Dienstag, 14. August 2012

Als würde ein rostiges Messer in meinem Herzen stecken...

Kennst du dieses Gefühl?

Dieses Gefühl, als würde jemand ein rostiges Messer in dein Herz rammen? Dieses Gefühl, dass du kaum Luft holen kannst?
Diesen Schmerz, der nicht aufhören will?

Dann fühlst du dich so, wie ich mich fühle.

So weit ich mich zurückerinnern kann, fühle ich diesen Schmerz. Er ist immer mal leiser, mal lauter. Doch er begleitet mich seit nun schon wirklich zu vielen Jahren. Manchmal fühlt es sich an, als würde eine Person neben mir stehen, als würde dieser Schmerz mich wirklich real begleiten und lachen, wenn ich versuche, ihn loszuwerden.

Es gibt so viele Faktoren, die dazu geführt haben, dass ich diesen ekelhaften Schmerz als steten Begleiter an meiner Seite habe. Ich denke jedoch, dass Gewalt ein große Rolle für diesen Schmerz spielt.
Dieser Schmerz, diese Ohnmacht, die kann sich entwickeln, sie kann jedoch auch von heute auf morgen kommen.
Ein unglaublich schreckliches Ereignis kann einen Menschen verändern und dieser Mensch kann nichts dagegen tun.
Auch ich habe ein solches Ereignis hinter mir, wobei wahrscheinlich nicht nur ein Ereignis zu meiner Geschichte beitrug. Doch ich war nach diesem Ereignis von jetzt auf gleich ein anderer Mensch. Und mir war sofort klar, dass sich das nicht wieder rückgängig machen lassen würde.

Auch schon vor diesem Ereignis fühlte ich diesen innerlichen Schmerz, doch wurde er erst nach diesem einen Ereignis unerträglich und seitdem ist er nun mein höllischer Begleiter.

Ich denke oft an Suizid, um diesen Schmerz loszuwerden, weil er es mir unmöglich macht zu atmen, zu fühlen, zu leben. Er verändert ab und zu sein Wesen. So kann der Schmerz sich durch absolute Leere zeigen oder durch tiefe Traurigkeit, durch innerliches Brennen. Brennen, das man nicht aushält, sodass man sich am liebsten die Haut vom Leib reißen möchte.

Dieser Schmerz macht es mir so unmöglich, leben zu wollen. Ich denke so häufig an Suizid und es macht mich traurig, darüber nachzudenken, doch es scheint mir, als sei das, meine einzige Möglichkeit, um diesen Schmerz zu besiegen. Endlich Ruhe zu finden.

Wenn du das kennst, dann sei dir sicher, du bist nicht allein damit!


Wolkentänzerin

Kommentare:

  1. Ich lese mich jetzt gerne mal durch deinen Blog. Ich persönlich wäre 2009 fast gestorben (habe Krebs) und muss sagen seit ich fast drauf gegangen wäre weis ich das das Leben kostbar ist.
    Es gibt viele schlimme Dinge die einen glauben lassen das es keine Hoffnung gibt, doch es gibt immer einen Weg.

    Wenn Wolken weinen entsteht aus ihren Tränen, dem Regen, auch neues Leben. Denn das Leben ist es was zählt.

    Gib niemals auf, denn wie auf deinem schönen Hintergrundbild, wird irgendwann die Sonne wieder durch die Wolken brechen und dein Leben wieder schön werden.

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  2. Liebe Wolkentänzerin,

    wenn ich diesen ersten Artikel lese, dann bin ich einerseits sehr betroffen und andererseits, kann ich Dir sagen, dass auch ich ziemlich viel Gewalt in meinem Leben erfahren habe.

    Aber ich kann auch sagen, dass nichts wertvoller ist als das Leben was wir haben, denn es ist nur eines und viel zu kurz. Ich habe das auch nie wirklich verarbeitet, leide unter SVV auch noch 20 Jahre nach diesem ersten Vorfall. Meine Kindheit wurde mir von dem Mann, der eigentlich auf mich hätte aufpassen müssen, versaut. Wenn ich heute vor ihm stehe, würde ich ihn am liebsten anschreien und ihm dasselbe zurückgeben. Doch tue ich es nicht. "Warum?", wird man sich nun fragen. Meine Antwort: Weil ich weiß, dass er es irgendwann in seinem Leben bitter bereuen wird, denn die Mühlen des Schicksals mahlen langsam.

    Bitte tue Dir nichts an, die Sonne wird auch für Dich wieder aufgehen und Dein Leben erhellen.
    Und Du bist so eine starke Persönlichkeit, denn Du hastr im Gegensatz zu mir, den Mut es mit der Welt zu teilen in Deinem Blog.

    Du bist stark!

    Ich denk' an Dich
    Liebe Grüße
    Jay

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  3. Hallo,
    auch ich kenne diesen Schmerz, momentan würde ich mich am liebsten in Watte packen und die Zeit anhalten, denn ich brauche Zeit. Zeit, bis dieser Schmerz und die Trauer etwas nachlassen, denn aufhören wird er nie. Doch diese Welt gibt mir keine Zeit - im Gegenteil, sie fordert, fordert, ohne Ende. Dabei bin ich mein ganzes Leben am kämpfen, für Erfolg. Mein Studium habe ich erfolgreich abgeschlossen. Anerkennung und Respekt bekomme ich trotzdem nicht von meiner Mutter. Auch mein Stiefvater behandelt mich wie den letzten Dreck. Es ist das seelische Guantanamo. Dabei habe ich diverse Vorzüge, bin hübsch, intelligent, feinfühlig und stark. Was geht in meiner Mutter vor, dass sie sich oft wie Abschaum mir gegenüber verhält und noch dazu davon überzeugt ist, ich hätte dies verdient. Der Schmerz solcher Angriffe und Demütigungen ist immer derselbe. Unter solchen Umständen ist trotzdem eine Akademikerin aus mir geworden, obwohl ich ein Scheidungskind bin. Meine Mutter meint, der Begriff "Akademikerin" würde heute nicht mehr gebraucht. Schließlich lebe ich zur Zeit von öffentlichen Geldern und bin demnach wertlos. Zwar weiss ich nicht, wie ich jemals glücklich werden kann, jedoch wäre Selbstmord keine Lösung für mich. Das Paradies wartet so oder so.
    Liebe Grüße, Michelle

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