließ mich verkrampfen.
Du fingst an deine Hose auszuziehen, ich wollte mich bewegen, aber mir tat alles so weh, ich konnte mich nicht mehr spüren, trotz des Schmerzen, den ich bis heute fühlen kann.

Du drangst in mich ein und warst gnadenlos. Mit deinen Händen hast du meinen Körper gedrückt, so sehr, dass ich starke Blutergüsse davon bekam. Dann legtest du sie um meinen Hals, um jede Sekunde zudrücken zu können.

Warum hast du es verdammt nochmal nicht getan? Warum? 

Du gerietst in Rage und verletztest mich immer heftiger, ich fing an zu schreien.

Dein Mitbewohner platzte herein und zog dich weg von mir.

Ich weiß nicht, wie lange ich noch da lag. Als ich es schaffte aus diesem Haus zu kommen, lief ich los. Ich rannte, der Regen brannte auf meiner Haut.

Spät kam ich Zuhause an, ging ins Wohnzimmer und guckte meine Eltern an, ich wollte Geborgenheit. Doch sie sagten nur: "Hallo und gute Nacht." Meine Stimme hingegen versagte.

Du riefst in den darauffolgenden Tagen oft an und drohtest mir, du würdest mich finden, wenn ich etwas sagen würde. Ich glaubte dir. Du hattest es geschafft, Macht über mich zu erlangen. Bis heute.

Jede Nacht, jedesmal, wenn ich die Augen schließe, ich sehe dich. Ich sehe, fühle, erlebe, das, was du getan hast. Und ich habe Angst vor noch weiteren Details, an die ich mich bisher nicht erinnere, die aber mit Gewissheit zurückkehren werden.

Und das Schlimmste, es lässt mich meinen Tod jede Sekunde etwas mehr herbeisehnen. Deinetwegen verletze ich mich in einer jeden Nacht, mit der Hoffnung, dass es meine letzte würde.

Wolkentänzerin

Mittwoch, 18. September 2013

Wege

Ich sehe auf meine Füße und bemerke, dass sie ihre Schritte fortgesetzt hatten, ohne dass ich davon Notiz genommen hatte. Nun befinde ich mich vor einer Weggabelung und meine Füße, die bisher auch ohne meine Anteilnahme, gewusst hatten, was zu tun war, sehen mich an, als würden sie fragen: "Und jetzt? Wohin?" Weshalb wurde mir genau diese Frage gestellt? Hätten meine Füße nicht einfach automatisch handeln können? Und wo war ich überhaupt die ganze Zeit mit meinen Gedanken gewesen? Es war, als wäre ich plötzlich aus einem viel zu langem Traum aufgeschreckt, in die Realtität eingetaucht und versuche gerade verzweifelt den Weg zurück zu finden.

Aber ich stehe nun vor dieser Zweiteilung des Weges und bin hoffnungslos verloren. Bleibe ich hier, setze mich auf den Boden und warte, bis mich jemand holen kommt. Oder gehe ich den Weg, der mit Dornen verhangen ist und den Anschein macht, bei jedem Meter dunkler zu werden. Und dann wäre da noch die andere Strecke, die verwunderlicher Weise eine Tür am Ende bereit hält. Trotz der Entfernung kann ich den darauf befindlichen Schriftzug entziffern: Ausgang.
Wäre das nicht perfekt? Ein Ausgang - nächste Station Ungewissheit.

Mein Blick schweift auf den dunklen dornigen Weg ab und mir wird klar, dass auch dieser Gang die Ungewissheit im Gepäck hat. Mir wird eben so deutlich, dass es genau diese Geheimnis ist, das das Leben für viele so schön und wundervoll macht. Die Spannung ebbt nie ab, denn jeder Tag hat die Macht alles zu verändern.

Doch vielleicht ist es eben das, was es für mich so schwer macht. Hätte ich die gesamte Offenheit über mein Leben, wüsste exakt was noch passieren wird und wie schlimm es noch werden wird, dann könnte ich sagen, ja, ich will leben. Ja, ich denke, dafür lohnt sich der Kampf. Ja, dafür ist es wert zur Therapie zu gehen.
Genauso könnte es jedoch auch sein, dass ich trotzdem sage, nein, ich werde es beenden. Ich werde mir die Luft zum Atmen nehmen. Ich gehe. Dafür lohnt es sich nicht. Das stehe ich nicht noch einmal durch.

Ich sehe hinauf in den Himmel, betrachtete die Wolkenformationen und frage mich, was mein Schöpfer zu all dem sagen würde. Ob er wohl gerade den Kopf über mich schüttelt und weint oder über meine Naivität lacht. Keine Ahung welche Reaktion ich mir erhoffen würde.

Tränen laufen mir über das Gesicht, mir ist innerlich so eisig und ich bin erschöpft. Für einen kurzen Moment schließe ich meine Lider und träume von der Freiheit, von dem Frieden und der Ruhe. In meinen Ohren ertönt die Melodie der Schwerelosigkeit, des Glücks. Ein Luftzug säuselt durch mein langes Haar und gibt mir das Gefühl fliegen zu können. Doch eben das ist es, was mich erschrecken, die Augen aufreißen und mir die Tränen in die Augen schießen lässt.

Ich stehe in der Ausgangstür, mein Fuß ist bereits über die Schwelle getreten und kurz davor den letzten Halt zu verlieren. So sehr es mich auch erschreckt, aber ich habe das getan. Ich war es, die zu der Tür ging und die Klinke hinunter drückte. Und doch verkrampft sich mein Herz bei diesem Gedanken. Ich will nicht glauben, dass das mein Wunsch ist, dass das der Weg ist, den ich wirklich gehen will.

Ich gerate in Panik und fange an zu schreien, weil ich möchte, dass mich jemand aufhält, dass man mich zurückzieht, mich beruhigt. Dass mich jemand an die Hand nimmt und mit mir den anderen Weg geht.

Damit dieser Wunsch nicht mehr meiner ist...



Wolkentänzerin

Montag, 16. September 2013

Masterplan

Ich habe einen Masterplan. Einen Masterplan fürs Sterben. Alles ist bereit, jedes einzelne Detail ist perfekt durchdacht, eine jede Sekunde kann meine letzte sein.

Und ich habe immer häufiger das Gefühl, dass das auch stimmt.

Wolkentänzerin

Freitag, 30. August 2013

Die Frage

Ich stehe vor der Frage, ob ich das Feuer am Brandherd lösche oder es einfach versuche einzuzäumen, sodass es mich nicht töten kann. Und das solange, bis ich genug Kraft habe es durch viele langwierige Schritte gänzlich zum Ersticken bringen zu können.

Die Entscheidung fällt mir alles andere als einfach und doch weiß ich im Grunde meines Herzens, was ich zu tun habe.

Wieder ein Geburtstag, den ich nicht glücklich und frei genießen kann, weil ich immer noch nicht im Leben angekommen bin. Ich hänge zwischen den Welten mit einer Tendenz zur Ewigkeit.

Es folgt erneut ein Lebensjahr voller Anstrengung, Kampf und Abstrichen.

Dabei bin ich so erschöpft, kraftlos und kurz davor alles abzubrechen.


Wolkentänzerin

Montag, 26. August 2013

Wunsch

Am Samstag habe ich Geburtstag und es ist üblich, sich etwas wünschen zu dürfen. Auch ich wurde gefragt, was ich mir zu diesem Anlass wünschen würde.
Darüber habe ich viel nachgedacht und ich habe nur einen einzigen Wunsch:

Ich möchte glücklich, dem Leben zugewendet sein. Ich wünsche mir von Herzen nicht länger über Suizid nachdenken zu müssen.



Wolkentänzerin

Mittwoch, 7. August 2013

Posttraumatische Belastungsstörung

So nennt sich das, was ich habe. Eine posttraumatische Belastungsstörung ist das Ergebnis eines oder mehrerer traumatischer Erlebnisse. Mein Gehirn hat die Erinnerungen daran falsch abgespeichert, sie führen sozusagen ein Eigenleben.

Es gibt einige Symptome, die dieses Krankheitsbild begleiten:

+ Wiederholte, zwanghafte Erinnerungen an das Ereignis oder an bestimmte Teile
+ häufiges und intensives Wiederdurchleben des Traumas, z.B. in Form von Alpträumen oder Tagträumen
+ Handeln und Fühlen, als ob das Ereignis wiedergekehrt wäre
+ Unvermögen, das Ereignis aus der Erinnerung zu verbannen
+ Vermeidung von Situationen, die eine Erinnerung an das Trauma mit sich bringen könnten.
+ Angst
+ Depression
+ Selbstmordgedanken
+ gefühlsmäßiges Abgestumpftsein
+ Empfinden von Entfremdung von anderen oder der Welt um sich herum
+ Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten
+ Unfähigkeit, sich zu entspannen
+ Schlafstörungen
+ Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Wutausbrüche
+ Verlust von Interessen, die vorher bestanden
+ Schuldgefühle

Die Symptome einfach hier aufzulisten, kann das Ausmaß nicht wirklich zeigen. Für mich und mein Leben heißt das, extrem eingeschränkt zu sein. 

Ich sitze oft einfach da und starre ins Nichts, dann bin ich nicht mehr ansprechbar und nehme mein Umfeld in keinster Weise mehr wahr. Wo genau ich dann bin, kann ich kaum beschreiben, manchmal spielen sich die Erlebnisse meines Leben vor meinem inneren Auge ab, manchmal gehe ich irgendwo spazieren und manchmal bin ich einfach leer.
Als ich in der Klinik war, verstärkte sich dieses Verhalten, auch Dissoziation genannt, wodurch es zu peinlichen Situationen kam: So war ich einmal mit einem Mitpatienten einkaufen und blieb auf einmal mitten in einem Laden stehen, war nicht ansprechbar. Erst als man mich antippte, reagierte ich wieder. Ich schrak zusammen und wusste im ersten Moment nicht, wo ich war. Als ich realisierte, dass ich mal wieder abwesend war, war mir das so unangenehm. Es war Glück für mich, dass jemand da war, der wusste, damit umzugehen. 

Dann gibt es häufig ein Gefühl des Druckes in mir. Mein Herz fängt an zu rasen, ich kann kaum atmen und ich würde mir am liebsten die Haut abziehen. In solchen Phasen bin ich sehr aufgeregt, erinnere mich unfreiwillig an die schlimmsten Dinge in meinem Leben. Das Schlimme daran jedoch ist, dass ich mich nicht selbst beruhigen kann. Ich komme nicht von selbst raus aus diesen Gefühlen. Viele sagen dann zu mir, ich solle einfach ruhig bleiben, mich ablenken und an etwas positives denken. Die Sache ist nur die: Das geht nicht. Ich bin unfähig, meine Gedanken und Gefühle zu steuern, ich bin sprichtwörtlich gefangen in mir selbst. 
In diesen Momenten wachsen meine Suizidgedanken gefährlich stark an und ich habe oft Angst, ich könnte sie in die Tat umsetzen. Einerseits möchte ich Freiheit, Erlösung und Ruhe, andererseits hingegen weiß ich, dass ich das meinen Liebsten nicht antun darf.

Ich bin sehr ängstlich und kann es absolut nicht haben, wenn jemand hinter mir steht. Oder wenn jemand hinter mir herläuft, egal welchen Geschlechts diese Person ist. Bevor ich abends ins Bett gehe, steigt meine Angst ins Unermessliche, denn ich weiß, was mich erwarten wird. Jede Nacht träume ich ein und dasselbe. Dann wache ich nachts auf und habe das Gefühl, gestorben zu sein. Für einen kurzen Moment stellt sich eine friedvolle Erleichterung ein, bis ich merke, dass ich noch lebe. Im nächsten Augenblick kehrt die Schwere wieder und breitet sich wie ein riesiger Stein auf meiner Brust auf und ich japse erfolglos nach Luft. Wenn ich morgens aufstehe, fühle ich mich wie gerädert und bin hundemüde. Alles was ich tue, fällt mir zunehmend schwer und immer häufiger schweife ich in dissoziatives Verhalten ab. 

Im Grunde fühle ich mich die meiste Zeit leer und fremd. Als wäre ich kein Teil dieser Welt, ich kann nichts empfinden, keinen Schmerz, keine Freude, keine Wut. So sehr wünsche ich mir, ich könnte etwas fühlen. Ab und zu habe ich einen guten Tag, an dem ich ein Stück weit unbeschwerter sein kann, doch diese Tage sind rar und doch so wertvoll für mich. 

Dazu kommt noch, dass ich absolut unfähig bin, Nähe zulassen zu können. Eine Umarmung ist schon grenzwertig, mitunter jedoch auch ganz schön, doch alles weitere ist ein einziger Horror für mich. Sofort spielt sich automatisch der Film ab und die Berührungen unterstreichen den Effekt, es wird beängstigend real und ich brauche lange, um mich davon wieder zu erholen.

Außerdem gebe ich mir für all das Geschehene die Schuld, was mich zu Selbsthass und suizidalen Gedanken verleitet. Die Rasierklinge wird in letzter Zeit wieder einer meiner steten Begleiter, der Schmerz stoppt die Taubheit für einen kurzen Moment. 

Ich versuche, mich dagegen zu wehren, doch jede Anstrengung mich normal zu verhalten, scheitern. Zwar weiß ich auch, dass ich die Symptome nicht einfach ausblenden kann, aber ich bin am Ende all meiner Kraft.

Die Therapie wird noch Jahre dauern. Die Erinnerung soll in mein Leben eingebaut werden, wie ein ganz normales Erleben einer banalen Situation. Die damit verbunden körperlichen Reize sollen verblassen und irgendwann verschwinden. Die traumatischen Erlebnisse werden nicht weggehen, aber der Sinn der Therapie ist, dass ich lerne damit leben zu können.

Bis dahin ist es ein steiniger und steiler Weg, der mir meine gesamte Kraft raubt. Jeden einzelnen Tag bin ich so kurz davor aufzugeben. Mich der dunklen Macht hinzugeben und mir den Hauch des Lebens zu entziehen.

Und doch sind da Menschen, die mir sagen, ich solle durchhalten, die eine Schulter haben, an die ich mich mal anlehnen kann.Die Wahrheit jedoch ist, dass ich damit allein bin. Niemand kann diesen Kampf, den andere anfingen, für mich kämpfen.




Wolkentänzerin

Dienstag, 6. August 2013

Warum sollte sich das auf einmal ändern?

Zündet man eine Kerze in einem stockfinsteren Raum an, so erhellt sich schlagartig alles. Egal wie klein dieses Licht auch sein mag, es hat die Fähigkeit alles um sich herum zu erleuchten.

Und doch denke ich, dass es auch eine Dunkelheit gibt, die nicht mit einem kleinen Licht zu bezwingen ist, sondern deren Macht so riesig ist, dass sie die Helligkeit einfach verschluckt  - ein schwarzes Loch eben.

Ich befinde mich in dem Sog dieses schwarzen Loches. Meine Tage werden immer finsterer, auch wenn mein Leben sich prinzipiell zum Besseren gewendet hat. Die Welt meiner Gefühle und Empfindungen sind schwarz, hoffnungslos, todessehnsüchtig.

Schon lange bin ich auf der Suche nach einem Ausweg, nach einem Weg, um mich dieser Dunkelheit zu entziehen. Ich möchte auf die gute Seite des Lebens wechseln; möchte entdecken, was diese Erde noch zu bieten hat.

Jeder Impuls, der in die lebensfrohe Richtung zieht, wird im Keim erstickt und ich falle hinab in die Tiefen der Einsamkeit. Paradox, denn ich bin nicht allein. Es gibt wertvolle Menschen um mich herum, die mir sagen, dass ich ihnen wichtig sei, dass sie mich gern haben.

Doch all das kann ich nicht glauben, kann mir nicht erlauben, dass glauben zu dürfen. Mir wird gesagt, ich sei gut, habe es verdient zu leben und wäre wichtig. Diese Äußerungen sind Lügen für mich, die nur gesagt werden, damit sich der Gesagte unschuldig fühlen kann. Unschuldig daran, was mit mir passiert.

Ich kann nur die schlechten Kommentare zu mir glauben, fühle mich dann bestätigt in meinem Denken. Auch wenn es mich kaputt macht. Denn wer möchte nicht akzeptiert, gemocht oder gar geliebt werden?

Diese Dinge kann ich mir nicht erlauben, kann nicht fassen, dass ich es wert sein könnte. In mir stecken die Erfahrungen der Vergangenheit. Ich möchte ihnen entfliehen - ja, das will ich von ganzem Herzen. Und trotzdem gelingt es mir nicht.

Ich bin erschöpft, denn für mich scheint diese Welt ein Ort zu sein, in dem ich mich nicht geborgen fühlen kann; ich fühle mich so unendlich einsam. Eine Einsamkeit, die ganz tief aus meinem Inneren kommt, die mich frieren lässt und keine äußerliche Wärme kann mich wärmen.

Es gibt nur selten einen Moment, in dem ich mich geborgen fühle, in dem ich atmen kann, in dem ich vorallem ich sein kann. Heute gab es einen solchen Moment. Es gibt einen Menschen, dem ich offen und ehrlich sagen kann, was ich fühle und denke. Auch wenn ich Angst habe, dass auch dieser Mensch gehen könnte.

Ich habe immer das Gefühl, verlassen zu werden. Deshalb warte ich bei jeder Freundschaft, Bekanntschaft oder Beziehung auf den Augenblick an dem sich alles wendet. An dem die Gutmütigkeit in Ablehnung, Wut, Gewalt oder Hass umschlägt.

Im Grunde lebe ich in der ständigen Angst, dass ein jeder Mensch in meinem Leben erkennt, was für ein Monster ich eigentlich wirklich bin und daraus die Konsequenzen zieht, denn das wäre das, was bisher immer passierte.

Und warum sollte sich das auf einmal ändern?

Sonntag, 14. Juli 2013

Helfen

Ich bin nun ein eingetragenes Mitglied in der DKMS, der deutschen Knochenmarkspenderdatei. Es war mir wichtig, diesen Schritt zu gehen, denn ich weiß, dass es viele Menschen da draußen gibt, die auf eine solche Spende angewiesen sind, die Leben wollen und eine Chance verdient haben.
Für mich war es sehr schnell klar, dass ich das, was ich dazu beitragen kann, auch geben werde. Denn was gibt es Schöneres, als anderen Menschen helfen zu können?

Diese Welt wieder leider immer egoistischer, viele interessieren sich nicht mehr für ihre Nächsten. Steige ich in den Zug ein, sehe ich, wie dutzende Menschen schweigend nebeneinander sitzen, die froh sind, wenn sie in Ruhe gelassen werden, die unheimlich Angst davor haben, die Probleme anderer könnten ihrem glücklichen friedlichen Leben einen Sprung versetzen, sie in ihren Grundfesten erschüttern. Deshalb haben sie Scheuklappen auf, um sich selbst zu schützen.

Ich habe für mich entschieden, nicht dazugehören zu wollen. Mir selbst habe ich die Aufgabe gegeben, dort zu helfen, wo ich es kann. Deshalb habe ich mit meinem 18. Geburtstag einen Organspendeausweis ausgefüllt, den ich seither immer dabei habe. Ja, ich bin bereit all meine Organe nach meinem Tod zu spenden, denn ich bin mir sicher, dass ich sie nicht mehr brauchen werde, da wo ich hingehen werde.

Wenn jeder Mensch seinem Nächsten helfen würde, wäre diese Welt ein wirklich schönerer Ort. Auch DU kannst helfen, es gibt dafür so unendlich viele Möglichkeiten!

Wolkentänzerin


Montag, 8. Juli 2013

Freedom


Felt like the weight of the world was on my shoulders
... should I break or retreat and then return
Facing the fear that the truth, I discover
No telling how, all these will work out
But I’ve come to far to go back now.

Chorus:
I am looking for freedom, looking for freedom
And to find it cost me everything I have
Well I am looking for freedom, looking for freedom
And to find it, may take everything I have

I know all too well it don’t come easy
The chains of the world they seem to movin tight
I try to walk around if I’m stumbling so come...
Tryin to get up but the doubt is so strong
There’s gotta be a winning in my bones
[ Ll ]
Chorus:
I’m looking for freedom, looking for freedom
And to find it, cost me everything I have
Well I’m looking for freedom, I’m looking for freedom
And to find it, may take everything I have

Oh not giving up there’s always been hard, so hard
But if I do the thanks lase the way I won’t get far.

Mhm, life hasn’t been very kind to me lately, (well)
But I suppose it’s a push from moving on (oh yeah)
In time the sun’s gonna shine on me nicely (on me yeah )
Sudden tells me ’cause things are coming
And I ain’t gonna not believe

Chorus:
I’m looking for freedom, looking for freedom
And to find it, cost me everything I have
Well I’m looking for freedom, I’m looking for freedom
And to find it, may take everything I have

(Freedom - Anthony Hamilton & Elayna Boynton)

Wolkentänzerin

Erinnerung

Die Uhr zeige 3:56 als ich aus dem Schlaf hochschreckte. Ich fühlte mich, als würde ich ersticken, konnte seine Hände an meinem Hals spüren, wie sie immer fester zu drückten; konnte hören, wie ich nur noch ein flehendes "Bitte" hervorbringen konnte. Eine Träne lief mir über das Gesicht, doch als meine Finger meine Wange berührten, konnte ich nur die Wärme ertasten, die seine Ohrfeigen ausgelöst hatten.
Meine Erinnerung und die tatsächliche Realtiät vermischten sich wie jede Nacht in ein gefährliches Gemisch. Ich legte meine Hände auf meinen Hals, um mir selbst zu verdeutlichen, dass niemand dort war - nur ich. Der Schmerz kroch mir in meine Knochen und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Er war mir bekannt, hatte trotzdem die Fähigkeit mich immer wieder umhauen zu können.
Ich rollte mich zusammen, versuchte es einfach auszuhalten. So sehr wünschte ich mir, ich könnte schreien, weinen, fliehen, vergessen.
Aber ich war gefangen, gefangen in meiner eigenen Erinnerung.

Ich habe meine Erinnerung einige Mal umgeschrieben, habe ein gutes Ende eingebaut, wollte damit mein Bewusstsein manipulieren. Doch meine Festplatte hat das Geschehen so stark abgespeichert, dass ich es noch nicht geschafft habe, es zu überlisten.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: 1. Ich kämpfe und besiege meine eigene Erinnerung
                                                     2. Ich gebe auf und finde Frieden

Meine derzeitige Verfassung ist ein täglicher Drahtseilakt zwischen diesen beiden Varianten mit einer feinen, aber ausgeprägten Tendenz zu Nummer 2.


Wolkentänzerin

Donnerstag, 4. Juli 2013

Immer wieder

Ich lief die verschlungenen Weg des Waldes entlang. Versuchte zu fliehen. Meine Laufgeschwindigkeit wurde merklich schneller. Ich drang immer weiter in die Tiefen des Waldes ein, in der Hoffnung irgendwo Ruhe zu finden. Mein Herz schlug mit jedem Schritt schneller, es hätte zerspringen müssen, so laut und vehement hat es gepocht.
Es tat weh, dort zu sein, wo du gestorben bist. Und doch war es ein Stück Heimat. Sooft hatte ich mir vorgestellt, wie es wäre, auch dort zu sein. In den Unendlichkeiten der Ewigkeit, die Stille, die Zufriedenheit, das Glück.
Ich ging weiter, rannte los, als würde ich um mein Leben laufen müssen - im Grunde war es auch so. Der Schmerz, die Trauer, die Demütigung, all die Gefühle der letzten Zeit krochen in meine Knochen, gaben mir das Gefühl zu ersticken. Ich sank nieder auf meine Knie und legte meine Hände über meine brennenden Augen. Mein Wunsch war es, all das herauslassen zu können, aber es blieb mir wie ein bitterer Kloß im Halse stecken. Ich verweilte eine gewisse Zeit in dieser Haltung und versuchte vergeblich mich an das Schöne, an das Lebenswerte, zu erinnern. Mein inneres Auge sah nur das Dunkle, den Schatten, den Tod.
Mir war bewusst, dass über den Wolken auch das Licht versteckt sein musste, nur gab mir dieses Wissen keine Zufriedenheit. Es war, als würde mich die Dunkelheit einsaugen. Wie ein schwarzes Loch, das alles mit sich in die Abgründe des Nichts zieht.
Ich wusste, ich musste anfangen zu kämpfen, um lebend aus diesem Tal herauszukommen. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob ich das auch wirklich wollte. Sollte ich nicht einfach an jenem Ort bleiben - für immer?
Sofort schossen mir die Gesichter meiner Familie und Freunde in den Kopf, wenn sie hören würden, ich wäre gestorben - durch meine eigenen Hand. Mein gesamter Körper verkrampfte sich unter dieser Vorstellung. Ich wollte unter keinen Umständen diejenige sein, die ihre Leben zerstören würde.

Auch wenn ich diesen Kampf gewonnen habe, ich bin mir sicher, dass es nicht der letzte war...



Wolkentänzerin

Dienstag, 25. Juni 2013

Durch die Nacht

Kann mich wieder nich' ablenken.
Alles dreht sich nur um Dich.
Ich liege hier und zähl die Tage,
wie viele noch kommen, ich weiß es nich'.
Was hast Du mit mir gemacht?
Warum tust du mir das an?
Was soll ich noch ändern?
Ich komm nur wieder bei Dir an.

Ich will weg von hier!
Doch es scheint egal wohin ich lauf,
das mit Dir hört nicht auf,
sag mir wann hört das auf!

Und ich kämpf mich durch die Nacht.
Hab keine Ahnung was Du mit mir machst.
Ich krieg' Dich nich' aus meinem Kopf und dabei will ich doch!

Und ich kämpf mich durch die Nacht.
Bin unter Tränen wieder aufgewacht.
Ich krieg' Dich nich' aus meinem Kopf und dabei muss ich doch!

Alle meine Wünsche
habe ich an Dir verbraucht.
Ich kann es selbst nich' glauben,
denn nur ich hol mich da raus.
Es fällt mir schwer das zu kapier'n,
doch irgendwie wird es schon gehen.
Alles würde sich verändern, wenn ich Dich nich' mehr wiederseh'.

Ich will weg von hier!
Doch ich weiß egal wohin ich lauf,
das mit Dir hört nich' auf.
Sag mir wann hört das auf!

Und ich kämpf mich durch die Nacht.
Hab keine Ahnung was Du mit mir machst.
Ich krieg' Dich nich' aus meinem Kopf und dabei will ich doch!

Und ich kämpf mich durch die Nacht.
Bin unter Tränen wieder aufgewacht.
Ich krieg' Dich nich' aus meinem Kopf und dabei muss ich doch!

(Ich, ich, ich, oh ich, kann nich' mehr, ich kann nich' mehr!)

Doch ich kämpf mich durch die Nacht.
Hab keine Ahnung was Du mit mir machst.
Ich krieg' Dich nich' aus meinem Kopf und dabei will ich doch!

Und ich kämpf mich durch die Nacht.
Bin unter Tränen wieder aufgewacht.
Ich krieg' Dich nich' aus meinem Kopf und dabei muss ich doch!

(Silbermond - Durch die Nacht)

Wolkentänzerin

Montag, 13. Mai 2013

Ich kämpfe...

jeden einzelnen Tag.
Jede schreckliche Nacht.
Wann hört es endlich auf?

Wolkentänzerin

Donnerstag, 11. April 2013

Sicherheit?!?

Er saß vor mir und fragte mich: "Sind Sie mit dem Schema zufrieden? Hilft es Ihnen, zu mir zu kommen?". Welche gescheite Antwort hätte ich darauf erwidern sollen? Die Wahrheit - natürlich, nur so konnte ich herausfinden, wohin mich dieser Weg noch führen könnte. Ich sah meinen Therapeuten kurz an (es gelingt mir noch immer nicht, Menschen längere Zeit in die Augen zu blicken; zu groß ist die Angst davor, sie könnten sehen, was sich dahinter wirklich verbirgt) und sagte ihm, ich sei mir nicht sicher, ob es hilft, ich das Gefühl habe, nicht voranzukommen.
Daraufhin fragte er mich, was mir helfen könne, welche Vorstellungen ich hätte. Da fiel mir auf, dass es bei Weitem einfach war, etwas zu bemängeln, das schon existierte, als etwas Besseres er noch entdecken zu müssen.

Ich war mir jedoch absolut sicher, dass ich nicht anfangen wollte zu verdrängen. Das hatte ich schon viel zu lange getan und kannte die letzten Resultate aus dieser Verhaltensweise. Mir war mehr danach, die Akten abzuschließen, einen Deckel darauf machen zu können. Bei diesem Gedanken kam mir eine Fernsehsendung in den Sinn: sie hieß "Cold Case". In dieser Serie wurden die einzelnen Fälle in Form eines Kartons dargestellt, die in einem Lagerhaus verstaubten. Dann und wann wurde eine verstaubte Box herausgeholt, um den darin gelagerten Fall neu aufzurollen und den Täter zu überführen.
Nicht anders als in meinem Leben. Ich selbst suche noch immer nach dem Täter, den Ursachen und weiteren Faktoren, die zur "Straftat" führten.
Sollte ich sie irgendwann mal ausfindig hab machen können, so möchte ich diese Akte gerne schließen, der Box einen Namen geben und wissen, es ist geklärt. Dann kann der Kasten meinetweg auf ewig in einem Kellerraum verstauben, doch ich habe dann endlich Gewissheit.

Der Haken an der ganzen Sache ist das, was ich aufbringen muss, um mich an diese Fälle überhaupt ranzutrauen. Ich brauche Mut und Hoffnung, dass dieses Unterfangen auch Erfolg mit sich tragen kann. Mein Therapeut sagte an dieser Stelle, auch das Gefühl von Sicherheit sei von Nöten. Ich ließ mir das durch den Kopf gehen und kam zu dem Ergebnis, dass mir niemand diese Sicherheit geben könne. So etwas wie Sicherheit existiert nun mal nicht.

Wir laufen auf einer Eisdecke, hoffend nicht einzubrechen. Wir schlittern umher, machen hier und dort eine schöne Pirouette, tun so, als seien wir elfenhafte Eisprinzessinen oder hartgesottene Eishockeystars.
 Die Wahrheit ist aber eine andere. Denn bei jeder noch so kleinen Bewegung können wir einbrechen, versinken, unsere Welt kann sich von jetzt auf gleich für immer ändern. Davor ist niemand gefeit.

So etwas, wie Sicherheit gibt es auf dieser Welt nicht.


Wolkentänzerin


Sonntag, 7. April 2013

Abendlektüre

Was ich gerade denke? Ehrlich gesagt...ich weiß es nicht. Im Grunde warte ich nur darauf, dass der große Knall kommt und ich endlich wieder erwachen kann. Erwachen? Das klingt, als würde ich die ganze Zeit über schlafen und nichts wahrnehmen, was um mich herum geschieht. Tja, wenn das nur so wäre... Doch das ist es nicht - leider. Ich spüre sehr wohl, was da so alles passiert, was sich regt und mal lauter, mal leiser, flüster, raschelt und säuselt. Viel zu deutlich merke ich es. Deshalb bin ich mir absolut sicher, dass es knallen wird, mächtiglich...
Was ich bis dahin tue? Ich harre aus und beobachte still (ok, das stimmt nicht wirklich) meine Umgebung, immer in der Erwartung, dass sich endlich etwas verändert. Vielleicht sollte ich aufstehen und etwas dagegen tun, doch dafür ist es nun wirklich schon viel zu spät. Außerdem gestaltet es sich schwer, sich einzubringen, wenn man gar kein Mitspracherecht hat. Habe ich überhaupt irgendein Recht? Wohlmöglich das Recht, existieren zu dürfen. Ob das wirklich ein Recht oder eher eine leidliche Verantwortung ist, mag diskutabel sein. Meinen eigenen Standpunkt kann ich derzeit nicht klar definieren - vielleicht auch besser so.
Also ich vegetiere vor mich hin, hoffnungsvoll auf den Knall wartend. Ab und an platzt mir der Kragen, denn ich verblasse langsam aber sicher. Wobei es eine erstaunliche Wendung gibt, denn mittlerweile verschwinde ich nicht für mich selbst, sondern für meine Eltern. Sie würden diese Aussage als böse Unterstellung abtun, ich für meinen Teil habe da allerdings eine klare Ansicht. Erzähle ich ihnen beispielsweise etwas für mich Wichtiges, ist es sofort vergessen, beziehungsweise erst gar nicht gehört. Deshalb habe ich es mir angeeignet, einfach nichts mehr zu erwähnen, was, wie sollte es auch anders sein, natürlich auch nicht richtig ist.
Ehrlich, ich würde am liebsten wegrennen, mich bewegen, aus dieser Starre entkommen. Rennen und nie wieder anhalten. Keine Ahnung mit welchem Ausgang, das ist auch nicht ausschlaggebend: in diesem Fall wäre wirklich mal der Weg das Ziel.
Totales Chaos. Ich bin überfordert, fühle mich schwach und leer. Leer? Nicht wirklich - ich fühle: Trauer, Wut, Verletzung, Brennen, Schmerz, Angst, Zweifel, Resignation, Schwäche, Enge.
Jetzt kommen sicher wieder einige auf die Idee, dass das gut sei. Spüren sei gut, Emotionen seien gut. Das mag ja auch alles seine Richtigkeit besitzen, doch Schmerz ist alles andere als schön. Eine Wunde, die immer und immer wieder aufreißt, kann nicht gut sein - nicht für den Moment, in dem ich das Brennen, das Zucken, das Zirkulieren des Blutes wahrnehmen kann; in dem ich die Verletzung sehen kann und mir vor Augen geführt wird, was sie ausgelöst hat. Ich kann nicht einfach verdrängen, verzeihen, vergessen, so gerne ich es auch könnte, es funktioniert einfach nicht.
Erst dann, wenn man selbst erlebt hat, was das bedeutet, ist man berechtigt zu sagen, man solle einfach durchhalten, es werde sich schon bessern - mit der Zeit.

Nein, so simpel ist es nicht! Es tut weh und manchmal wünsche ich mir nichts sehnlicher als einfach davon sprechen zu dürfen; sagen zu können, was ich fühle und warum, ohne hören zu müssen, dass es anderen schlimmer geht oder das alles schon irgendwie wieder wird. Manchmal möchte ich, dass jemand da ist, der bei mir sitzt, zuhört und mir eine Schulter leiht. Manchmal...


Wolkentänzerin

Montag, 1. April 2013

Irre

Was genau habe ich mir eigentlich gedacht? Was genau denke ich überhaupt? Gibt es etwas auf der Welt, das ich zu wissen scheine?
Es existieren so unendlich viele Rätsel, die mich unter ihnen vergraben. Ich finde keine Lösung, keinen Ansatzpunkt, ich verschwinde unter den Massen meines Lebens.
Ich vegetiere vor mich hin, finde keine Aufgabe, doch weiß ich nicht, dass ich unbedingt etwas tun muss? Dass mir die Zeit wegläuft und ich endlich auf die Füße kommen muss, weil ich sonst ins Bodenlose falle?
Ja, ich rede mir meine Welt schön. Ich tue so, als ginge es mir gut, als hätte ich keine Angst und als wäre mir alles egal. Nur ist das nicht so. Mir durchfährt Mark und Bein, wenn ich daran denke, dass ich schon bald allein sein werde. Meine Familie fort.
Auch das ist eine Lüge. Denn sie hat mich schon lange verlassen, hat sich in Sicherheit gebracht, weil sie mit mir nicht mehr klar kamen. Ist ihnen das zu verdenken? Ich denke nicht! Es war abzusehen, dass sie sich in Sicherheit bringen würden, dem Abstand förmlich hinterherjagen würden. Die Schuld wird natürlich wieder bei mir abgeladen, ich habe mich schließlich nicht genügend gemeldet, bin nicht oft genug angekrochen gekommen.
Die Fäden meines Lebens laufen erneut zusammen, die Vergangenheit versteht sich darin, mich wieder heimzuholen.
Ich sollte froh sein, sollte mich glücklich schätzen. Diese Gefühle kommen aber nicht bei mir an. Auf meinem Schreibtisch liegt eine kleine Schachtel. Schon vor einiger Zeit hatte ich vor, sie einfach wegzuwerfen. Doch dann ging ich in die Klinik und kam vollends darüber hinweg.
In der "Klinikzeit" habe ich sie nicht benötigt. Je länger ich wieder hier bin, zurück bin, desto stärker kehrt der Druck zurück. Das Bedürfnis, mich fühlen zu wollen, mich bestrafen zu wollen.
Immer häufiger stelle ich mir die Frage, wie lange kann ein Mensch so tun, als wäre er gesund, obwohl er sich innerlich wie gefangen, wie verloren, wie absolut fremd fühlt.
Wie lange kann ein Mensch gut genug schauspielern, ohne sich dabei am Ende komplett zu verlieren.
Ich habe die Orientierung verloren, mir ist schleierhaft wohin ich mich bewege und aus welcher Motivation heraus ich Dinge tue.

Wer oder was bin ich?

Wolkentänzerin

Sonntag, 31. März 2013

Ich mache Schluss!

Es ist aus! Aus und vorbei! Ja, du hast richtig gelesen, ich beende diese Beziehung zu dir.
In der letzten Zeit ist mir immer mehr bewusst geworden, dass ich dich loswerden möchte. Denn ich kann mich nicht frei entfalten, mit dir an meiner Seite.
Es tut mir nicht leid, dich so wegschicken zu müssen, da du mir einfach nicht guttust. Du ruinierst quasi mein Leben.
In der Vergangenheit habe ich schon so viele Dinge und Hobbies für dich aufgegeben, habe mich dir gänzlich hingegeben. Das hört ab sofort auf. Ich werde die Sachen, die mich an dich erinnern, wegwerfen - ich schaffe Platz für jemand anderes.
Sieben Jahre sind gewiss eine wirklich lange Zeit, wir kennen uns seit ich zwölf bin, sind also wirklich eine weite Strecke zusammen gelaufen.
Aber ich möchte dich nicht mehr als Begleiter, du raubst mir meine letzte Kraft, meinen letzten Nerv. Ich bin wirklich ausgebrannt und schlapp. Dabei habe ich so viele wichtige neue Herausforderungen zu meistern, die du übrigens auch alle immer schlecht zu reden weißt. Pack deine Sachen und verschwinde - SOFORT!

Liebe Depression, es ist aus!

Wolkentänzerin

Freitag, 22. März 2013

Spürst du sie?


Deine Seele?

Wolkentänzerin

Sprung

Ich stehe auf der Plattform, schaue fünf Meter hinab in den Abgrund. Hinter mir eine Treppe, die mich sicher auf den Grund zurückführen könnte.
Mein Blick verharrt auf der mir dargebotenen Aussicht. Fünf Meter in den Abgrund hinab. Soll und will ich wirklich springen? Es riskieren?
Meine Angst schnürrt mir die Kehle zu, ich bin gehemmt. Habe ich deshalb keine freie Wahl, keine eigene Entscheidung mehr?
Sollte das so funktionieren? Weil ich Angst habe, habe ich nicht mal mehr eine Wahl? Ich erkunde erneut die Tiefe mit meinen Augen und erkenne, ich kann springen - trotz Angst.
Der Trick liegt darin, sie zwar wahrzunehmen, doch sie nicht weiter zu beachten.

Ich nehme meinen gesamten Mut zusammen und springe. Schnell komme ich dem Boden näher, fühle das Bauchkribbeln, das Adrenalin. Da ist sie wieder, die Sorge. Aber was soll ich jetzt noch tun? Ich bin bereits in der Luft.
Und dann ist es vorbei, ich gleite in das Wasser hinein, spüre die Kälte, die Wellen, die Erleichterung.

Mir ist nichts passiert. Ich habe meine Angst besiegt. Sie hat mich in meiner eigenen Wahlentscheidung somit nicht eingeschränkt. Denn ich habe sie in die Schranken verwiesen - ich lebe auf meine Weise und kann mich quasi selbst bekämpfen.

Angst soll uns bewahren, soll uns vor Gefahren, Verletzungen und Tod bewahren. Aber wenn ich meine eigene Kleinmut überdenke, dann sind diese drei Faktoren nicht immer der Auslöser für dieses Gefühl. Vielmehr ist es meine eigene Erinnerung, die diese Emotion in mir aufkeimen lässt. Eine ähnliche Situation, ein Modell, aus dem heraus sie sich entwickelt hat. Ein Muster, nach dem ich gelernt habe zu handeln.

Natürlich könnte ich sagen: "Naja, sie hat schon einen Sinn. Sie ist nicht ohne Grund hier. Ich behalte sie". Aber so ist es eben nicht: ich bin es leid mit Angstzuständen durch mein Leben wandeln zu müssen, in den banalsten Situationen Furcht empfinden zu müssen. Ich bin es leid, mich dadurch einschränken zu lassen.
Ich möchte endlich stärker sein als diese verdammte Angst.
Jedoch bin auch klug genug, um zu wissen, dass das noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird, dass ich noch brauchen werde, bis ich das schaffe. Deshalb bin ich um so dankbarer, dass ich Menschen um mich herum habe, die mir helfen - einfach da sind. Danke!


Wolkentänzerin

Dienstag, 19. März 2013

Entscheidung - nicht meine

Jetzt habe ich alles getan, was ich hätte tun können - vorerst. Die Entscheidung liegt von nun an bei anderen. Mein Leben wird von anderen entschieden. Ein komisches Gefühl. Mir wird immer mehr klar, dass ich nicht im entferntesten frei bin oder es je sein werde. Denn ich werde mein Leben lang angewiesen sein auf die Entscheidugen meiner Mitmenschen.

Das war in meiner Vergangenheit schließlich genauso. Ich habe nicht entschieden, dass meine Eltern sich ständig gestritten haben, mein Vater und meine Brüder gewaltätig waren. Ich habe auch nicht entschieden, dass ich vergewaltig werde. Ich habe nicht entschieden, dass mein bester Freund Suizid begeht. Ich habe nicht entschieden, dass ich in der Schule Jahre lang gemobbt wurde. 

Aber was genau habe ich denn nun wirklich für mich entschieden? Ich habe ausgewählt, wo meine berufliche Zukunft hingehen soll. In welche Richtung ich mich bewegen möchte. Doch auch das war keine freie Entscheidung, eher eine zwanghafte. All die anderen Wege, bzw. der Pfad, den ich mir zurechtgelegt hatte, war für mich nicht mehr zu gehen. Daher musste ein anderer her.
Noch habe ich mich damit nicht abgefunden, denn ich bin wütend. Wütend darüber, dass andere Menschen schuldig sind, dass mein Leben nicht auf meine Weise verlaufen ist.

Ich bin zu lange schon selbstbestimmt und es nervt mich. Einerseits möchte ich endlich auf eigenen Beinen stehen, möchte mich entfalten, mich entdecken und mein Leben anfangen auf meine Art zu leben. Doch ich habe Angst vor dem, was da auf mich wartet. Habe Angst vor erneuter Ablehnung, Verletzung, Schuld.

Wobei das ziemlich dämlich ist, schließlich weiß ich, dass ich gut alleine klar komme, klar kommen musste und muss. Ich bin von klein auf eine Einzelkämpferin gewesen, habe alles versucht mit mir selbst auszumachen. Habe es geschafft meinen Weg, so gut es geht, zu gehen, obwohl mir so einige Hindernisse in die Quere gekommen sind.

Meine Eltern haben sich ein Haus gekauft, in das sie im Juni ziehen wollen. Nur steht dieses Haus nicht hier, sondern viele Kilometer entfernt von meinem Heimatort.
Da es für mich keine Option ist, mitzugehen, stehe ich vor der Aufgabe mir eine Wohnung zu suchen, einen Job, um die Wohnung finanzieren zu können.

Es hat sich so vieles verändert. Zu viel? Ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich eine gute Wellenreiterin. Und wenn nicht? Das werde ich sehen, wenn es so weit ist.

Was bleibt, ist das Wissen, dass ich alles Machbare getan habe und die Entscheidung nun nicht mehr meine ist..........ein wirklich schreckliches Gefühl, das mich an schlimme Zeiten erinnert...

Wolkentänzerin

Samstag, 16. März 2013

Wer...


                  ...zum Leben nicht "Ja" sagen kann, der sollte wenigstens sagen: "Naja".




Wolkentänzerin

Dienstag, 5. März 2013

Türme

Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen.
A. Bruckner

Wolkentänzerin

Dienstag, 26. Februar 2013

Und nun?

Ich habe Angst. Sehr große sogar. Ich habe Angst vor der Zukunft, vor dem was da kommen wird. Angst davor, zurück in die alten Muster, in die Starre, in die Wehrlosigkeit zu verfallen.
Glaubte ich schon, ich hätte all das hinter mir gelassen, hätte mein Leben absolut und einwandfrei im Griff. Naja, die Realität sieht leider anders aus.
Doch ich habe gelernt, dass ich daran arbeiten kann und letztendlich auch muss. Habe ich überhaupt eine andere Wahl? Vielleicht, aber diese Wahl möchte ich gar nicht erst in Betracht ziehen. Es soll nicht so werden, wie vor meinem Klinikaufenthalt, das wäre ehrlich gesagt, schrecklich und depremierend - also schrecklich depremierend, wenn wir es auf den Punkt bringen wollen.

Die letzten drei Monate waren gespickt von unendlich vielen wertvollen Erfahrungen. Ich durfte so faszienierende Menschen kennenlernen, Lebensgeschichten hören, die mich bis auf Äußerste betroffen gemacht haben und Momente erleben, die mir so unglaublich viel wert sind.
Ich habe viel über mich gelernt, musste mein Bild über mich verändern, auch wenn mir das noch immer nicht gänzlich gelungen ist, ich schätze, ich bin auf einem guten Weg.

In diesen drei Monaten musste ich auch lernen, dass ich meinen Weg ändern musste und muss. Der bisherige Weg ist mir abgeschnitten worden, bzw. habe ich ihn wohl selbst angeschnitten, erkannt, dass dieser nicht mein Weg ist. Meine Schritte gehen nun in eine komplett andere Richtung. Es fällt mir schwer ihn als meinen neuen gewählten Pfad anzunehmen, habe ich mir doch immer etwas anderes für mich zurechtgelegt gehabt. 

Somit stehe ich jetzt vor der Aufgabe, mir meine Zukunft zu gestalten, etwas zu finden, dass ich gerne tue und etwas, dass mich ausfüllt. Denn auch das habe ich gelernt: diese Leere, die ich empfinde, kann niemand anderes anreichern, als ich selbst.

Die Angst davor erstickt mich förmlich, soll ich aber versuchen, sie bloß hinzunehmen, sie wahrzunehmen und zu wissen, sie ist da, aber mehr auch nicht. Meine Angst mag größer sein, als bei gesunden Menschen, doch soll mich das nicht zu sehr einnehmen oder gar gefangen halten.

Ich möchte frei sein, mich entfalten, auf den Wolken tanzen dürfen...


Wolkentänzerin


Montag, 25. Februar 2013

Der zerbrochene Kugelschreiber

Meine Therapeutin nahm in der letzten Sitzung einen Kugelschreiber in die Hand und sagte: "Wenn ich ihn zerbreche, können Sie ihn wieder zusammensetzen?" Ich überlegte und sagte, mit Hilfe vielleicht. Sie wiederholte ihre Frage einige Male und fügte hinzu, ob es mir denn möglich sei, ihn exakt so wieder zu reparieren, wie er gewesen wäre.
Ich wusste nicht so recht, was ich darauf erwidern sollte und sagte bloß, dass ich ihn bestimmt irgendwie wieder zusammenbauen könnte.
Meine Therapeutin sagte, dass eben genau das mein Problem sei. Ich hätte immer noch die Hoffnung und auch Erwartung, dass mein Leben wieder normal würde, ich wieder normal würde. Doch das wird es nicht.
Ich bin quasi ein zerbrochener Kugelschreiber, der anders aussieht, eine Sollbruchstelle besitzt.  Aus anderen Teilen besteht, als normale Kugelschreiber.
Das einzige, was ich jetzt tun kann, ist lernen damit zu schreiben, ihn anders zu halten, damit er nicht wieder zerbricht.
Aber hey, er schreibt noch! Das ist doch schon mal etwas...

Wolkentänzerin

Mittwoch, 20. Februar 2013

Alles neu!

Mein Leben ist anders. Nichts ist wie vorher. Ist das gut? Ich weiß es nicht. Doch es gibt keinen Weg zurück. Das ist vielleicht der Knackpunkt - ich kann nicht zurück. Es fühlt sich gut an, trotzdem ist da wieder diese wohlbekannte Angst. Die Angst davor, dass wieder etwas Negatives passiert. Eben die Angst, die immer kommt, wenn es mal gut läuft.
Ich soll sie einfach hinnehmen, sie regestrieren, aber mehr nicht.
Es wartet ein großes Stück Arbeit auf mich und niemand hat gesagt, dass es simpel werden wird, denn das, und da bin ich mir sicher, wird es ganz und gar nicht.

Ich nehme die Herausforderung an, denn die Alternative ist keine Alternative mehr - zum Glück...

Wolkentänzerin

Samstag, 2. Februar 2013

Still alive


Well I remember when we were young
And you said that I was done
Well I walked the long boulevard
My head hangin' down
And the word out on the street
I was back up on my feet
I was fighting the same old wars
Had to even up the scores
(Chorus:) And I'm still alive and I will survive
I can take what life's got to give
Just need a little time
And I'm still alive, talkin' that same ol' jive
I can handle what comes my way
Just gimme another day
And the times have changed my friend
I'll be here to the bitter end
With a guitar in my hand
I stand a little taller
And I've been to hell and back
I ain't fallin' off this track
From the back to the front page
From the gutter to the stage
(Chorus:) And I'm still alive and I will survive
I can take what life's got to give
Just need a little time
And I'm still alive, talkin' that same ol' jive
I can handle what comes my way
Just gimme another day

And from town to town I roam
Take me so very far from home
And I woke up one summer day
And I fell in love
And the times have changed my friend
I'll be here to the bitter end
And I'm here to make my stand
With a guitar in my hand
(Chorus:) And I'm still alive and I will survive
I can take what life's got to give
Just need a little time
And I'm still alive, talkin' that same ol' jive
I can handle what comes my way
Just gimme another day

Wolkentänzerin