Montag, 20. August 2012

Letzter Impuls?

Super Sache, meine Mutter hat sich mal wieder dazu entschieden, mich anzuschweigen. Eben hatten wir eine Auseinandersetzung. Dazu muss gesagt werden, dass in unserer Familie Konflikte nicht mit Worten geregelt werden, man zeigt dem anderen einfach seine Verachtung. Ich habe schon oft versucht mit meinen Eltern zu reden, Konflikte verbal zu lösen. Ich verachte Gewalt, ob physische oder psychische. 
Doch keine Chance: Sofort artet ein solches Gespräch aus. Meine Eltern blocken ab. Am Ende heißt es wieder aus mir sei ein schlechter Mensch geworden.

Ist meine Mutter mal nicht mit meiner Handlungsweise zufrieden, so zeigt sie mir das sofort. Sie lässt mich fühlen, dass ich unzulänglich bin und sie es anders gemacht hätte. Ist es zu viel verlangt, sich zu wünschen, dass sie einmal meine Herangehensweise akzeptieren könnte?

Sie sagte nur: "Wir sollten uns erstmal aus dem Weg gehen. Ich ertrage Dich zur Zeit nicht". Nichts neues eigentlich, oft sagte sie auch, ich sei nicht mehr ihre Tochter. Also eigentlich eine harmlosere Aussage. Trotzdem: Ein Schlag mitten ins Gesicht. Ich selbst fühle mich unendlich einsam, habe das Gefühl als würde ich ertrinken. Meine Suizidgedanken sind in unvorstellbarem Maße präsent, sie schreien sich quasi die Seele aus dem Leib.
Und sie selbst sagt, sie würde mich nicht ertragen. Am liebsten hätte ich gesagt: "Du, ich ertrage mich selbst nicht". Doch dann hätte sie nur gesagt, ich solle mit dem Mist aufhören. Ich würde das ja eh nur sagen, damit sie milder gestimmt würde. Wenn ich mal geweint habe, weil mein Vater mich angeschrien hat, dann sagte sie: "Hör auf zu weinen, das zieht bei uns nicht." Seither weine ich nicht mehr vor ihr. 

Also sitze ich jetzt hier und weiß, dass wenn ich dieses Schweigen brechen will, dann muss ich mich bei ihr entschuldigen, muss auf die Knie fallen und um Verzeihung bitten. Aber darauf habe ich keine Lust mehr und auch nicht die Kraft.


Mein Leben entgleitet mir zunehmend. Ich fühle mich verdammt einsam und sinke tiefer in die Fluten des Verschwindens.
Vielleicht sollte ich dankbar sein, für diesen letzten Impuls.



Wolkentänzerin




Kommentare:

  1. Ein Tipp meinerseits, um meiner Mutter damals klarzumachen was ich empfinde und sie mir nicht zuhören wollte, schrieb ich ihr einen Brief über mehrere Seiten. Danach kam sie zu mir und entschuldigte sich, nahm mich in den Arm und endlich verstand sie mich.

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    1. Ich kenne jedoch auch ein Mädchen, was in gleicher Situation auch alles in einem Brief niedergeschrieben hat. Sie hat ihn mir zum Lesen gegeben, bevor sie ihn übergab, und ich konnte alles verstehen, was sie zum Ausdruck brachte, ihre ganzen Gefühle und Nöte.
      Doch ihre Mutter hat alles herumgedreht und am Ende immer wieder als Argument gegen dieses Mädchen verwandt.

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