Freitag, 7. September 2012

Seifenblase


Früher als Kind haben mich Seifenblasen fasziniert. Sie waren so leicht zu erschaffen, flogen mit einer solchen Leichtigkeit über die Erde und schillerten in wundervollen Farben. Ihr Weg führte sie weg von dieser Erde, hinauf in den Himmel, an einen besseren Ort.

Doch nur ein kleines Hindernis, eine kleine Spitze und sie zerplatzten. Sie fielen in sich zusammen und die Seifenlauge zurück auf den Boden.


Immer wenn ich ein Kind sehe, dass gerade eine Seifenblase durch reine Atemluft erschafft, stelle ich mir vor, um mich herum würde sich eine derartige Blase bilden und mich langsam in Richtung Himmel schicken.

Oft bin ich in Gedanken auf dem Weg nach oben, losgelöst von dieser Erde; dem Himmel zu treibend.
Dann jedoch kommt ein spitzer Gegenstand und ich falle zurück auf den Boden der Realität.

Ich kann mich nicht wegwünschen, mir nicht einfach vorstellen nicht mehr hier auf der Welt zu verweilen. Es ist mein Leben, meine Entscheidung. Was fange ich damit an?

Bin ich so naiv zu denken, dass durch den endgültigen Schritt alle meine Sorgen verflogen wären? Wie kann ich mir sicher sein, dass es dort oben besser ist? Niemand kam bisher zurück, den ich fragen könnte.

Manche Fragen habe ich aufgehört zu stellen, nicht weil ich Angst habe, mich könnte jemand darüber belügen. Sondern, weil ich Angst habe, jemand könnte mir die Wahrheit darüber sagen.

Es gibt keine Garantie auf das, was ich mir wünsche, was ich mir von dort oben erträume. Es gäbe kein Zurück mehr.
Ich möchte frei sein, doch was ist, wenn ich dort oben gefangener bin, als hier unten?

Ist es das Risiko wert?


Wolkentänzerin

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