Freitag, 17. August 2012

Ich schließe meine Augen...

... und sehe dich. Du bist immer da, waderst in meinem Geist herum, als wäre er dein Eigentum. Vielleicht stimmt das, vielleicht hast du vor langer Zeit, Besitz von mir ergriffen, hast mich mit deiner Tat zu deiner Spielfigur gemacht.

... und rieche dich. Dieser ekelhaft stechende Geruch geht nicht aus meinem Kopf, jede einzelne Pore kann ihn wahrnehmen. Dein Geruch umhüllt mich wie schwarzer dichter Nebel, in dem man die eigene Hand nicht vor Augen sieht.

... und fühle jede deiner Berührungen. Fühle den Schmerz, den sie bei mir auslösen. Ich fühle deine Hand, als sei sie real. Jeder Quadratzentimeter meines Körpers brennt. Ich kann das Brennen nicht löschen, denn du hast immer noch zu viel Macht über mich. Fühle die Hände um meinen Hals.

... und sehe alles lebhaft vor meinem inneren Auge. Ich sehe das Zimmer, sehe, was du tust. Ich kann nicht fliehen, ich liege nur da. Ich sehe dich, immer nur dich.

... und kann jedes deiner Worte hören, kann hören, wie du mir drohst. Ich höre, wie du all die schrecklichen Dinge sagst. Ich höre dich nur all zu deutlich.

Ich öffne die Augen und erblicke die Reflexion meines Spiegelbildes. Und dann begreife ich, dass ich noch immer nicht aus diesem Albtraum aufgewacht bin und es wohlmöglich auch niemals werde.

Wolkentänzerin


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