Samstag, 6. Oktober 2012

Narben

Jeder Mensch besitzt Narben. Der einzige Unterschied besteht darin, dass manche Narben eher zu sehen sind als andere; kommen die inneren schießlich nur sehr selten ans Tageslicht. Von vielen wissen wir nicht mal, dass sie vernarbte Stellen besitzen, zu gut überdecken sie diese.

Meine Oberarme und Beine sind übersät mit vielen Narben. Ich habe sehr helle Haut und so hinterlässt eine jede verheilte Wunde eine tiefrote breite Linie. Unzählige solcher Linien durchziehen meine Haut und jede erzählt eine eigene Geschichte.

Um ehrlich zu sein, ich möchte gar nicht wissen, wie viele innerliche Narben ich besitze. Welches Lebensereignis was für eine tiefe Wunde verursachte, von der nur noch die Narbe zu sehen ist. Wobei das auch nicht der Wahrheit entspricht, denn einige Wunden, die ich mir vor Jahren zuzog, sind immer noch nicht verheilt.

Doch es ist kein Geheimnis, dass jeder von uns Narben mit sich herumträgt. Niemand geht über diese Erde ohne sich auch nur einmal einen Schaden zuzufügen.

Narben sind jedoch auch Mahnzeichen. Sie erinnern an vergangene Fehler, an schlimme Situationen und sollen uns davor schützen, nochmal solche zu begehen oder in jene Situationen erneut zu gelangen. Ob sie ihren Nutzen jedes Mal erfüllen, ist wahrscheinlich zweifelhaft.

Festzuhalten ist nur, jeder von uns besitzt Narben, einige sind zu sehen und einige nicht. Aber keiner bleibt davor bewahrt.


Wolkentänzerin

Kommentare:

  1. Doch die Narben der Seele sind die, welche schwerer wiegen. Und manche brechen immer wieder auf...

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  2. Narben müssen aber doch nicht immer nur negativ angehaucht sein, oder? Ich kenne Menschen, deren Charakterzüge irgendwie auch gut zu Ihren Narben passen & sie damit einzigartig & auch "schön" erscheinen. Nein einen Harry Potter meine ich nicht- aber schon einen Clint Eastwood mit all seinen Falten, Furchen & Narben..auch das hat was, oder?

    Liebe Grüße vom Freizeitcafe-Team! Dein Banner steht noch & wird oft geklickt, was mich sehr freut! ;-) Schau auch Du mal wieder rum. Chris

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  3. Auch ich besitze Narben und habe gelernt, damit zu leben. Als Kind sexuell missbraucht und in der Schule gemobbt. In der Opferrolle gefangen.... sehr lange. Als meine Tochter gleich nach der Geburt verstarb, wurde wieder bei mir die Ursache gesucht. Dies geschah mit 30 Jahren und von da an, hat sich das Blatt gewendet und ich wurde zur Kämpferin. Heute 44, Mutter von 2 tollen Jungs, lebe ich mein Leben. Ich mag mich und akzeptiere meine Geschichte. So wie ich heute bin: anständig, ehrlich, selbstsicher, hilfsbereit, u.v.m ist die Folge meiner Erlebnisse. Keine Ahnung was ich für ein Mensch wäre, ohne diese Ereignisse. Und jawohl, ich lobe, belohne und liebe mich und sage das auch. Liebe Wolkentänzerin ich wünsche Dir auf Deinem Weg viele Engel die Dich begleiten und umarmen. Du schaffst es!!!!

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  4. In einem Lied heißt es "...aus Wunden werden Narben und die halten dann...". Ich habe körperliche wie auch seelische Narben und ich kann nur hoffen sie halten. Dennoch sind sie immer da und erinnern mich an nicht erfreuliche Situationen und ich hätte sie nicht wirklich haben mögen.

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  5. Menschen haben an den überraschensten Stellen Narben.
    Sie sind so etwas wie geheime Straßenkarten ihrer persönlichen Geschichte, ein Diagramm alter Verletzungen.
    Die meisten Wunden heilen und es bleibt nichts weiter als eine Narbe zurück.
    Manche jedoch heilen nicht.

    Manche Verletzungen tragen wir ständig mit uns herum, auch wenn sie schon lange her sind, halten die Schmerzen an.

    Was ist schlimmer: Die neuen Wunden die so unglaublich schmerzhaft sind, oder die alten die vor Jahren schon verheilen sollten.

    Vielleicht haben uns unsere alten Wunden etwas zu erzählen.
    Sie erinnern uns daran wie wir damals waren und was wir überstanden haben.
    Sie lehren uns was wir in der Zukunft vermeiden sollen, zumindest hätten wir das gern, aber leider ist das nicht so, oder?

    Es gibt Dinge die müssen wir einfach immer wieder durchmachen, immer, immer, immer wieder!

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