Sonntag, 21. Oktober 2012

Heute

Ich habe Dich heute besucht, wollte sehen, wie es dir geht. Wobei das Quatsch ist, denn wird mir diese Frage zu meinen Lebzeiten nicht mehr beantwortet werden. Nur den Glauben daran, dass es Dir gut geht, Du deinen Frieden gefunden hast, kann ich festhalten.
Die Sonne hat sich heute von ihrer besten Seite gezeigt und deine Ruhestätte mit einem goldenen Glanz erfüllt. Die Bäume um dich herum zeigten die schönsten Farben, die die Natur zu bieten hat.

 Lange konnte ich nicht bei Dir bleiben, zu sehr schmerzt es innerlich. Auch, wenn alles so friedlich, so wundervoll ausgesehen hat, Du bist tot und das kann ich mir auch nicht schön reden. Weißt Du, ich hätte mich gerne einfach unter einen Baum gelegt und die Natur genossen. Ich möchte so gerne vor meinem Leben, vor der Verantwortung, die ich trage, flüchten. Würde gerne eine Auszeit vom Leben nehmen und alles aus einer anderen Perspektive betrachten. Meinen Seelenfrieden finden und ihn mir für immer bewahren.
Und ich hoffe inständig, dass Du, lieber D*****, ihn gefunden hast.



Wolkentänzerin

Kommentare:

  1. ...ich kann leider auch nicht sagen ob es dort, wo ich nicht war, besser ist als hier. Ja, ich kann nicht mal sagen ob es überhaupt ein drüben gibt, drüben, diese unbekannte Welt.

    Dennoch hoffe auch ich es mag dieses Paradies geben und die lieben Menschen und auch Tiere die von mir gegangen sind mögen dort sein und eine gute Zeit haben und lächelnd zu mir blicken...

    ...zumindest wenn ich es mir so vorstelle habe ich ein besseres Gefühl in mir....

    .........wenn auch der Schmerz und der Verlust immer bei mir bleiben werden habe ich dennoch mit der Zeit gelernt die Schönheit in der Welt und im Leben zu sehen, auch da ich sagen kann, die welche nicht mehr sichtbar sind erwarten es von mir....

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  2. Meine Tochter wäre am 11.Oktober 14-jährig geworden. Irgendwann habe ich das Schicksal akzeptiert und aufgehört nach dem WARUM zu fragen. Seitdem geht es mir bedeutend besser. Mach doch eine Therapie! Es gibt so viele Menschen, die Dir helfen können und wollen. Es ist allein Deine Entscheidung und sorry, man kann auch ein lebenlang in Problemen rumsuhlen, wie ein Schweinchen im Dreck. Die Wahl hast nur DU!

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    1. Ich mache eine Therapie. Das Schreiben hilft mir nur einfach.

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    2. Und das ist auch gut so, Wolke! Dass man über seine Trauer, seinen Schmerz, seine Probleme, Ängste etc. schreibt, hilft einem eben. Ich habe nach dem Tod meiner Tochter und meiner Frau über 300 Gedichte und Texte geschrieben. Und es hat dazu geführt, dass ich mich stets ein wenig besser fühlte. Mit "in seinen Problemen herumsuhlen" hat das gar nichts zu tun. Dazu kann so etwas im Extremfall führen, wenn man perverserweise seine "Probleme" auf eine gewisse Art "liebgewonnen" hat. Das Perverse liegt dabei in der Psyche - und da sind wir nicht immer "Herr (oder natürlich Frau) im eigenen Haus.

      Mir gefällt Dein Text; ich finde vieles von mir selbst darin wieder!

      Wünsche Dir eine schöne Woche
      Drago

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  3. Deine Zeilen berühren mich sehr und ja, Schreiben hilft! Danke, dass du deine Gedanken und Gefühle mit uns teilst.

    Ich komme wieder...

    Mit lyrischen Grüssen

    Samgar

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  4. Liebe Wolkentänzerin, zuerst mal sorry, dass ich immer anonym schreibe. Ich weiss es gibt Leute, die ich gut kenne, die Deinen Blog lesen. Jedem seine Geheimnisse.....
    Bin sehr froh zu lesen, dass Du eine Therapie machst. Ich kenne Dich nicht und doch geht mir Dein Leid, Dein Schicksal sehr, sehr nahe.
    Wie Du liest: Dir ganz fremde Personen mögen Dich, ohne Dich richtig zu kennen. Ich wünsche mir: Irgendwann einen fröhlichen, aufgestellten Beitrag von Dir zu lesen, dass ich weiss, endlich geht es ihr gut!

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  5. Ja, Schreiben hilft, das kann ich nur bestätigen. Irgendwie bringt es alles in eine bessere Ordnung. Und es macht die kleine Welt in mir etwas größer, indem sie sich nach außen öffnet. Mir gefallen deine Texte. Und wenn dir das Schreiben gut tut, dann ist es auch das Richtige für dich. Weiter so!

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