Samstag, 29. September 2012

Gedicht

Der Regen gegen meine Scheibe klopft,
an meiner Tränen Stelle hinunter tropft,
er sich seinen Weg stetig bahnt,
und vor dem nächsten Sturme warnt.

Die Sonne sich bloß noch versteckt,
und die Katze sich die Wunden leckt.
Die Dunkelkeit mich nun ganz umhüllt
und die Wahrheit das Gewissen füllt.

Die Gedanken das Herze würgen,
die Schmerzen dafür müssen bürgen.
Die Augen traurig aufwärts blicken
und einen Gruß 'gen Himmel schicken.

Wolkentänzerin

Freitag, 28. September 2012

Freier Wille?

Nimmt sich ein Mensch das Leben, heißt es oft: "Am Ende war es seine Entscheidung, sein freier Wille".  Doch kann man das wirklich einfach so sagen? Stimmt es, dass ein Suizidant das aus freien Stücken getan hat?


Ich persönlich würde das strikt verneinen. Ein Suizidant handelt nicht, in dem Sinn, frei. Ihn dominiert die Depression, das Gefühl der Auswegslosigkeit. Doch ist es, so gesehen, kein freier Wille. Hätte er nicht, sagen wir mal, diese Krankheit, hätte er nicht solche Suizidgedanken entwickelt.

Diese Gedanken können durch allerlei Faktoren ausgelöst werden, unbeinflussbare Schicksalschläge, Gewalt, Arbeitsplatzverlust, ect.
Doch haben sie dann einmal Besitz ergriffen, ist es verdammt schwer, sie wieder loszuwerden. Sie lassen einen Menschen zum Äußersten führen, ihn Dinge tun, die er selbst sofort so sehr bereut und doch kann er nicht anders handeln, weil seine Krankheit es nicht zulässt.

Also, wie kann man sagen, es wäre der freie Wille gewesen? Es ist nie der freie Wille, es ist die Krankheit, die dominiert, die einen Menschen an die Grenzen führt, ihm seine letzte Hoffnung raubt, ihn am Ende vielleicht sogar in den Tod führt.

Ich finde es verwerflich zu sagen, dieser Mensch habe aus eigenen Stücken gehandelt. Denn das hat er nicht. Die Krankheit ist Schuld, die Schicksalschläge, die sie auslösten. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wären diese Gedanken etwas leiser gewesen, er hätte das Leben gewählt. Hätte dieser Mensch einen letzten Halt gehabt, er wäre am Leben geblieben.

Es ist also kein freier Wille, es ist diese verdammte beschissene Krankheit, nichts anderes. Es ist auch keine Einstellungssache, nein, es ist eine Krankheit!

Wolkentänzerin

Mittwoch, 26. September 2012

Ein überaus große Danke!

Ich möchte mich an dieser Stelle von ganzem Herzen bedanken. Zwar bin ich eigentlich gerade total sprachlos und ich bin mir durchaus bewusst, dass ich in keinster Weise die richtigen Worte finden kann, um das auszudrücken, was ich gerade empfinde, doch halte ich es für notwendig, mich zu bedanken.

Nur durch Zufall erfuhr ich, dass der Gedankenträger ein Gedicht über meine unbedeutende Persönlichkeit verfasst hat. Als ich es gelesen habe, hätte ich so gerne geweint, was mir jedoch immer noch nicht gänzlich möglich ist. Doch ich möchte mich bedanken. Bedanken für diese unendlich lieben Zeilen, die so wundervoll verfasst wurden. Niemals hätte ich mit so etwas gerechnet und mir fehlen eindeutig die richtigen Worte. Ich kann bloß sagen: "DANKE!".

Dann hat ein so wundervoller Mensch einen Post verfasst, der mein Herz hat stehen lassen. Jay hat etwas so zauberhaftes geschrieben, dass mich meine Seele hat spüren lassen. Wahrlich, ich zweifle oft, ob es das richtige ist, diesen Blog zu führen, habe ich auch schon negative Äußerungen darüber gehört. Doch diese Aussagen von Jay haben mir gezeigt, es ist richtig und wenn es nur dafür ist, dass sie sich verstanden und aufgehoben fühlt. DANKE dafür!

Danke auch für die vielen lieben Kommentare, die ich bisher erhalten habe. Danke, einfach DANKE. Mir ist absolut schleierhaft, warum gerade ich diese lieben Worte erhalte und es macht mich ein kleines Stück weit froh.

DANKE, ihr seid toll und so endlos wertvoll!

Hiermit sende ich jedem da draußen eine riesengroße Portion Licht und Wärme. Es ist schön, dass es dich gibt, vergiss das nie!

Wolkentänzerin

Dienstag, 25. September 2012

In mir..

herrscht totalitäre Leere,...


...unfähig zu fühlen oder zu denken. Einfach Leere.

 Wolkentänzerin

Sonntag, 23. September 2012

Schuld

Schuld ist aggressiv, sie nimmt jede Zelle des Körpers ein, lässt dich so schnell nicht mehr los.
Schuld ist konsequent, sie lässt keine Gegenargumente zu, sie ist dominierend.
Schuld ist zerstörerisch. Sie vernichtet deine Hoffnung, deinen Lebenswillen, deine Freude. 
Schuld ist omnipräsent. Verdrängung? Ausgeschlossen.
Schuld ist subjektiv. Auch wenn ich objektiv keine Schuld trage, subjektiv betrachtet, tue ich es.
Schuld ist permanent. Sie ist nicht temporär, begleitet mich nicht nur phasenweise. Nein, immer.
Schuld ist tötlich. In mir reifen täglich immer stärker werdende Suizidgedanken, dank ihr.
Schuld ist ungerecht. Es ist egal, wie sehr ich mich bemühte. Ich bin trotzdem schuldig.
Schuld ist einredbar. Kurz mag ich mich für unschuldig halten, doch währt das nicht lange an.
Schuld ist zermürbend. Jeden Tag frisst mein Schuldbewusstsein mich etwas mehr auf. Täglich!
Schuld ist verschließend. Niemand soll sehen, mit welcher Schuld ich beladen bin.
Schuld ist beängstigend. Jemand könnte herausfinden, wer ich wirklich bin: schuldig!
Schuld ist abwertend. Ich weiß, was ich tat, bzw. nicht tat und bin deshalb nicht wert zu leben.
Schuld ist unkooperativ. Neben ihr existieren im Grunde keine anderen Gefühle, außer negative.
Schuld ist dunkel. Ich bin schuldig und befinde mich in totalitärer Finsternis.
Schuld ist vereinsamend. Bewusst, was ich getan habe, kann ich nicht unter Menschen gehen.
Schuld ist gefährdend, sie lässt mich fast täglich versuchen, mir das Leben zu nehmen.
Schuld ist einengend, wie in einem Gefängnis. Ich komme nicht aus ihr heraus.

Schuld ist in mir. Sie hat mich befallen, tötet meinen Lebenswillen & raubt mir meine letzte Kraft.

Wolkentänzerin

Samstag, 22. September 2012

Musik




Derzeit ist meine Seele verschwunden, ich kann sie nicht fühlen. Bin innerlich unendlich leer und weiß nicht, was ich dagegen tun soll.
Jedesmal, wenn ich mich absolut tot fühle, höre ich Musik und merke, wie sich etwas in mir regt. Meine Seele? Wer weiß, vielleicht.

Wolkentänzerin


Freitag, 21. September 2012

Klippensprung


Der innerliche Sprung in die Fluten...                                      
  bringt keine Erleichterung mehr...                              

Wolkentänzerin

Donnerstag, 20. September 2012

Todeskuss

Meine Gedanken schwirren, wie unzählige Nachtfalter, unruhig durch meinen Geist. Ein jeder Nachtfalter ist behaftet mit bösen schwarzen Gedanken, ein jeder hat die Macht mich tiefer in die Abgründe meines Seins zu führen, mich in die Tiefen des Todes zu zerren.
Der Schmerz breitet sich merkbar aus, erreicht jede Zelle meines geschundenen Körpers, raubt mir meine letzte verbliebene Kraft. Ich möchte weinen, möchte den Druck entweichen lassen, möchte mich befreien, doch keine einzige weiße bittere Träne findet den Weg zu meinem traurigen Auge. Sollen rote Tränen an ihrer Stelle fließen? Ich will es nicht, will nicht länger meine verwundete Haut verstecken müssen, möchte nicht, dass man mir den Schmerz äußerlich ansehen kann. Wie soll ich mich dann noch verstellen, wenn es doch für alle sichtbar ist?
Meine Klingen sind in einer kleinen Dose, überall trage ich sie mit mir mit, für den Fall der Fälle.
Ich weiß, ich werde es nicht schaffen, dem elendigen Druck Stand zu halten. Ich werde es nicht schaffen. Und schon jetzt wurmt es mich, zieht mich noch weiter runter, bis ins Tal der Finsternis. Sie verschlingt mich förmlich und ich verschwinde in ihr. Ich verblasse, verschwinde, sterbe.

Schließe ich meine Augen, sehe ich dieselben verhassten Bilder, wie jede Nacht. Ich sehe alles so detailliert vor mir, so beänstigend real. Es zermürbt mich, macht mich wahnsinnig. Ich könnte mir Pillen einwerfen, mich mit Alkohol betäuben, mir die Haut vom Leibe ziehen, doch was würde das ändern? Es gibt keinen Fluchtweg aus meinem Ich. Oder doch? Ist der Tod meine letzte Fluchtmöglichkeit? Verfolgen die Gedanken mich bis hinein in die Ewigkeit? Für immer gefesselt an die Erinnerungen?

"Memento mori" - Mach dir deine Sterblichkeit bewusst. Früher, in der Zeit des Barocks, wurde der lateinische Begriff als Mahnzeichen verwendet; er wurde benutzt, um damit die Menschen sich ihrer Sterblichkeit bewusst wurden und den Tag anfingen zu genießen, ihn zu nutzen ("Carpe diem"). Doch bedeutet dieser Spruch für mich etwas grundlegend anderes. Er bedeutet, ich kann gehen und bin sterblich - nichts ist für ewig.

Jede Nacht habe ich den Geschmack des Todes förmlich auf meinen Lippen, kann seine Gestalt berühren. Mache mir jede Nacht ein detailgetreueres Bild von ihm. Und mir wird jede Nacht bewusst, dass ich mich immer weiter mit ihm anfreunde, bis er mich eines Nachtes küssen wird.




Wolkentänzerin

Dienstag, 18. September 2012

Warum ein Schmetterling fliegen kann


Vor einiger Zeit haben Forscher eine Studie begonnen. Als Versuchsobjekt dienten einige verpuppte Raupen, Raupen, die zu Schmetterlingen heranwuchsen.
Die Forscher wollten untersuchen, was passiert, würden sie die Kokons ein Stück weit öffnen, den metamophorsierten Raupen helfen, aus ihrem Gefängnis zu schlüpfen.

Das Ergebnis war frappierend: Kein einziger befreiter Schmetterling konnte fliegen, keiner hob ab in die Weiten des Himmels.
Sofort untersuchten die Forscher jene Ursache dafür.
Die Lösung? Der Schmetterling lernt, durch das Öffnen des Kokons, auf seine Flügel zu vertrauen. Durch das kräftige Schlagen seiner Flügel befreit sich der Schmetterling und weiß, er kann auf seine Fluggeräte bauen, weiß, dass sie ihn nicht im Stich lassen.

Keiner der Versuchsschmetterlinge konnte am Ende also fliegen, konnte sich somit auch keinen Nektar holen und verhungerte bitterlich.

Was lernst du daraus? Manchmal ist es vielleicht gut, kämpfen zu müssen. Es ist gut, so kräftig mit den Flügeln zu schlagen, dass es schon wehtut, nur um aus diesem Gefängnis zu gelangen. Denn am Ende weißt du, wozu du und deine Flügel fähig sind.

Niemand sagt, dass das Befreien einfach wird, dass es nicht all dein Kraft von dir abverlangt, doch du kannst es schaffen! Am Ende wirst du vielleicht ein wundervoller farbenfroher Schmetterling, der frei durch die Luft fliegen kann, dank seines Kampfes, den er einst erfolgreich gefochten hat.



Wolkentänzerin

Sonntag, 16. September 2012

In die Tiefen...



Ich laufe auf diesem Steg immer weiter in Richtung Fluten, ...     

in der Hoffnung, sie ziehen mich mit in die Tiefen der Meere!
Für immer und ewig - befreit!

Wolkentänzerin

Samstag, 15. September 2012

Verdammte Flashbacks

Wieder ein Flashback. Ich kann mich nicht bewegen, starre auf einen Punkt. Bin nicht fähig zu sprechen, zu schreien, zu weinen.

Vor meinem inneren Auge spielt sich alles wieder und wieder ab. Ich bin in diesem Zimmer, kann jede Berührung spüren, als würde es gerade geschehen. Kann nicht flüchten, mich nicht wehren, ich bin gelähmt. Weiß genau, was als nächstes passiert, zu oft habe ich es in der letzten Zeit gesehen.

Ausgelöst werden diese Flashbacks durch so viele verschiedene Faktoren: eine Begegnung mit einem fremden Mann auf der Straße, eine Berührung, eine Äußerung, ein Bild im Internet oder Fernsehen, ein Blick....

In der Therapie lernte ich, dass Flashbacks neurologische Vorgänge sind, auf die ich keinen Einfluss habe. Sie werde ausgelöst und sind ab da nicht kontrollierbar.

Ich habe noch nie erzählt, was vor fünf Jahren im Detail passierte. Gerne würde ich einmal erzählen, würde so gerne meine dämliche Mauer einreißen und es raus lassen, meinen Geist davon ein Stück befreien, doch wie soll ich das anstellen? Wie soll ich meine Mauer einreißen? Wie soll ich es schaffen mich selbst zu überwinden? Kann ich den Schmerz ertragen? Kann ich es rauslassen, es detailliert erzählen?

Ja, ich möchte es erzählen, auch wenn ich daran kaputt gehen würde. Ein Mensch soll wissen, was damals wirklich passierte, jedes Detail, damit die Menschheit versteht, warum ich gehen wollte und es vielleicht auch am Ende bin.



Wolkentänzerin

Was soll ich tun?

Kann ich so weiterleben? Kann ich so überhaupt überleben? 

Diese Fragen muss ich mir stellen, muss mich entscheiden. Was will ich eigentlich? Will ich alles über den Haufen werfen, will ich endgültig gehen?
Oder entscheide ich mich für dieses Leben? Nehme ich das Risiko auf mich, das dieses Leben nunmal mit sich bringt?
Bin ich wirklich bereit dazu? Kann und will ich leben?

Am Willen soll es nicht scheitern, würde ich nicht leben wollen, oh, ich wäre vor einiger Zeit schon von dieser Welt gegangen. Aber, nein, ich kämpfte weiter, jeden Tag. Eroberte einen jeden einzelnen schwarzen Tag und überlebte.

Doch kann ich alleine überleben? Ist es ab diesem Zeitpunkt noch möglich, das alles allein zu schaffen? Ist mein Ziel, das Abitur, Ansporn genug, um diese elendige Todessehnsucht in Zaum zu halten? Bin ich dafür stark genug?

Ich weiß auf diese Fragen absolut keine Antwort, ich weiß nur, dass es mir ganz und gar nicht gut geht.


Wolkentänzerin

Mittwoch, 12. September 2012

Baustelle!

In meinem Kopf herrscht Chaos, wirklich großes Chaos. Unmöglich auch nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen.
Es ist, als wäre dort drin eine riesige Baustelle, überall ist Krach, ein Presslufthammer, Geschrei und immer diese lästigen Schmutzpartikel. Ich habe quasi "Sand im Getriebe" und damit lässt es sich wahrlich nicht gut arbeiten.

Es gibt diesen tollen Spruch: "Wer das Chaos beherrscht, kann es verschwinden lassen". Ich möchte den Wahrheitsgehalt dieses Spruches in keinster Weise anzweifeln, doch trifft er nicht auf mich zu. Denn, um es in die Tat umzusetzen, müsste ich vorher das Chaos beherrschen, was ich offengestanden überhaupt nicht tue.

Im Grunde kann man sagen, ich vegetiere derzeit nur so dahin. Manchmal vergehen auch Stunden, da starre ich bloß an meine Wand und tue rein gar nichts.
Ich könnte auch den ganzen Tag schlafen, so müde bin ich. Mir ist bewusst, ich sollte mich aufraffen und mich diesem Leben, meinem Leben stellen. Das Beste daraus machen, doch wo ist der Sinn dabei?

So viele Menschen sagen, dass sie das Leben lieben, die Welt entdecken wollen und nie aufhören wollen zu atmen.
Wow, das ist beneidenswert! Setze ich meinen Fuß nach draußen, so schnürt es mir fast gänzlich die Luft ab. Ich bekomme Angst und fürchte mich vor dem, was da draußen auf mich lauern könnte.

Es nervt mich, ja es ekelt mich sogar an. Ich ekel mich an. Wäre ich nicht so, wie ich bin, ich könnte so frei, so unbeschwert agieren. Mein Leben wäre komplett anders verlaufen, ich wäre aufgestanden und hätte mich gewehrt, hätte meine Mutter beschützt oder D. aufgehalten.

Würde ich endgültig von dieser Welt maschieren, würde ich dann nicht eingestehen, dass ich gefehlt habe? Dass ich gehen musste, weil ich so viel verbockt habe? So würde ich wohlmöglich in Erinnerung bleiben, eine fehlerhafte Gestalt, deren Leben sie selbst gegen die Wand gefahren hatte?

Wer weiß das schon. Doch, was ich weiß, ist, dass dieses Chaos in meinem Kopf mich mürbe macht.





Wolkentänzerin

Sonntag, 9. September 2012

Dieses Leben überfordert mich

Es ist nicht so, dass ich dumm sei. Ich würde sagen, eine gewisse Grundintelligenz ist doch schon vorhanden. Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe und komme soweit eigentlich ganz gut in der Welt zurecht.

Wäre da nicht mein eigenes Leben, meine Probleme, meine Welt. Die Welt überfordert mich nämlich wirklich extrem. Täglich wird dieser Zustand schlimmer und ich habe absolut keinen blassen Schimmer, was ich auch nur ansatzweise dagegen unternehmen könnte.
Ich verkrieche mich immer häufiger, damit mich dieses Leben nicht finden kann. Meine Realitätsflucht setzt mal wieder ein und ich hatte doch so sehr gehofft, diese Phase meiner (nennen wir sie mal) Krankheit überwunden zu haben.

Es ist ein ätzendes Gefühl wieder zurück zu fallen in diese alten verhassten Verhaltensmuster. Morgens quäle ich mich aus dem Bett, finde meine Tagesplanung so unendlich sinnfrei. Ich gehe zur Schule, verfolge ein Ziel - leider relativiert sich dieses mal wieder zunehmend.

Ich habe vier Wochen Therapiepause und mir graut jetzt schon davor. Zugegeben, ich habe mich daran gewöhnt, habe mich darauf eingerichtet, jede Woche ein kleines Stück meiner Vergangenheit freizulassen, damit es mich anschließend angreifen kann.
Jetzt habe ich eine Pause davon, weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich habe nun wirklich Angst. Wie soll ich meinen Tagesrhythmus durchhalten ohne Therapie?

Die Alternative wäre ein Klinikaufenthalt. Erstens scheint es mir unmöglich, da ich sonst mein Ziel nicht erreichen kann und zweitens habe ich panische Angst vor einem derartigen Aufenthalt. Vielleicht ist daran mein übergroßer Stolz Schuld, ich möchte nicht, dass jemand erfährt, was wirklich in mir vorgeht.
Es gibt wirklich wenige Menschen, die wissen, was ich fühle, denen ich einen kleinen Einblick gewährt habe.
Nicht mal dem nahsten Menschen habe ich erzählen können, was mich bewegt. Zu sehr die Angst davor, ihn zu verletzen. Zu groß die Angst, er könne denken, ich sei ein Monster. Denn das bin ich. Ein Monster.

Ich habe oft und lange darüber nachgedacht, wo und wann ich "es" tun wollen würde. Habe bereits Abschiedsbriefe verfasst. Bin sooft kurz davor gewesen, habe mir alles bereit gelegt. Und doch habe ich nie den Absprung geschafft, ich lebe weiter.

Trotzdem schnürt mir die Überforderung meine Kehle zu. Ich weiß nicht mehr, wer ich bin und was ich hier tue. Was ich kann und was ich mit meiner Zukunft anstellen möchte.

Ich weiß bloß, was ich für Fehler in meinem Leben getan habe und, dass ich diese nicht rückgängig machen kann.

Es überfordert mich, ich zu sein!


Wolkentänzerin

Samstag, 8. September 2012

Mein Einfluss auf Menschen

Ich gehe meinen Weg auf dieser Welt, versuche jedes Lebewesen mit Repekt und Achtung zu behandeln.
Seit fünf Jahren bin ich Vegetarierin, ich ertrage es nicht, dass ein Tier, ein Lebewesen, auf meine Kosten unter schrecklichen Umständen leben muss und am Ende auch noch getötet wird, damit ich es essen kann. Das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

Doch muss ich mir eingestehen, dass mein Versuch, ein guter Mensch zu sein, sehr oft gescheitert ist:

Nachdem meine erste Beziehung, die ich als 14jähriges Mädchen hatte, wirklich schlimm geendet war, lernte ich einen Jungen kennen. Er war ein Freund meines Bruders und wir verbrachten viel Zeit miteinander. Er war wirklich ein lieber Junge, hieß C. und hatte bis dato ein sehr bewegtes Leben. Einen Vater, der ihm das Leben zur Hölle machte.
Aufgrund meiner vorherigen "Beziehung" konnte ich jedoch keinerlei Nähe zulassen, viel zu dominat war die Angst vor einer weiteren derartigen Erfahrung.

Eigentlich waren wir also nur richtig gute, wenn nicht sogar beste, Freunde. Doch betitelten wir uns mit "fester Freund" und "feste Freundin". C. erählte mir oft von sich und seiner schlimmen Situation und ich versuchte ihn aufzubauen.
Er hielt es irgendwann dann aber nicht mehr Zuhause aus, sein Vater schikanierte ihn immer weiter und das Jugendamt schaltete sich ein. C. wurde auf ein Internat geschickt, eine Stunde Autofahrt von mir entfernt.
Wir schrieben über das Internet, telefonierten oder trafen uns ab und zu. Eines Tages lernte ich seine neuen Internatfreunde kennen, habe sie jedoch nie leibhaftig gesehen und trotzdem fingen sie an, mir von ihren bewegenden Leben zu erzählen. Sie riefen bis tief in die Nacht an, weinten oder erzählten mir studenlang, was ihnen widerfahren war. Ich selbst hatte noch zu tun, mit dem Erlebnis meiner ersten Beziehung und konnte es kaum ertragen, noch mehr Last auf meinen Schultern zu tragen.

Einen Sonntag kam C. mich besuchen, er fuhr drei Stunden mit dem Fahrrad, um mich zu sehen. Wir schauten eine Dvd und durch Zufall erhaschte ich einen Blick auf seinen Arm. Er hatte sich meinen Namen in den Arm geritzt. Ich weiß heute noch, dass sich in mir etwas veränderte. Mein Name sollte nicht in Verbindung mit Schmerz einhergehen. Was bewegt einen Menschen zu solch einer Tat?
Da ich absolut nicht mit der Situation umgehen konnte, sagte ich, er solle wieder fahren und wir eine Pause machen, uns eine Weile nicht sehen.
Heute denke ich, dass ich viel zu hart gewesen bin. Das Ganze hätte ich auch anders angehen können.

Ein paar Tage später rief einer seiner Freunde an. Er fragte, ob ich mit C. Schluss machen wolle. C. würde es nicht ertragen von mir getrennt zu sein, ihn würde es fertig machen, sich mich mit anderen Männern vorzustellen. Ich hatte mich wieder einmal in etwas verrannt, was ich nicht mehr einschätzen konnte, somit konnte ich ihm keine Antwort auf seine Frage geben.
Dieser Freund meinte dann auf einmal, es wäre ja gar nicht schlimm, würde ich mich von C. trennen, da auch er Gefühle für mich hege, seitdem er das erste Mal ein Foto von mir sah.
Das war der Punkt für mich, an dem ich damit nichts mehr zu tun haben wollte. Es wurde zu viel für mich. Die Situation wuchs mir über den Kopf. Ich stand absolut allein da, niemand, mit dem ich reden konnte.

Ich schrieb C. übers Internet, dass ich Schluss machen möchte und als Antwort bekam ich einen Umschlag mit vielen DinA-4-Blättern nach Hause geschickt. Überall stand mein Name auf ihnen und außerdem befand sich darunter ein langer Liebesbrief, indem er schrieb, er könne und wolle ohne mich nicht leben. Ich wäre die einzige für ihn.
Ich reagierte nicht darauf, weil ich keine Ahnung hatte, was ich tun sollte. Ich fühlte mich schuldig.  

Zwei Tage später rief eine Freundin von ihm an, sie war eine von denen, die sich bis Tief in die Nacht telefonisch bei mir meldeten und sich das Herz ausschütteten. Diese Freundin sagte mir, C. hätte gesagt, dass er sich und mich umbringen wollen würde, weil er mit der Situation nicht mehr klar käme. Zudem habe er schon einen Kontakt, der ihm eine Waffe besorgen würde und sie meinte, dass ich das sehr ernst zu nehmen hätte.

Ich bekam total Panik und wusste wirklich nicht, was ich tun sollte. In der Schule erzählte ich meiner Vertrauenslehrerin davon, weil ich keine Freunde hatte, denen ich es hätte erzählen können und diese Lehrerin gab es an die Polizei weiter.

Das Ende vom Lied, ich lebe noch.

Doch seither frage ich mich, was ich für einen Einfluss auf Menschen ausübe, dass sie zu solchen Taten fähig sind. Mittlerweile ist es für mich kein Zufall mehr, wenn Menschen mich verletzen, weil ich weiß, dass ich es bin, die sie dazu verleitet und dieses Wissen macht es mir unmöglich, weiterleben zu wollen.


Wolkentänzerin

Freitag, 7. September 2012

Seifenblase


Früher als Kind haben mich Seifenblasen fasziniert. Sie waren so leicht zu erschaffen, flogen mit einer solchen Leichtigkeit über die Erde und schillerten in wundervollen Farben. Ihr Weg führte sie weg von dieser Erde, hinauf in den Himmel, an einen besseren Ort.

Doch nur ein kleines Hindernis, eine kleine Spitze und sie zerplatzten. Sie fielen in sich zusammen und die Seifenlauge zurück auf den Boden.


Immer wenn ich ein Kind sehe, dass gerade eine Seifenblase durch reine Atemluft erschafft, stelle ich mir vor, um mich herum würde sich eine derartige Blase bilden und mich langsam in Richtung Himmel schicken.

Oft bin ich in Gedanken auf dem Weg nach oben, losgelöst von dieser Erde; dem Himmel zu treibend.
Dann jedoch kommt ein spitzer Gegenstand und ich falle zurück auf den Boden der Realität.

Ich kann mich nicht wegwünschen, mir nicht einfach vorstellen nicht mehr hier auf der Welt zu verweilen. Es ist mein Leben, meine Entscheidung. Was fange ich damit an?

Bin ich so naiv zu denken, dass durch den endgültigen Schritt alle meine Sorgen verflogen wären? Wie kann ich mir sicher sein, dass es dort oben besser ist? Niemand kam bisher zurück, den ich fragen könnte.

Manche Fragen habe ich aufgehört zu stellen, nicht weil ich Angst habe, mich könnte jemand darüber belügen. Sondern, weil ich Angst habe, jemand könnte mir die Wahrheit darüber sagen.

Es gibt keine Garantie auf das, was ich mir wünsche, was ich mir von dort oben erträume. Es gäbe kein Zurück mehr.
Ich möchte frei sein, doch was ist, wenn ich dort oben gefangener bin, als hier unten?

Ist es das Risiko wert?


Wolkentänzerin

Sonntag, 2. September 2012

Leerer Karton

Die Welt relativiert sich, jede Tat verliert ihre Bedeutung. Mein Leben verliert täglich seinen Sinn etwas mehr.
Keine Gefühle, keine Freude, keine Trauer, nur absolute Leere und Sinnlosigkeit.
Ich bin ein leerer Karton, der bloß unnütz in der Ecke rumsteht und besser weggeworfen werden sollte.

Ich hätte hier also ein Leben abzugeben, einen Platz für eine Seele, die leben will und nicht darf. Denn ich lebe und will es nicht, darf aber nicht gehen.


Wolkentänzerin