Mittwoch, 3. Oktober 2012

Mobbing

Mit diesem Post möchte ich ein Thema ansprechen, das für mich eine besondere Wichtigkeit besitzt. Ich habe die leise Hoffnung, dass es vielleicht gerade Dich zum Nachdenken verleitet und auch Du anfängst dagegen an zu kämpfen.

Wovon ich überhaupt rede?

Nun ich rede von Mobbing, eine der schlimmsten Formen von psychischer Gewalt. Mobbing richtet bleibende seelische Schäden an und ist unendlich grausam. Es vernichtet den Betroffenen und schränkt ihn sehr in seiner ganz persönlichen Entfaltung ein, hindert ihn daran sich frei zu entwickeln und zu verwirklichen.
Der Betroffene, das Opfer, fängt an seine eigene Persönlichkeit zu hinterfragen, zweifelt an seinem Wert und verliert das Selbstbewusstsein.

Das Wort Mobbing kommt von dem englischen Substantiv "mob" und bedeutet im Grunde nur die Bande, der Pöbel, sprich eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Die Übersetzung mit "Pöbel" trifft das Phänomen Mobbing ziemlich exakt, so lässt sich Mobbing mit anpöbeln übersetzen. Die Masse der Gleichgesinnten greift eine Person ihres Umfeldes an, die nicht der Norm zu entsprechen scheint.

Oftmals sind diese herausgepickten Personen leichte Ziele, wissen nicht, wie sie sich schützen sollen, Außenstehende der Gesellschaft, Einzelgänger und Seelen, deren Selbstwertgefühl generell schon Richtung Null geht. Solche armen Seelen werden ausgewählt, um Opfer von fiesen Attacken zu werden. Nur weil sie sich anders verhalten, das Leben auf ihre Weise leben.

Ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren, habe erlebt, was Mobbing bedeutet. Mich nannte man das "abtörn-Girl". Vermeintliche Freunde begangen Intrigen zu spinnen und ich geriet in den Strudel des Selbstzweifels.

Die schwerwiegenden Folgen von Mobbing sah ich auch vor einiger Zeit, als ich eine Reportage auf dem WDR sah, sie hieß Lucas letzter Brief. So hatte sich ein junger Mensch das Leben genommen, auf Grund von Mobbing in der Schule. Die Mitschüler, die ihn dazu "getrieben" hatten, empfanden keinerlei Schuld, waren überzeugt davon, dass sie richtig gehandelt hatten.

Ich möchte an dieser Stelle bloß an Dich, an Dein Mitgefühl, an Deine Liebe und nicht zu vergessen, an Deine Vernunft anppellieren.
Denn wie kann ein Mensch Opfer von Anfeindungen werden, weil er den vorherrschenden Normen nicht entspricht? Wieso existiert das Bild, dass alle gleich sein müssen? Wieso werden so interessante Individuen in ihrer Entwicklung derart eingeschränkt und mitunter auch zerstört?
Gib doch auch Du jeder Seele dich Chance, sich frei entfalten zu können ohne Angst vor Vorurteilen und Anfeindungen haben zu müssen.
Denn hat ein Mensch schon einen Menschen, der zu ihm hält, ihn so nimmt, wie er ist, verringert sich die Gefahr, dass diese Seele eventuell den Tod wählen könnte, weil sie denkt, nicht auf diese Welt zu passen.

Also bitte hilf mir, dass diese Welt zu einem schöneren Ort wird und mach Dich stark gegen Mobbing!


Wolkentänzerin

Kommentare:

  1. Mobbing ist in unserem Alltag zur sozialen Pest geworden. Ob es um illegale Kündigungen, Schikane am Arbeitsplatz oder Verletzung der Würde des Menschen geht, Mobbing hat unser sozailes Gemeinwesen zerstört.

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  2. Toller Post!

    Finde ich Klasse. Kenne dieses Thema leider auch.

    Es gibt heute sogar Arbeitgeber die ihre Führungskräfte schulen das bei bestimmten Mitarbeitern anzuwenden, was meiner Meinung nach bestraft gehört.

    Aber leider immer noch eine Grauzone. Der Betroffene zweifelt, denkt er hätte etwas falsch gemacht, sei am Ende wohl selbst Schuld und gerät schnell in einen zerstörerischen Strudel aus dem man nur sehr schwer alleine wieder herauskommt. Deshalb allen Betroffenen den Rat, professionelle Hilfe aufsuchen!

    Ich wünsche jedem nicht Opfer von Mobbing zu werden.

    Gleichzeitig mein Appell, lasst Mobbing nicht zu und treten beim heißesten Verdacht jemand würde in eurer Umgebung gemobbt helfend zur Seite oder bietet eure Hilfe an.

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  3. Toller Post, der mir aus dem Herzen spricht! =) Ich musste mit dem Thema leider auch so meine Erfahrungen machen - und die waren gar nicht schön...

    Mobbing gehört hart bestraft, es kann ganze Leben und Existenzen zerstören und sollte von daher viel mehr verfolgt und geahndet werden...

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  4. Mobbing ist wirklich fies & unnütz! Warum tun Menschen sowas? PS: Ich finde es toll was Du so alles hinterfragt und wirklich sehr poetisch aufbereitest hier. Hab von Deiner Intention dahinter soeben im Freizeitcafe gelesen & musste Dich deshalb sofort mal ganz neugierig hier besuchen. LG von einer gewiss(!) neuen Stammleserin, die Hilde (habe auch im Leben so einiges durchmachen müssen).

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  5. Toll geschreiben, aber - wie Du auch schreibst - als erstes müssten Täter und Unbeteiligte verstehen was sie anrichten, denn was für sie möglicherweise nur ein harmloser Spaß ist, kann sich aus Sicht des Opfers ganz anders anfühlen.

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  6. Mobbing wird immer häufiger in unserer Gesellschaft. Ich hatte in meiner Jugend auch Probleme damit, weil ich eben nicht so war, wie andere es wünschten, oder glaubten, wie ein Mensch zu sein hat. Einer Norm entprechend, doch die gibts nicht. Zum Glück. Jeder ist ein Einzelstück. Das sollten sich viele bewusst werden lassen. Da könnte ich einen ganzen Roman schreiben ...

    Es ist eine schlimme Sache. Seit ein paar Jahren habe ich immer ein gutes Team um mich rum, Mobbing kam nicht mehr vor, deswegen hoffe ich, dass die Menschen langsam mal erwachsen werden.

    Liebe Grüße,
    Nati

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  7. Hiermit verleihe ich Dir den Blogeward
    http://lokalzeitjunkie.blogspot.de/

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  8. Du hast es mehr als perfekt auf den Punkt getroffen.
    Ich bin selbst Opfer von Mobbing gewesen/bin es teils noch und habe bleibende psychische Schäden davongetragen.
    Das traurige ist, dass viele Schulleitungen die Folgen davon totschweigen.

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  9. ein sehr schöner beitrag, liebe wolkentänzerin :-)

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  10. Ich muste als Kind leider auch die Erfahrung machen. Das war in der dritten Klasse. Es war furchtbar, denn die ganze Klasse hat sich auf einmal gegen mich verschworen. Kinder können meißt grausamer sein als Erwachsene, denn sie können die Folgen ihrer taten noch nciht nachvollziehen. Tja und die Lehrer haben weggeschaut. Es wurde so schlimm, dass sie sogar physische Gewalt angewendet haben.
    Meine Eltern haben zu dieser Zeit super reagiert. :)

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  11. Liebe Wolkentänzerin,
    ich habe deinen Artikel mit einem traurigen Herzen gelesen. Nicht in die Norm der Gesellschaft zu passen ist mir leider nicht unbekannt. Ich sehe es als ein Problem welches leider noch viel mehr zunehmen wird. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem traurigen Wandel. Es wird leider schon für einige Generationen unserer Gesellschaft immer normaler schlimme Schimpfworte in den normalen Sprachgebrauch zu übernehmen und daher verfallen Werte wie Anstand, Höflichkeit und Toleranz. Leider sind wir alle in der Gesellschaft dafür verantwortlich, da wir sehr oft nicht früh genug einschreiten. Die Folgen daraus werden wir noch sehr lange und viel heftiger erleben.

    Lieben Gruß, Pam
    http://schlaflosinessen.blogspot.com/

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  12. Hey Wolkentänzerin :)
    Ich verfolge deinen Blog schon seit längerem gerne und lese auch gerne deine Posts. Super Blog!
    Deshalb war ich so frei, dich in der Liste meiner Liebsten Blogs zu erwähnen:
    http://dieschoenstenromanewerdenerlebt.blogspot.de/p/ein-bisschen-was-uber-mich.html

    Liebe Grüße, eva

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  13. Hey Wolkentänzerin,
    Dein Post stimmt einen einerseits traurig, andererseits will man etwas ändern. Vielleicht ist es ein Anfang, wenn wir möglichst viele dazu bringen, dagegen anzugehen, und auch selber bewusst, respektvoll und wertschätzend mit Anderen umzugehen. DANKE für Deine Anregung! Und sei nicht traurig, denn: Du bist ein wunderbarer Mensch! Egal, was böse Menschen sagen. Lach es weg!

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  14. habe mir mal endlich deinen blog angeschauen und bin dann auf dieses thema gestoßen.
    tatsache ist, dass ich in einer grundschule arbeite und jetzt rate doch mal womit ich es zu tun habe.
    um es klar zu sagen: es ist ein permanenter kampf den kindern ihr eigenes verhalten bewusst zu machen, den mobbern und den gemobbten.
    man weiß erst zwei bis drei jahre später ob die arbeit früchte trägt.

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  15. "Statement der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan, gegen Mobbing/20.08.2012: „Starke Frauen weinen heimlich“, so lautet der Refrain in einem alten Schlager. Viele Menschen, die von Mobbing betroffenen sind, kennen diese Erfahrung. Man geht davon aus, dass rund zwei Drittel der Opfer Frauen sind, die – auch das ist interessant – oft von anderen Frauen gemobbt werden. Wie sich Mobbing äußert und was als Mobbing empfunden wird, ist von Fall zu Fall ganz unterschiedlich und hängt auch von der Sensibilität der Betroffenen ab. Mancher glaubt vielleicht zunächst an einen Zufall, wenn er von Kollegen nicht mehr gegrüßt wird oder plötzlich aus einem wichtigen Emailverteiler gestrichen wird. Vielfach wird versucht, das Opfer in die soziale Isolation zu treiben und es an seinen eigenen Wahrnehmungen zweifeln zu lassen. Oft steigert sich das Mobbingverhalten bis hin zu massiven Schikanen oder gar körperlicher Gewalt.
    Mobbing existiert im Übrigen nicht nur im Berufsleben, auch in der Schule, im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft kann gemobbt werden.
    Mobbing ist alles andere als ein „Kavaliersdelikt“, die Opfer erleiden vielfach schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen bis hin zu Depressionen und Suizid-Gedanken. Und auch der volkswirtschaftliche Schaden durch Mobbing ist immens. Mobbing entsteht oft durch Vorurteile – weil Menschen anders sind, eine andere Nationalität haben oder behindert sind. Hier sind wir alle gefordert. Im Grundgesetz heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ In diesem Sinne dürfen wir nicht schweigen oder wegsehen, wenn Menschen in unserer Umgebung gemobbt werden. Wir müssen erkennen, dass Vielfalt eine Gesellschaft bereichert. Lassen Sie uns nicht übereinander sondern miteinander reden. Dafür setze ich mich ein." Quelle: www.mobbing-web.de

    MfG
    Klaus-Dieter May
    Pro Fairness gegen Mobbing
    Wir fordern ein Anti-Mobbing-Strafgesetz!

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  16. Nur zu gut kenne ich das Thema - und es hinterläßt schlimme Gefühle, die wohl nie wieder weggehen werden. Da helfen auch keine schlauen Sprüche wie "Du hast es ja zugelassen"...man kann sich tatsächlich überhaupt nicht wehren.
    Ein Teil meiner Lebensqualität ist unwiederbringlich verloren. Danke an die lieben Kolleginnen, das war wirklich ganze Arbeit! Und danke, lieber Chef, daß Du sie so fleissig unterstützt hast. Und spezieller Dank an meinen Arbeitgeber, der das auch noch toleriert.
    Sorry, aber Zynismus ist das einzuige, das mich am Ausrasten hindert...

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