Sonntag, 7. Oktober 2012

Ein Brief...

Lieber *****,

ich habe mich dazu entschieden, dir einen Brief zu schreiben. Im Grunde bist du zwar keine einzige Zeile wert, denn du hast mein Leben derart ins Wanken gebracht und mein Wesen auf eine solche brutale Weise verändert, doch muss ich meinen Weg weiter gehen - ohne dich!

Ich verabscheue dich für das, was du vor fünf Jahren getan hast. Du hast mir meine Lebenssicherheit genommen, seitdem wandle ich mit Angst und Vorurteilen durch mein Sein. Nachts kann ich nicht allein auf die Straße gehen, weil ich das Schlimmste befürchte. Deinetwegen kann ich kaum noch Nähe zulassen, bin so eingeschränkt in meiner Handlungsweise. Es ist deine Schuld, dass ich nun so bin, wie ich bin - eingeschränkt, verängstigt und einsam. Es ist deine Schuld, nicht meine!

Jede Nacht wiederholt sich in meinem Kopf das, was du mit mir gemacht hast. Jede verdammte Nacht. Dauernd habe ich Flashbacks, weil ich Männer sehe, die dir ansatzweise ähneln, weil ich Bilder sehe, die mich erinnern, weil ich in meine Vergangenheit zurückgeworfen werde, durch was auch immer. Ich habe durch dich höllische Schmerzen, einen innerlichen Schmerz, der mir jegliche Kraft, jeglichen Lebenswillen aussaugt. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Durch deine Tat will ich sterben, ich will nichts mehr davon spüren. Es passiert in meinem Kopf, das weiß ich, aber es ist so ekelhaft real. Wieso ich das immer noch nicht abschließen konnte? Weil diese Wunde immer und immer wieder aufreißt, weil es mich in meinen Grundfesten erschüttert hat, weil es meine Sicht auf das Leben verändert hat, weil ich nicht damit gerechnet habe, weil ich es nicht verstehen kann, weil ich damit einfach nicht leben kann, weil es das mit Abstand schlimmste Ereignis war, das ich bis jetzt erleben musste. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Schließe ich meine Augen, sehe ich deine abscheuliche grinsende Fratze. Ich höre die drohenden Worte, höre, was du von mir verlangst. Ich möchte vergessen, möchte neu anfangen. Möchte unbeschwert sein, ohne einen einzigen Gedanken an dich zu verschwenden, ohne diese Bilder in meinem Kopf. Ich möchte vergessen, einfach vergessen. Am liebsten würde ich mich jedoch vergessen, nichts mehr spüren, dich nicht mehr fühlen müssen. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Ich hasse dich dafür, dass du mein Leben zerstört hast. Nein bedeutet nein! Du hattest nicht das Recht und du hast es auch nicht verdient gehabt! Ich war nicht dazu verpflichtet, dir das zu geben! Ich hasse dich dafür, dass ich nicht damit abschließen kann. Du warst älter, du hättest wissen müssen, dass man das nicht tut! Ich hasse dich dafür, dass ich mir immer noch die Schuld für all das gebe. Dass ich mich frage, ob ich wohl die einzige geblieben bin. Ich hasse dich dafür aus tiefstem Herzen, auch dafür, dass ich mir wünsche, du hättest deine Hände einfach etwas stärker zugedrückt, hättest sie nicht von meinem Hals genommen, sondern mich damit erwürgt. Ich hasse dich für diese Gedanken. Ich hasse dich, weil ich mich seither aufs Äußerste verabscheue und hasse. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Wie kommst du auf die Idee, dass wir es nochmal versuchen sollten? Wie kannst du so dreist sein und solche Äußerungen von dir geben? Ich habe mir so lange vorgestellt, was ich tun würde, wenn ich dir irgendwann nochmal begegnen würde und du gibst sowas von dir. Ich bin wütend, weil du immer noch so unendlich viel Macht über mich verfügst, zu Unrecht. Das sollte so nicht sein, aber ich bin gefangen. Gefangen in meinem 14jährigen Sein, zumindest, in der Hinsicht. Du hast mir so viel von meinem Leben weggenommen, so viel von mir. Es ist deine Schuld, nicht meine!

*****, du hast mein Leben versaut und DAS werde ich dir nicht verzeihen können. Auch wenn ich mich dafür hasse, dass ich es tue. 

Es ist deine Schuld - nicht meine!
 Wolkentänzerin, alias *****

Kommentare:

  1. Gut! Sehr gut! Schrei es raus!
    ER ist es SCHULD!!

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  2. Richtig so, Liebes.
    Lass es raus!
    ER IST SCHULD!

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  3. Starker Tobak...
    Immer weiter so und raus damit!

    Gruß L.

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