Donnerstag, 23. August 2012

Ich bin wie...

... eine Krankheit, ich darf nicht unter normale glückliche Menschen gehen. Zu groß ist die Gefahr, ich könnte sie infizieren. Mit meiner düsteren Stimmung, mit meinen dunklen Gedanken anstecken.
So verstecke ich mich vor ihnen, damit mich ja keiner finden kann. Ich möchte niemanden mit hier runter ins Dunkle ziehen. Also gehe ich in den Wald, hänge meinen Gedanken nach, finde Ruhe in der Natur. Außerdem bin ich dort dem Tod etwas näher, kann ihn förmlich spüren. Anders, als Außenstehende nun denken mögen, hat es für mich nichts bedrohliches. Vielmehr etwas vertrautes, bekanntes. Ich fühle mich rundum wohl.

Seit ich mich gestern einer neuen Herausforderung gestellt habe, zieht es mich mit ganzer Kraft in den Wald. Mein Wunsch nach Ruhe, nach Frieden wächst und wächst stetig an.
Es ist so anstrengend, den ganzen Tag über eine perfekte Fassade aufrecht zu erhalten. Niemand soll sehen, welche Dunkelheit ich mit mir herumtrage. Zwar gefällt es mir, mich mit Bildung abzulenken, da ich sehr wissbegierig bin, so spüre ich abends jedoch, wie erschöpft ich dann bin, wie kraftraubend, dieses Unterfangen für mich ist.

Dann gehe ich in den Wald und die Welt steht für mich still, keine Belastungen, keine Angst, keine Bedrohung; nur Stille und Natur. Keine Ahnung, wie lange ich diesem inneren Druck standhalten kann, ich habe so lange gekämpft, bin bis hierher gekommen und doch keimt kein Hoffnungsschimmer in mir auf.
Ich bin ratlos, kraftlos, zerstörerisch. Ich rauche, trinke, ritze. Mein Lebenswandel ist wirklich kein vorbildhafter, und doch gehe ich meinen Weg immer weiter.
Fühle tagtäglich den Schmerz, trage ein aufgemaltes Lächeln und bemühe mich, die Erwartungen, die an mich gestellt werden, zu erfüllen.

Ich wandle auf Erden, weil es Menschen in meinem Umfeld gibt, die mich nicht gehen lassen wollen. Die sagen, dass ich es schaffe, die sagen, ich solle doch nur vertrauen.
Wenn es alles so einfach wäre, ich wäre so unbeschwert. Manchmal brauche ich einfach jemanden, der da ist. Der nicht sagt, dass das alles schon seinen Weg gehen wird, dass ich das schon schaffen werde. Ich möchte manchmal einfach jemanden, der meine Ängste ernst nimmt, der einfach mal nur neben mir sitzt und zuhört. An den ich mich anlehen kann, damit ich nicht mit einer Rasierklinge in den Wald laufen muss. Aber vielleicht ist das, ja auch einfach zu viel erwartet.

Wer kann schon verlangen, dass es jemanden gibt, der sich dann Zeit nimmt, wenn es am Schlimmsten ist?



Wolkentänzerin

1 Kommentar:

  1. Wenn ich könnte, und ich meine es wirklich Ernst, ich würde mich neben Dich setzen und Dir zuhören. Würde Dich in den Arm nehmen und Dir Mut geben, Dir meine Schulter zum ausweinen anbieten.

    Irgendwie fühle ich mich auf eine gewisse Weise mit Dir verbunden, weil wir Beide schreckliches durchmachen mussten in unseren Leben.

    AntwortenLöschen