Mittwoch, 15. August 2012

Wer bin ich?

Diese Frage stelle ich mir wirklich sehr häufig. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich keine zufriedenstellende Antwort darauf gefunden und ich denke, dass das für eine elendig lange Zeit noch so bleiben wird.

Viele Menschen auf dieser traurigen Welt finden in ihrem gesamten langen Leben nicht die Antwort auf diese Frage. Sie laufen durch ihr tristes Leben, gehen ihrer harten Arbeit nach, kümmern sich um ihre gestressten Familien und am Ende des Weges gehen sie in den ungewissen Tod.

Ich mag vieles sein, doch bin ich keineswegs kopflos. Ich nehme mein Umfeld wahr, ob ich Situationen, Worte und Blicke immer richtig deute, sei dahin gestellt, doch ich kann mit Fug und Recht behaupten, nicht kopflos zu sein.
Die Frage, die sich mir aufdrängt, ist, ob es vielleicht manchmal besser ist, kopflos zu sein und sein Leben lang dahin zu vegetieren.
Im Grunde ist diese Lebensführung genauso verwerflich, wie jene, die ich praktiziere. Mir wurde mein Leben geschenkt und ich bin nicht fähig, es mit dem nötigen Respekt zu wahren, es mir zu erhalten.

Ich frage mich, wer dieses Ich ist, zu was es bestimmt worden ist und was mir auf meinem Weg noch geschehen soll.
Keine Ahnung, ob überhaupt irgendeine Seele auf diesem riesigen Planeten weiß, wer sie ist und was sie wirklich hier tut.

Mein Streben gilt nicht dem Geld, nicht der Gewalt, nicht der Politik. Mein Streben gilt dem Versuch, irgendwann einmal leben zu wollen, aus vollem Herzen. Wer weiß, vielleicht werde ich dieses, für mich, hohe Ziel niemals erreichen. Vielleicht muss mich bald jemand vom Boden kratzen, weil ich von einem Haus gesprungen bin.

Es ist so anmaßend und falsch zu sagen, dass man sterben will, doch was ist, wenn das mein vorgeschriebener Weg ist? Was ist, wenn ich in meinem vollkommenen Wesen, eine Suizidantin bin? Wie soll man diese aufkeimende Angst einem Außenstehendem erklären?

Soll ich auf meine Eltern zugehen und sagen: "Hey ihr Lieben, ich weiß jetzt, wer ich bin. Ich bin eine geborene Suizidantin". Sie würden mich für verrückt halten, sagen, dass das nicht wahr sei, die Augen verdrehen oder sogar losschluchzen.
Diese Angst wabert wie ein dunkles stickiges Dickicht um mich herum. Wie eine unausgesprochene Wahrheit, ein tiefes schwarzes Geheimnis.

Die Frage ist, bleibe ich hier, um anderer Personen Willen oder handle ich egoistisch und erlöse meine gequälte Seele von diesem schwarzen Geheimnis?
Definiert die Antwort auf diese Frage meine Ausgangsfrage, nach der wirklichen Gestalt meines Ichs?

Ein kluger Mann sagte unlängst zu mir, ich sei kompliziert und deshalb könne ich mich oft selbst nicht verstehen. Er hat Recht und das ist ein verflixter Faktor, der mir die Antwort auf die Frage, nach meiner wahren Identität, verwehrt. Wie soll ich wissen, wer ich bin, wenn ich mich selbst nicht verstehen kann?

Wolkentänzerin

1 Kommentar:

  1. Auf Deine letzte Frage möchte ich Dir einen Rat geben, wie ich eine Antwort fand. Ich ging zu meinen Freunden und fragte "Wer bin ich für Euch?" Ich ging zu meiner Mutter und fragte: "Wer bin ich für Dich?" Auch zu meinen Geschwistern: "Wer bin ich?" Alle gaben sie mir unterschiedliche Antworten und doch konnte ich daraus erfahren, wer ich bin. Wie wichtig mein Leben in diesem großen Universum ist, wie wichtig es ist sein Leben zu genießen und wie wichtig es ist immer weiter zu machen, denn wir sind nicht ohne Grund da. Wir sind am leben, weil wir es sein sollen und auch die Prüfungen, die uns auferlegt werden bewältigen müssen.

    Du schaffst das auch, ich bin mir sicher. Denn ich habe selten so starke Worte gelesen, wie von Dir. Und nicht vergessen: Du bist stark und beneidenswert.

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