Donnerstag, 6. Dezember 2012

Es geht los...

...ich wünsche euch eine wundervolle Adventszeit mit unendlich viel Freude, Frieden und Hoffnung.


Der Mann, der den Berg abtrug, was der Selbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.

 Wolkentänzerin

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Samstag, 1. Dezember 2012

Unfähig

Nachdem ich Mittwoch bei meinem Therapeuten war, bin ich nun offiziell für "schulunfähig" erklärt worden. Nichts ging mehr, meine Kraft ist völlig ausgeschöpft und mir fällt jeder Handgriff, jeder Schritt einfach nur noch schwer.

Donnerstag geht es los, langsam sollte ich meine Koffer packen. Noch bin ich mir unschlüssig, ob ich meinen Pc als Inventar hinzufügen sollte, habe ich nämlich eigentlich den Plan wirklich zur Ruhe zu kommen. Wobei mir das Schreiben immer sehr viel bringt, mir dabei hilft, meine Gedanken zu sortieren und auch einfach einmal rauszulassen.
Um diese Frage eindeutig zu beantworten, werde ich mir wohl eine Pro- und Kontraliste anfertigen müssen. Mal sehen, was dabei rauskommen wird.

Bisher habe ich den Gedanken an diese zwei vor mir liegenden Monate erfolgreich in eine Ecke verschoben, aber allmählich wird mir bewusst, dass der Countdown läuft und ich mich nun endlich darauf vorbereiten sollte.

Es ist das sprichwörtliche "lachende" und das "weinende" Auge. Ich kenne meine Optionen sehr gut und weiß auch, was für mich das Beste wäre. Gerade das ist wohlmöglich das, was mich derzeit etwas beruhigen kann und mich davon abhält, die Wände hochzuklettern, auch wenn, ich das in der letzten Zeit schon einige Male bin.

Das Fazit also? Meine Tage sind gezählt, zumindest die Zuhause. Die Anspannung steigt und ich versuche irgendwie klar zu kommen, also alles wie immer.

Wolkentänzerin

Mittwoch, 21. November 2012

Gedankenmatsch

Am 6.12. ist es also soweit, ich gehe für 8 Wochen ( oder sogar noch länger ) in einer psychotherapeutische Klinik.

Wie ich das finde? Naja, ich würde sagen, da bin ich wirklich sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite bin ich mir absolut und hunderprozentig bewusst, dass dies die einzige Alternative zum Suizid für mich ist, meine letzte Überlebenschance. Denn ich persönlich weiß, wie es die letzten Tage und Wochen um mich gestanden hat und leider immernoch steht. Hoffnungslosigkeit hat sich in jeder Zelle meines Lebens breit gemacht, hat mich nicht mal mehr einen einzigen freien Atemzug nehmen lassen und die Last der Vergangenheit hat sich auf meine Brust wie ein schwerer Hinkelstein gelegt.
Man könnte sagen, dass ich zur Zeit in einer Art Luftblase lebe. Ich habe mich entfernt vom Treiben dieser Welt und fühle mich alles andere als dazugehörig. Vielmehr wie ein nüchternen Betrachter, der weiß, dass die Stunden für ihn gezählt sind und er nur einen kurzen Blick auf das Wuseln der Menschheit werfen durfte.

Auf der anderen Seite jedoch, habe ich einfach unendlich große Angst vor diesem Datum und möchte einfach nur weglaufen, mich in Lust auflösen und mich befreien.
Nur ist mir auch klar, dass ich damit Leben zerstören würde und Menschen das antun würde, womit ich selbst nicht mehr zurecht komme.

Neben der Schwere auf meinem Brustkorb fühle ich innerlich absolut gar nichts mehr, als wäre ich losgelöst und innerlich total betäubt.
Hin und wieder keimt mal ein kleines Gefühl in mir auf, wie Hilflosigkeit, Wut oder Angst. Ja, vorallem die Angst dominiert derzeit ab und an mal mein Leben. Doch so im Großen und Ganzen fühle ich nichts.
Selbst meine wohlbekannte Prozedur, um wieder zu fühlen, um zu wissen, ja, ich lebe noch, hat ihren "Zauber", ihren Sinn, verloren. Egal wie tief ich schneide oder mich anderweitig verletze, kann diese Taubheit von mir nehmen.

Ich möchte weglaufen, mir die Haut über den Kopf ziehen, ausbrechen aus meinem Sein. Zur Zeit hüpfe ich auf meinen Wolken wieder so hoch, dass ich meinen Kontakt zu ihnen fast gänzlich verloren habe.


Wolkentänzerin

Dienstag, 20. November 2012

Lass dein Licht brennen!

"Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten,
 der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben" (2. Kor. 4,6)

Wolkentänzerin

Montag, 19. November 2012

Erstgespräch

Also jetzt ist es "fest". Ab Dezember werde ich 8 Wochen in einer Klinik verbringen. Der erste Eindruck bisher war ganz positiv: nettes Personal, freundliche Patienten. Doch weiß ich auch, dass es nochmal etwas anderes sein wird, wenn ich dann wirklich dort bin und 2 Monate erscheinen mir gerade wirklich lang und Angst einflößend. 
Noch ist es jedoch nicht so weit und ich habe noch eine gewisse "Schonzeit", wobei das auch wieder nicht stimmt, denn seien wir mal ehrlich, schlimmer als zur Zeit kann es ja eigentlich gar nicht mehr werden und da ist die Option einer Alternative schon irgendwie hoffnungsbringend.

Während meiner Zeit in der Klinik werden auch zukunftsorientierte Gespräche stattfinden, es soll geschaut werden, ob es nicht möglich wäre, dass ich ausziehen kann und auf eigenen Beinen durch mein Leben schreiten kann.
Ich finde, das klingt durchaus gut und wäre eine wirkliche Verbesserung zu meinem jetzigen Standpunkt.

Aber vorher kann man immer viel reden und weissagen, wie es am Ende wirklich wird, muss wohl die Zeit preisgeben müssen.

Wolkentänzerin

Samstag, 17. November 2012

Mittwoch, 14. November 2012

Vielleicht geschehen...

...schlechte Dinge ja auch deshalb, damit wir uns daran erinnern,
wie das Gute aussehen sollte.
Doch manchmal kann man sich bei all dem Schlechten nicht mehr
an das Gute erinnern.

Wolkentänzerin

Sonntag, 11. November 2012

I've been lost...


I was looking for something
anything at all
something to believe in
written on the bathroom wall
there were no answers to the questions I employed
nothing around me to fill up that void

I've been lost
and I've been found
I've been lost
been pushed around
what a cost
I nearly drowned
I've been lost
and I've been found

My broken home yeah,
my broken heart
I needed to make myself a brand new start
when you're feeling lonely in a crowded town
when your world around you comes crashing down

I've been lost
and I've been found
I've been lost
been pushed around
what a cost
my hands were bound
I've been lost
and I've been found

There was a time when I could not say
I got a reason to live another day
cause when you're desperate you ain't got no shame
in a world of darkness, in a world full of blame

I've been lost
and I've been found
I've been lost
been pushed around
what a cost
I nearly drowned
I've been lost
and I've been found

I've been lost
and I've been found
I've been lost
been pushed around
what a cost
my hands were bound
I've been lost
and I've been found

(Social Distortion - Lost and Found)

Wolkentänzerin


Samstag, 10. November 2012

Lose Blätter oder Überlebenskünste

Hast Du auch das Gefühl innerlich tot zu sein? Oder absolut leer und ohne Glanz?

Dann möchte ich Dir etwas sagen:

Vielleicht bist Du einfach auch wie ein Laubbaum. Anders als die immergrünen Nadelbäume, verlierst Du halt ab und an mal deine Blätter, dein wunderschönes Kleid.

Dann magst Du Dich vielleicht absolut kahl, leer und tot fühlen, doch entspricht das nicht den Tatsachen. Denn ein Laubbaum legt seinen Schmuck, seine farbenfrohen Blätter im Herbst und Winter ab. Ein faszinierendes Naturspektakel. Die Wälder sind in dieser Zeit übersäät von bunten Bäumen, scheint die Sonne dann noch, dann verbreiten sie so viel Ruhe und Frieden, wie man sich nur vorstellen kann. Ein ganz normales und überaus wichtiges Ereignes für sie.
Es gibt so viele unterschiedliche Laubbaumarten, jede ist verschieden, hat andere Blätter, einen anderen Wuchs, sprich andere Voraussetzungen, trotzdem verliert jede von ihnen ihr Blattwerk im Herbst, um sich die eigene Energie zu sparen, um über die kalte Jahreszeit zu kommen und zu überleben.

Ja, es mag Arbeit für die Menschen sein, die einen Laubbaum in ihrem Umfeld haben, müssen sie schließlich das Laub, dass du abgestoßen hast, zusammenharken und wegschmeißen. Doch nehmen sie das gerne in Kauf, weil Du sie mit deinem Wesen in Beschlag nimmst und sie dich gerne in ihrem Umfeld haben, schenkst Du ihnen einen Einblick in die wundervolle Schöpfung und verteilst Kraft und schöne Augenblicke. Ihnen ist zudem bewusst, dass du diesen Balast einfach nicht mehr brauchst und nur ohne ihn überleben kannst. Da sind sie Dir natürlich gerne behilflich bei, ihn auch wirklich loszuwerden.

Es stimmt also nicht, wenn Du denkst, Du seiest schon tot, hässlich oder wertlos. Nein, Du sparst Dir nur Deine Energie und das ist vollkommen in Ordnung. Du bietest nämlich immernoch vielen Lebewesen Unterschlupf, Nahrung und Schutz. Nach außenhin magst Du unscheinbar aussehen, aber das bist Du nicht.
Und wenn die Zeit gekommen ist, wenn Du wieder genug Kraft und Lebensenergie besitzt, dann wirst auch Du deine Krone wieder aufsetzen und jeden mit deiner Schönheit einnehmen.

Außerdem haben wahre Liebhaber deines Seins auch einen Blick für deine winterliche, blattlose Erscheinung übrig.
Denn nichts fasziniert so sehr, wie die Überlebenskünste des Baumes.



Wolkentänzerin

Freitag, 9. November 2012

Donnerstag, 8. November 2012

Klinikaufenthalt

Ich habe mich dazu entschieden, in eine Klinik zu gehen; helfen mir andere Möglichkeiten nicht mehr ausreichend, um mich auf der Erde, mich stabil zu halten.

Offen gestanden, mir graut vor der Klinik, weiß ich schließlich nicht, was mich erwarten wird, welchen Menschen ich begegnen werde, doch weiß ich auch, dass dies meine letze Chance ist, um mein Leben endlich auf die Reihe zu bekommen.
Erfolgsbilanz? Das wird sich wohl herausstellen müssen. Mein letzter Halt und meine letzte Überlebensmöglichkeit. So bitter das auch klingen mag, es ist leider meine Realität.

Die Krankheit hat mich bis zur Gänze in Beschlag genommen, ein normales alltägliches Leben scheint in weiter Ferne zu liegen.
Beschämend, wenn ich darüber nachdenke. Ich finde es außerdem zu tiefst beschämend, dass ich überhaupt die Lösung Klinik ergreifen muss, habe ich doch auf Deubel komm raus versucht, es ohne zu schaffen, mich an meinen eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.

Ich gebe nicht gerne zu, wie es wirklich um mich steht, mache ein Geheimnis aus meinen wahren Gefühlen und empfinde Scham, wenn ich bekennen muss, dass ich am Ende meiner Kräfte bin.
 Akzeptieren kann ich mich selbst nicht mehr und empfinde negative Gefühle an den Gedanken meines eigenen Versagens. Ja, manche mögen es nicht als solches ansehen, denken nicht, ich hätte versagt, doch sehe ich das so. Für mich habe ich gefehlt - mal wieder.

Meine Angst festigt sich, je realer und wirklicher der Gedanke und das Vorhaben Klinik wird. Ich habe Montag in einer Woche ein Gespräch, alles Nötige soll geklärt werden. Der Gedanke daran, versetzt meinem Herzen jetzt schon einen Schlag und mir graut davor.
Ich bin dort allein, muss mich intensiv mit mir auseinander setzen und kann nicht mehr vor mir fliehen, kann mir meine Welt nicht mehr schön reden und mich selbst belügen - was wahrscheinlich auch der Sinn des Konzeptes Klinik ist.

Wahrlich, ich habe gemischte Gefühle und vor allem panische Angst. Doch ist es mein letzter Finger in Richtung Leben und lebendiger Erlösung.


Wolkentänzerin

Dienstag, 6. November 2012

Ungeordnet/Banalität

Ich könnte schreiben von der Hoffnung, von unbändigem Lebenswillen, von Liebe und von Trost. Von unendlich hellen Strahlen, die mitten in das Herz fallen. Ich könnte von der Schönheit der Natur schreiben, wie sie sich in jedem Grashalm, jedem Blütenblatt und jedem Windhauch entfaltet.
Ja, ich könnte wahrlich über all diese wunderbaren Dinge auf dieser Welt schreiben.

Doch nichts davon ist das, was mein Sein zur Zeit beschäftigt. Nichts davon kann mich halten oder mir ein Stück Freudigkeit spenden.
Ich selbst weiß nicht, was mit mir los ist. Warum es momentan so derart schlimm ist. Weshalb ich mich so gefangen in mir selbst fühle.
Für einen kurze Phase kann ich glauben, alles würde besser, habe das Gefühl "ja, ich packe das. Ich kann kämpfen und alles besiegen". Da diese Phase der Euphorie jedoch nicht lange währt, sinke ich dann wieder hinab in mein schon gut bekanntes Tal der Finsternis.

Wie oft höre ich: "Ach, lächel doch mal wieder" oder "Na komm, so schlimm ist es doch alles gar nicht". Mir wird gesagt, ich solle leben, mich auf das Schöne konzentrieren.
Aber weißt Du, was mein Problem dabei ist?
Ich kann nicht mehr das Schöne wahrnehmen. Klar ich betrachte es, versuche mich daran festzuhalten und doch verschwimmt es vor meinem inneren Auge.
Ich kann auch lächeln, kann freudig aussehen, auf Kommando. Das habe ich über die Zeit fast bishin zur Perfektion trainiert.

Nichts davon ist real, nichts davon bin wirklich ich. Wobei ich zugeben muss, nicht mal wirklich zu wissen, wer ich denn nun wirklich bin. Ich weiß aber, ich kann auf Abruf jemand sein, den mein Umfeld gerne sehen würde.

Innerlich? Ja, innerlich bin ich unglaublich einsam. Bin nicht fäig zu zeigen, auszudrücken, was ich wirklich fühle. Ich lege mir die Worte im Mund zurecht, überlege, was ich sagen möchte und wenn ich dann die Chance eines Gespräches erhalte, dann sitze ich bloß da und ich schweige.

Langsam hängt mir dieses Schweigen zum Halse raus und es ekelt mich an, dass ich meinen Schmerz nicht rausschreien kann, ihm keine Worte geben kann.

Was mich beschäftigt? Mich beschäftigt meine eigene Banalität. Keine meiner Taten hat eine Bedeutung. Nichts von dem, was ich täglich tue, hat einen bleibenden Wert. Vielleicht werde ich morgen überfahren und bin weg vom Fenster. Vielleicht habe ich endlich mal Eier in der Hose und setze dem wirklich ein Ende, dann bin ich weg und nichts vom meinem Leben bleibt.

Dieses Leben ist total banal und unwichtig. Jeder von uns wandelt über diese Erde, versucht den Sinn des Lebens zu finden und dann? Dann sterben wir und uns erwartet eine ungewisse Zukunft. Ist schließlich niemand von da zurückgekehrt.

Weißt du, es ist einfach so: Ich verstehe nicht, wofür ich kämpfen soll. Stumpf meinem Alltag nachrennen, mich therapieren lassen und hoffen, dass ich so werde, wie die anderen Gestalten auf diesem Planeten? Nach vorne schauen, weil ich nun mal im Jetzt lebe, den Schmerz vergessen.

Ehrlich? Ich habe keine Lust mehr auf dieser Welt zu sein und der Banalität ihren Lauf zu lassen. Wenn ich sterbe, sterbe ich nun mal. Der Zeitpunkt ist doch dabei absolut egal.



Wolkentänzerin

Wenn die Zeit endet,...

...beginnt die Ewigkeit.

Wolkentänzerin

Sonntag, 4. November 2012

Donnerstag, 1. November 2012

Autounfall

Vor einigen Monaten, passierte es.

Ich war mit zwei Freundinnen ins Kino gefahren, wir haben den Film "Safehouse" geguckt und beschlossen danach kurzerhand noch, in eine Disco zu gehen.

Wir tranken alle drei ein paar Cocktails, waren angeheitert und beschlossen, zurück in unsere Stadt zu fahren und dort weiterzufeiern.
Leichtsinnig wie wir waren, stiegen wir ins Auto und ließen unsere, ebenfalls angetrunkene, Freundin fahren. Dabei haben meine Eltern mir immer eingebläut, ich solle nie in einem Auto mitfahren, wenn auch nur ein Insasse betrunken sei. Zu schnell könne etwas passieren.

Doch da ich ziemlich betrunken war, bin ich, ohne zu überlegen, eingestiegen. Wir fuhren eine Landstraße entlang, die ziemlich viele enge Kurzen beinhaltet und meine Freundin, die hinterm Steuer saß, sagte scherzhaft: "Soll ich euch mal mit 100 durch die Kurve jagen?".

Dann sahen wir es, ein Auto stand direkt hinter dieser Kurve quer auf der Straße, halb im Graben. Es war gegen einen Baum gerast, dahinter noch ein Wagen.
Wir hielten sofort an, wollten Erste Hilfe leisten. Hatten kurz vorher noch einen San-A-Schein gemacht.
Als wir auf die Straße traten, fragten wir: "Ist alles in Ordnung?" - Wenn ich so darüber nachdenke, eine ziemlich dämlich Frage, war es schließlich offensichtlich, dass da nichts in Ordnung war.

Die Insassen des zweiten Fahrzeugs, das vollkommen unversehrt war, waren höchstens 24. Sie waren zu zweit in dem Auto gewesen und erzählten uns, sie wären auf einer Privatfeier gewesen und wollten noch woanders einen Absacker machen. Sie seien hinter dem ersten Auto hergefahren, das dann auf einmal aus heiterem Himmel gegen den Baum geknallt sei. Der eine Junge sagte immer und immer wieder, in dem ersten Auto sei sein "Bester". Er müsse seinem "Besten" doch helfen.

Sofort liefen wir zum Unfallfahrzeug, es war vollkommen demoliert, der Fahrer ansprechbar, doch überall war Blut. Die beiden auf dem Rücksitz hatten "nur" einen Schock und wurden ziemlich aggressiv, als wir sie baten, auszusteigen.
Dann fiel unser Blick auf den Beifahrer, er war ohnmächtig, nichts ansprechbar, blutüberströmt.
Da noch niemand die Polizei und einen Krankenwagen geholt hatte, riefen wir sie an.

Sofort versuchten wir, den Beifahrer aus seinem Sitz zu befreien und ihn aus dem Auto zu hieven. Ein Anwohner half uns dabei.
Wir hatten jedoch einige Zeit verloren, weil der besagte Anwohner sich nicht sicher war, was nun wirklich zu tun wäre und ob es vorteilhaft wäre, den Beifahrer aus dem Auto zu ziehen. Wüsste er schließlich nicht, wie die stabile Seitenlage zu machen wäre. Wir versicherten ihm, wir wüssten das.
Denn wir hatten es gelernt, wussten, was zu tun war. Gerade, als wir ihn herausholen wollten, trafen Polizei und Feuerwehr ein und übernahmen das für uns.
Sie holten den Jungen raus und reanimierten ihn noch an der Unfallstelle. Die Hand meiner Freundin war voller Blut, sie hatte ihn am Hinterkopf gestützt, es sah schlecht aus für ihn. Ich konnte meinen Blick nicht von seinem Gesicht nehmen, ich war wie hypnotisiert.

Unsere Zeugenaussagen wurden von der Polizei aufgenommen. Da sah ich eine Person, die mir schmerzhaft bekannt war. Es war ein Notfallseelsorger, der selbe, der da war, als mein bester Freund Suizid begangen hatte. Er hatte die Beisetzung gehalten. Und jetzt stand er da, kümmerte sich um die Freunde des Schwerverletzen.

Wieder einmal wollte ich helfen und konnte es nicht. Der Polizist, der unsere Aussagen aufgenommen hatte, sagte, wir dürften jetzt fahren und das taten wir auch. 

Einige Tage später erfuhren wir, dass der Fahrer stark alkoholisiert war und zudem Drogen genommen hatte. Auch der Beifahrer war drogenabhängig, was die Rehabilitation störte. Er lag sehr lange im künstlichen Koma, dann die Freude, er war auf dem Weg der Besserung.

Als ich dachte, alles wäre nochmal gut ausgegangen, die verstörende Nachricht: Er war gestorben, unterlag seinen Verletzungen.

Bilanz? Ich hab mal wieder nicht helfen können.



Wolkentänzerin

Sonntag, 28. Oktober 2012

Jener Donnerstag

Es war ein Donnerstag, ich erinnere mich daran, als wäre es gestern erst geschehen. Du warst in der Schule und warst so verändert. Ich habe gemerkt, dass da etwas nicht stimmt, doch konnte ich dich nicht drauf ansprechen.

Samstag davor war doch noch alles gut gewesen. Du hattest einen Leichtathletikwettbewerb, hast gelacht und dich so gefreut. Alles schien besser, ich habe mir unsere Zukunft schon ausgemalt, habe gedacht, wir würden zu viert noch so viel Freude erleben. Sie hat dich gefragt, ob du ihr einen Jungen klarmachen könntest. Es tat mir ihm Herz weh, ich wusste, wie verliebt du in sie warst und sie wusste es auch...

Dann am Montag hast Du uns die Freundschaft gekündigt, hast gesagt, du könntest es nicht mehr ertragen sie zu sehen, mit ihr befreundet zu sein. Du bräuchtest Abstand und könntest dich auch nicht mehr mit mir treffen, es würde uns ja immer nur im 3er-Pack geben. Ich habe es nicht verstanden, du warst mein bester Freund, ich konnte über alles mit dir reden - wirklich alles. Dir habe ich vertraut, ich wusste, wie es dir ging und es tut mir leid! Es tut mir leid, dass ich nicht genung für dich da gewesen bin.

In der Schule haben wir seit dem Montag nicht mehr miteinander geredet. Du hast Zeit mit Jungs verbracht, die du nicht ausstehen konntest und ich habe es kaum ertragen, das mit ansehen zu müssen.
Ich habe mich immer und immer wieder gefragt, wie ich die Freundschaft zu dir wieder grade rücken könnte, wie ich es schaffen könnte, dass die Freundschaft nicht gänzlich zerbricht. Ich dachte, spätestens, wenn sie ins Ausland gehen würde, würden sich die Dinge wieder regeln. Oh, wie naiv ich doch gewesen bin.

Am Donnerstagnachmittag saß ich Zuhause und schaltete den Computer ein, ich sah nach, ob du vielleicht bei Icq on wärst, wollte ich doch mit dir schreiben, sagen, wie sehr ich die Gespräche und Telefonate mit dir vermisse. So suchte ich in der Liste deinen Namen, du warst off und hattest als Statusmeldung den Satz: "Mein letzter Tag <3". Ich weiß noch, wie mir mein Blut in den Adern gefrier, ich weiß noch, ich bekam Panik.

Hattest du mir nicht erzählt, welches Gefühl, welchen Wunsch du hattest? Ich wusste es. Wusste wo, wieso und wie. Und ich sagte dir auch, ich müsse das jemandem erzählen und du sagtest, nein, du gingest ja zu deiner Therapeutin. Als du ein paar Tage später zu mir kamst und sagtest, du hättest diese Gedanken nicht mehr, glaubte ich dir. Habe ich nicht gewusst, dass das nur eine Lüge war? Ich selbst wusste doch genau, dass diese Gedanken nicht von jetzt auf gleich verschwinden, sondern sie einen ständig begleiten. Es keine Wunderheilung gibt. 
Mein lieber Freund, ich wusste, wie es sich anfühlt, ich wusste es schon vor zwei Jahren, trug diese Gedanken selbst seit einigen Jahren mit mir rum und tue es auch heute noch. Ich wusste, es war eine Lüge. Doch ich tat nichts. Ich tat einfach nichts.

Ich rief S. und D. an, sagte, was ich gelesen hätte. Sah, dass du auch auf Schülervz etwas geschrieben hattest. Du schriebst, dass würde das jemand lesen, wärst du bereits tot; Du wollest ein Zeichen gegen die Intrigen und Lügen auf dieser Welt setzen, könnest das alles nicht mehr ertragen.
Wir fuhren sofort zur Polizei, wollten, dass du gesucht wirst.
Wir suchten überall, nur nicht dort, wo du warst. Aber wusste ich es nicht? Ich wollte in den Wald fahren, wollte dir die Tüte vom Kopf ziehen. Wusste, dass du dort warst.
 Es regnete in Strömen, wir fuhren zu dir nach Hause, schauten durch das Fenster in dein Zimmer - es war unordentlich, ein Zeichen dafür, dass wirklich etwas passiert sein musste.

Die Polizei suchte bis 1Uhr nachts zusammen mit deinem Stiefvater den Wald durch - keine Spur von dir.

Am Freitagmorgen sollten wir eine Deutschklausur schreiben. Da du jedoch immer noch nicht aufgetaucht warst, wurde sie verschoben. Ich saß da und hörte, was meine Mitschüler sagten. Eine sagte, darauf, dass du sicherlich frieren würdest: "Ja, er ist doch selbst schuld, was ist er auch so dumm und bleibt über Nacht weg. Es geschieht ihm ganz recht."
Die Polizei befragte uns, wollte wissen, ob Du das wirklich ernst gemeint haben könntest.
Ich war mir leider sicher, dass du nie etwas gesagt hast, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben.

Ich saß im Kunstunterricht, neben mir der leere Platz. Du hättest da sitzen sollen. Ich hielt es nicht aus. D., S. und ich fragten, ob wir gehen dürften und wir durften. Wir gingen in den Wald, wollten dich suchen.
Wir riefen nach dir - keine Antwort. Ich erhielt einen Anruf, meine Mutter sagte mir, bei uns läge ein Brief von einem D*****. Mir wurde schlecht, denn das konnte nur ein Abschiedsbrief von dir sein.
So schnell ich konnte lief ich nach Hause und öffnete ihn, ich konnte keine einzige Träne weinen, denn ich war einfach schockiert. Du hattest ihn per Post verschickt, hast alles ins kleinste Detail geplant gehabt. Keine Möglichkeit einen Rückzieher zu machen.

D. und S. hatten auch Abschiedsbriefe. S.s Brief hast du sogar persönlich eingeworfen. Ich denke, ich verstehe deine Motivation dafür. Wir sagten sofort dem Polizisten Bescheid, der sich mit uns traf und meinen Brief, das letzte, was ich von dir hatte, mitnahm. Er sagte bloß, du wärst sicher nur weggelaufen, kämst bald zurück, wir sollten uns nichts so viele Sorgen machen.

Der Freitag verging und kein Lebenszeichen von dir. Bis mich D. um 16:23 anrief. Sie sagte, schau mal ins Internet. Ich erfuhr die Nachricht durch das Internet: auf der Seite eines Lokalsenders die Nachricht: Man hatte dich gefunden, im Wald, tot.
Ich weiß nicht, wann ich vor Schmerz jemals so laut geschrien habe, wie an diesem Tag. Ich weiß auch nicht, ob ich jemals so viele Tränen geweint habe, wie an diesem Wochenende. Ich weiß nur, dass ich seit jenem Wochenende keine Tränen mehr habe.

Am Montag erfuhr ich, dass man dich mit einer Tüte über dem Kopf gefunden hatte, ein paar Schritte vom dem Ort entfernt, wo D, S und ich gestanden und nach dir gerufen hatten. Ich erfuhr, dass der Anruf meiner Mutter uns davor bewahrt hatte, dich zu finden.

In der Schule liefen so viele Menschen rum, weinend. Es gab einen Raum der Stille, es tummelten sich Mitschüler darin, die dich nicht mal gekannt hatten. Sie weinten und sagten, dass du doch so ein guter Mensch gewesen wärst.
Menschen, die dich gemobbt hatten, sagten, es täte ihnen leid, dass du das getan hast. Du wärest ihnen so wichtig gewesen.
In diesem Moment habe ich so viel Hass empfunden, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Mir war speiübel auf Grund der Lügen, der Täuschung und der Tränen meiner Mitschüler.

Wir 3 konnten nicht weinen, haben uns zurückgezogen und sogar gelacht. Haben über dich geredet, haben uns gegenseitig Geschichten erzählt über unsere gemeinsame Zeit. Aber D. du hast gefehlt, du fehlst und wirst immer fehlen. 

Ein Psychologe wollte mich uns reden, doch keine Chance. Es war alles so unendlich irreal. Wir waren so erschöpft, wollten flüchten. Man sagte, wir müssten darüber reden, doch konnten wir nicht.

Auf der schulinternen Gedenkfeier hielt ein Mädchen aus unserer Klasse eine Rede, sagte, du wärest ein toller Mensch gewesen. Doch war sie eine der Mobberinnen gewesen, hatte dich ausgelacht. Als sie die Rede geschrieben hatte, konnte sie keine deiner Charaktereigenschaften nennen, das taten wir. Uns sie stand nun da und erhielt Anerkennung für die gefundenen Worte für dich. Am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte ihr eine geknallt, doch wusste ich, dass ich das nicht tun konnte.
Wir übergaben deiner Mutter das Kondolenzbuch, sie umarmte uns so sehr und weinte dabei. Doch keine einzige traurige Träne verließ mein Auge. Keine einzige.

Einige Tage später fand deine Beisetzung statt, ich erinnere mich nicht mehr an sehr viel davon. Ich war nur äußerlich anwesend. Doch sehe ich immer noch das große Bild von dir auf einer Staffelei aufgebaut, vor deinem Sarg. Höre immer noch die Musik, die deine Mutter für diesen Tag ausgesucht hat. Es lief "Dieser Weg" von Xavier Naidoo und "Tears in Heaven" von Eric Clapton.
Höre ich diese Lieder heute im Radio, verkampft sich mein Herz und die wohlbekannte Übelkeit ist wieder da.
Wir liefen zu deiner Ruhestätte, hinter deinem Sarg her, ich sah, wie dein Sarg in die Erde hinabgesenkt wurde, wir warfen eine Rose darauf und verabschiedeten uns. Doch tat ich das wirklich?

Und seitdem fahre ich auf den Friedhof, wenn ich dich besuchen möchte. Jedesmal kommen mir die gleichen Bilder wieder hoch und ich bin mir schmerzlich bewusst, dass ich nichts getan habe, um dich zu retten. Ich habe nichts getan. Ich trage die Schuld. Ich war die einzige, die wusste, wo und wie. Nur das "wann" behielst du dir vor.

Meine lieber bester Freund, ich werde diese Tage niemals vergessen, werde den Schmerz niemals vergessen und ihn wohlmöglich für immer mit mir rumtragen. Doch ich hoffe, dass du den Schmerz ablegen durftest und erlöst bist.


Wolkentänzerin

Samstag, 27. Oktober 2012

Ich könnte...

...jetzt vieles sagen, könnte sagen, was in mir ist,...


...doch ich ziehe es heute vor, Dich einzuladen, mit mir zu schweigen. 
Denn dann verschwimmt all das Unwichtige und es bietet sich
die Möglichkeit, das Licht erahnen zu können. 

Wolkentänzerin

Freitag, 26. Oktober 2012

"Nun aber bleiben...


 ...Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größe unter ihnen" (1.Korinther 13,13)

Was davon besitze ich eigentlich noch? Den Glauben? Ich habe ihn fast verloren, versuche nun, ihn mir wieder zurückzuholen, ob es mir gelingt, weiß ich jedoch noch nicht.

Die Hoffnung? Ich hoffe, dass ich endlich erlöst werden möge, auf welche Art und Weise auch immer.

Die Liebe? Ja, sie ist das einzige, von dem ich mit Bestimmtheit sagen kann, dass ich sie noch besitze und ich bin dankbar, dass ich trotz allem, was ich zu erleben hatte, lieben kann. Deshalb ist es mein höchstes Ziel, sie zu verbreiten. Denn jeder Mensch soll die Chance haben, Liebe zu erfahren und fähig zu sein, sie selbst verbreiten zu können.

Welches von den 3 Dingen hast Du Dir erhalten? Oder hast Du sie Dir alle 3 erhalten? Dann sei froh, denn geht Dir auch nur eines verloren, fängt ein kraftraubender Kampf an, um es zurückzugewinnen.

Wolkentänzerin


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Belastungsgrenze

Wo liegt deine Belastungsgrenze? Hast du überhaupt mal darüber nachgedacht? Weißt, ab wann es genug ist und du aufhören musst?

Ehrlich gesagt, habe ich bisher nie darüber nachgedacht, habe meine Vergangenheit aufgerollt, angefangen über sie zu reden und mir dabei nie bewusst gemacht, dass ich eine Belastungsgrenze habe.

In der Therapie hat mir mein Psychologe erklärt, dass viele Themen die Belastung ansteigen lassen können und diese schnell ins Unerträgliche rutschen kann. Erst da ist es mir aufgefallen, wie sehr mich doch Geschehnisse der Vergangenheit aufwühlen und oft auch gänzlich aus der Fassung bringen. Ich drifte ab in eine andere Welt, nicht vergleichbar mit dieser realen Welt, nein, sie ist einfach anders. Dann tauche ich in sie hinein und bin nur äußerlich anwesend. Ich sehe die vielen Sitautionen, die eine Therapie erst nötig gemacht haben und bin unfähig, mich daraus zu befreien.
Ein Resultat daraus, dass meine Belastungsgrenze überschritten wurde.

Damit das nicht passiert, oder sagen wir mal, damit das etwas weniger oft vorkommt, muss ich meiner Belastung zwischendurch eine Zahl zwischen 1 und 10 zuordnen, wobei 10 eine unerträgliche Belastung bedeutet.
Dazu soll ich noch ausdrücken, was ich in den Momenten fühle und wie mein Körper auf die Belastung reagiert.

Ich übe mich also darin meine Belastungsgrenze kennenzulernen. Doch habe ich dich böse Vermutung, dass ich sie absichtlich übertreten werde und Dinge provoziere, damit sie anschließende ihren unausweichlichen Weg gehen...


Wolkentänzerin

Dienstag, 23. Oktober 2012

Versagt

Ich habe versagt, vollkommen und absolut. Es hat mich nicht mal sehr überrascht, hatte ich es nicht erwartet, schon währenddessen gemerkt, dass das hier nichts werden kann?

Nun, jetzt weiß ich es also mit Sicherheit, ich habe versagt und diese Erkenntnis zieht mich nach unten. Ja, es ist wahr, ich mache mir zu viel Druck, erwarte zu viel von mir. Sollte ich nicht erst einmal gesund werden?

Ich fühle einen innerlichen Druck, er ist mir mit der Zeit so bekannt geworden, begleitet mich und doch ist er die letzten Tag viel stärker geworden, als ich es mir je hätte erträumen lassen. Es ist noch schlimmer geworden. Viel schlimmer. Unerträglich. Ich halte es nicht mehr aus und weiß, ich muss etwas tun, muss mich erlösen.

Ich bin einsam, verletzt, entschlossen und verloren. 

Wolkentänzerin

Sonntag, 21. Oktober 2012

Heute

Ich habe Dich heute besucht, wollte sehen, wie es dir geht. Wobei das Quatsch ist, denn wird mir diese Frage zu meinen Lebzeiten nicht mehr beantwortet werden. Nur den Glauben daran, dass es Dir gut geht, Du deinen Frieden gefunden hast, kann ich festhalten.
Die Sonne hat sich heute von ihrer besten Seite gezeigt und deine Ruhestätte mit einem goldenen Glanz erfüllt. Die Bäume um dich herum zeigten die schönsten Farben, die die Natur zu bieten hat.

 Lange konnte ich nicht bei Dir bleiben, zu sehr schmerzt es innerlich. Auch, wenn alles so friedlich, so wundervoll ausgesehen hat, Du bist tot und das kann ich mir auch nicht schön reden. Weißt Du, ich hätte mich gerne einfach unter einen Baum gelegt und die Natur genossen. Ich möchte so gerne vor meinem Leben, vor der Verantwortung, die ich trage, flüchten. Würde gerne eine Auszeit vom Leben nehmen und alles aus einer anderen Perspektive betrachten. Meinen Seelenfrieden finden und ihn mir für immer bewahren.
Und ich hoffe inständig, dass Du, lieber D*****, ihn gefunden hast.



Wolkentänzerin

Nichts mehr im Griff

Selbst die kleinste Kleinigkeit, früher mit Leichtigkeit erledigt, ist heute für mich eine echte Herausforderung. Ich frage mich wirklich sehr oft, wo denn nur meine Kraft hin ist? Warum ich sie verloren habe und warum mir alles mögliche so unglaublich schwer fällt. Meine Gedanken sind ungeordnete Akten, die losen Zettel fliegen in meinem Kopf nur so herum, kein Anflug von Ordnung oder einem System.
Ja, das ist mein derzeitiges Leben: Ein heilloses Chaos ohne System oder Ordnung. Ich bin leer, überfordert und absolut unzufrieden mit mir und meinen Leistungen.
Es ist schon schlimm genug, das alles selbst einzusehen, sich einzugestehen, dass ich nichts mehr im Griff habe. Doch ist es noch einen kleinen Deut schlimmer, wenn das von anderen gesagt wird. Wenn die Eltern dir sagen: "ja, du schaffst doch eh nichts und wirst auch nie etwas erreichen", "du bist nicht lebensfähig".
Mein Leben ist sehr kompliziert und ich drohe unterzugehen. Keine Hoffnung, kein Ziel, keine Motivation und absolut keine Freude.
Natürlich kann ich mir kurz einreden, dass alles gar nicht so schlimm ist, dass ich mit der Gesamtsituation gar nicht so unzufrieden sein sollte. Kurze Zeit später platzt die Bombe dann wieder und schleudert mich in Richtung Boden. Ich falle auf die Oberfläche der Realität zurück und muss mir immer wieder neu eingestehen, dass ich krank bin, nichts im Griff habe und eine Heilung noch lange dauern wird, sofern sie überhaupt irgendwann möglich sein wird - ich bezweifle es.

Wolkentänzerin

Freitag, 19. Oktober 2012

Wie fühlst du dich?

Ich fühle mich einsam, ungebliebt, fehl am Platz, verloren, verlassen und tot.

Wenn die Zeit reif ist, verschwindet die Wolke und war nimmer gesehen.




 Und wie fühlst du dich ?           

Wolkentänzerin

Wofür noch leben?

Die Sonne scheint und alle um mich herum sind glücklich. Ein seltsames Gefühl, denn nach außenhin tue ich so, als ginge es mir genauso, als wäre ich nicht depressiv, nicht krank. Als wäre ich glücklich, glücklich zu leben.

Doch was ist denn nun die Wahrheit? Was verbirgt sich wirklich hinter der Fassade, der perfekt geschminkten Maske? Es geht mir nicht gut, ich bin in einem tiefen Tal und meine Suizidgedanken sind sehr stark. Ich weiß nicht, woran ich mich festklammern soll. Was mich noch auffangen kann und wird. Worein ich noch meinen letzen Lebenswillen setzen soll. An dem Gedanken, dass es ja nur besser werden kann? Dass alles nur eine Phase ist?
Eine sehr lange Phase, wenn du mich fragst. Und besser werden? Daran habe ich die Hoffnung schon lange aufgegeben. Ich kämpfe nur weiter, weil ich weiß, dass ich mit einem Suizid viele Leben zerstören würde.

Eigentlich dämlich, denn wer hat schon Rücksicht darauf genommen, als mein Leben zerstört wurde?

Ich weiß nicht, mein Leben ist so banal und unwichtig. Irgendwann sterbe ich sowieso, also warum nicht jetzt? Ich bin so müde geworden und habe keine Kraft mehr zum kämpfen.

Sooft habe ich gedacht: "Ja, jetzt geht es wieder bergauf" und zack lag ich wieder auf dem Boden in irgendeinem Tal.
Ich habe das Gefühl, dass ich nie wieder gesund werde und ich hier absolut meine Zeit verschwende.

Und die Krönung ist, dass sich tagtäglich neue Lügen aufdecken, Lügen über Dinge, in die ich mal Glaube und Zuversicht gesetzt habe.
Dieses Leben ist eine einzige Täuschung und Lüge.

Wolkentänzerin

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Was wäre wenn...

...Du eine Million Euro gewinnen würdest? Wenn man sie dir einfach so, ohne Haken und Gegenleistung, schenken würde?

Was würdest du damit tun? Shoppen gehen? Das Geld anlegen? Es spenden? Es deinen Kinder, sofern vorhanden, geben? Dir ein Auto, Haus oder vielleicht sogar ein Schiff kaufen?

 Ich persönlich würde das gesamte Geld nehmen und damit Gutes tun. Würde es spenden, würde in der Stadt herumgehen und es den Obdachlosen geben. Würde Essen kaufen, richtig gutes Essen und es der Tafel bringen. 

Doch was ist jetzt? Ich habe Ersparnisse, kann sagen, mir geht es finanziell gut. Warum sollte ich das nur für mich behalten?
Ich werde jeden Monat anfangen, mit meinem Geld Gutes zu tun. Es mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber bis ich die Million gewinne, ist es ein Anfang.

"Laß vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34.15)
Denn dann strahlt die Sonne durch noch so dicke Wolken hindurch.

Wolkentänzerin

Dienstag, 16. Oktober 2012

Ich habe es satt!

Ich bin wütend, bin aufgewühlt, bin frustriert und könnte schreien, weinen und in Spiegel schlagen. So sehr wünsche ich mir, ich könnte verdammt nochmal endlich wieder weinen, könnte das rauslassen, was ich jetzt gerade fühle. Wie verletzt ich bin. Wie aufgewühlt und verlassen ich mich fühle.
Meine Rasierklingen würde ich am liebsten so tief in meinen Arm drücken, dass es endlich aufhört, dass ich diese elendige Welt endgültig verlassen kann. Ich habe es satt, habe die Lügen satt, habe die Ungerechtigkeit satt, habe den Betrug satt, habe die Heuchelei satt. 


Ich habe dieses Leben wirklich absolut und total satt - es reicht!

Genau das stand auch in dem Abschiedsbrief meines besten Freundes und ich kann jetzt, in diesem Moment, behaupten, ich verstehe Dich, D*****!

Wolkentänzerin

Ich fliege...

...wie die Möve über alles hinweg.

Wolkentänzerin

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Letzte Worte?!?

Was soll ich sagen? Habe ich überhaupt irgendetwas zu sagen? Muss ich noch etwas sagen, habe ich nicht schon alles gesagt? Am Ende wird es heißen, ich hatte ihr noch so viel zu sagen. Ich habe meine letzten Worte verfasst, habe geschrieben, was ich noch zu sagen habe. Aber ist das wirklich alles? Kann ich es so stehen lassen? Soll das wirklich das letzte gewesen sein, das man von mir lesen wird? Wird man mir Vorwürfe machen, weil ich gerade das noch zu sagen hatte? Wie soll man wissen, dass genau diese Worte, die richtigen wären, um für immer die letzten zu bleiben? Es wäre schließlich das letzte, was bleiben würde.


Wolkentänzerin

Lebenssinn?!?

Ich möchte mich freuen, wenn die Natur mich anlächelt. Möchte staunen, wenn sie ihre vollkommene Schönheit ausbreitet und die Sonne meine Seele streift. Keineswegs möchte ich blind durch dieses Leben gehen, ich möchte den Sinn für die Einmalikeit der Schöpfung nicht verlieren.

Ich möchte mitlachen, wenn mich ein Neugeborenes anlacht. Es soll mich mit seiner Unschuld, Freude und Unbezwungenheit anstecken, mich daran erinnern, dass eben nicht alles schlecht hier ist auf Erden. Ich möchte fasziniert davon werden, zu welchen Dingen das Leben fähig ist, welche Gnade sich auf Erden noch finden lässt.

Ich möchte von der Liebe in Besitz genommen werden, möchte jede meiner Taten ausschließlich aus Liebe tun. Möchte mir die Eigenschaften der Liebe aneignen. Sie verzeiht, sie nimmt jeden so, wie er ist, sie ist uneigennützig und duldsam. Sie sucht nicht nach Fehlern, sie gleicht einfach aus.

Ich möchte demütig über diese Welt gehen. Mir bewusst sein, dass mein Leben gering ist im Gegenteil zum Leben anderer. Mein Handeln soll geprägt sein von der Nächstenliebe. Solange ich lebe, möchte ich eine Stütze sein, möchte helfen und schützen. Ich möchte Hoffnung spenden, damit eine jede Seele die Chance erhält, das Leben genießen zu können. Denn einige Menschen erleben Dinge, die sie nicht beinflussen konnten, doch sollen sie ihr Leben lang unschuldig darunter leiden? Nein! Ich möchte, dass eine jede Seele die Möglichkeit zum Glück erhält.

Ich möchte nicht leben, doch da ist das muss, möchte ich verdammt nochmal, dass mein Leben einen Sinn hat!
Welchen Sinn hat dein Leben?

"Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann [...]" (Galater 6,10)

Wolkentänzerin

Dankbar

Gestern war ich für diese 3 wundervollen Dinge dankbar:

  1. Ich bin dankbar, dafür, dass ich genug zu essen habe.
  2. Ich bin dankbar, für die Menschen, die mich so sehr unterstützen.
  3. Ich bin dankbar, dass ich mich bilden darf und kann.

Heute möchte ich für Folgendes von Herzen danken:

  1. Ich bin dankbar, dass ich finanziell gesichert bin.
  2. Ich bin dankbar, dass es die Möglichkeit einer Therapie gibt.
  3. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die die Hoffnung in mich noch nicht verloren haben.


Und wofür bist du heute dankbar?


Wolkentänzerin

Montag, 8. Oktober 2012

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist eine Einstellung. Ich habe gelernt, dankbare Menschen seien glücklicher. Außerdem muss man sich die dankbare Einstellung bewahren, geht sie doch sehr leicht verloren.

Ein Dankbarkeitstagebuch soll helfen, sich die Dankbarkeit zu erhalten. So soll man täglich 3 Dinge aufschreiben, für die man dankbar sein kann und auch ist.

Ich werde also ab heute jeden Tag 3 Dinge nennen, für die ich Dankbarkeit verspüre.

  1. Ich bin dankbar, dass ich sehen kann. 
  2. Ich bin dankbar, dass ich schreiben kann.
  3. Ich bin dankbar, dass ich hören kann.
 

Wolkentänzerin

Sonntag, 7. Oktober 2012

Ein Brief...

Lieber *****,

ich habe mich dazu entschieden, dir einen Brief zu schreiben. Im Grunde bist du zwar keine einzige Zeile wert, denn du hast mein Leben derart ins Wanken gebracht und mein Wesen auf eine solche brutale Weise verändert, doch muss ich meinen Weg weiter gehen - ohne dich!

Ich verabscheue dich für das, was du vor fünf Jahren getan hast. Du hast mir meine Lebenssicherheit genommen, seitdem wandle ich mit Angst und Vorurteilen durch mein Sein. Nachts kann ich nicht allein auf die Straße gehen, weil ich das Schlimmste befürchte. Deinetwegen kann ich kaum noch Nähe zulassen, bin so eingeschränkt in meiner Handlungsweise. Es ist deine Schuld, dass ich nun so bin, wie ich bin - eingeschränkt, verängstigt und einsam. Es ist deine Schuld, nicht meine!

Jede Nacht wiederholt sich in meinem Kopf das, was du mit mir gemacht hast. Jede verdammte Nacht. Dauernd habe ich Flashbacks, weil ich Männer sehe, die dir ansatzweise ähneln, weil ich Bilder sehe, die mich erinnern, weil ich in meine Vergangenheit zurückgeworfen werde, durch was auch immer. Ich habe durch dich höllische Schmerzen, einen innerlichen Schmerz, der mir jegliche Kraft, jeglichen Lebenswillen aussaugt. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Durch deine Tat will ich sterben, ich will nichts mehr davon spüren. Es passiert in meinem Kopf, das weiß ich, aber es ist so ekelhaft real. Wieso ich das immer noch nicht abschließen konnte? Weil diese Wunde immer und immer wieder aufreißt, weil es mich in meinen Grundfesten erschüttert hat, weil es meine Sicht auf das Leben verändert hat, weil ich nicht damit gerechnet habe, weil ich es nicht verstehen kann, weil ich damit einfach nicht leben kann, weil es das mit Abstand schlimmste Ereignis war, das ich bis jetzt erleben musste. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Schließe ich meine Augen, sehe ich deine abscheuliche grinsende Fratze. Ich höre die drohenden Worte, höre, was du von mir verlangst. Ich möchte vergessen, möchte neu anfangen. Möchte unbeschwert sein, ohne einen einzigen Gedanken an dich zu verschwenden, ohne diese Bilder in meinem Kopf. Ich möchte vergessen, einfach vergessen. Am liebsten würde ich mich jedoch vergessen, nichts mehr spüren, dich nicht mehr fühlen müssen. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Ich hasse dich dafür, dass du mein Leben zerstört hast. Nein bedeutet nein! Du hattest nicht das Recht und du hast es auch nicht verdient gehabt! Ich war nicht dazu verpflichtet, dir das zu geben! Ich hasse dich dafür, dass ich nicht damit abschließen kann. Du warst älter, du hättest wissen müssen, dass man das nicht tut! Ich hasse dich dafür, dass ich mir immer noch die Schuld für all das gebe. Dass ich mich frage, ob ich wohl die einzige geblieben bin. Ich hasse dich dafür aus tiefstem Herzen, auch dafür, dass ich mir wünsche, du hättest deine Hände einfach etwas stärker zugedrückt, hättest sie nicht von meinem Hals genommen, sondern mich damit erwürgt. Ich hasse dich für diese Gedanken. Ich hasse dich, weil ich mich seither aufs Äußerste verabscheue und hasse. Es ist deine Schuld - nicht meine!

Wie kommst du auf die Idee, dass wir es nochmal versuchen sollten? Wie kannst du so dreist sein und solche Äußerungen von dir geben? Ich habe mir so lange vorgestellt, was ich tun würde, wenn ich dir irgendwann nochmal begegnen würde und du gibst sowas von dir. Ich bin wütend, weil du immer noch so unendlich viel Macht über mich verfügst, zu Unrecht. Das sollte so nicht sein, aber ich bin gefangen. Gefangen in meinem 14jährigen Sein, zumindest, in der Hinsicht. Du hast mir so viel von meinem Leben weggenommen, so viel von mir. Es ist deine Schuld, nicht meine!

*****, du hast mein Leben versaut und DAS werde ich dir nicht verzeihen können. Auch wenn ich mich dafür hasse, dass ich es tue. 

Es ist deine Schuld - nicht meine!
 Wolkentänzerin, alias *****

I will survive...


Trippin' out, spinnin' around
I'm underground
I fell down
Yeah, I fell down

I'm freaking out, where am I now?
Upside down
And I can't stop it now
It can't stop me now, oh, oh

I, I'll get by
I, I'll survive
When the world's crashing down
When I fall and hit the ground
I will turn myself around
Don't you try to stop me
I, I won't cry

I found myself in Wonderland
Get back on my feet, on the ground
Is this real? Is this pretend?
I'll take a stand until the end

I, I'll get by
I, I'll survive
When the world's crashing down
When I fall and hit the ground
I will turn myself around
Don't you try to stop me
I, I won't cry

I, I'll get by
I, I'll survive
When the world's crashing down
When I fall and hit the ground
I will turn myself around
Don't you try to stop me
I, and I won't cry

Wolkentänzerin

Samstag, 6. Oktober 2012

Narben

Jeder Mensch besitzt Narben. Der einzige Unterschied besteht darin, dass manche Narben eher zu sehen sind als andere; kommen die inneren schießlich nur sehr selten ans Tageslicht. Von vielen wissen wir nicht mal, dass sie vernarbte Stellen besitzen, zu gut überdecken sie diese.

Meine Oberarme und Beine sind übersät mit vielen Narben. Ich habe sehr helle Haut und so hinterlässt eine jede verheilte Wunde eine tiefrote breite Linie. Unzählige solcher Linien durchziehen meine Haut und jede erzählt eine eigene Geschichte.

Um ehrlich zu sein, ich möchte gar nicht wissen, wie viele innerliche Narben ich besitze. Welches Lebensereignis was für eine tiefe Wunde verursachte, von der nur noch die Narbe zu sehen ist. Wobei das auch nicht der Wahrheit entspricht, denn einige Wunden, die ich mir vor Jahren zuzog, sind immer noch nicht verheilt.

Doch es ist kein Geheimnis, dass jeder von uns Narben mit sich herumträgt. Niemand geht über diese Erde ohne sich auch nur einmal einen Schaden zuzufügen.

Narben sind jedoch auch Mahnzeichen. Sie erinnern an vergangene Fehler, an schlimme Situationen und sollen uns davor schützen, nochmal solche zu begehen oder in jene Situationen erneut zu gelangen. Ob sie ihren Nutzen jedes Mal erfüllen, ist wahrscheinlich zweifelhaft.

Festzuhalten ist nur, jeder von uns besitzt Narben, einige sind zu sehen und einige nicht. Aber keiner bleibt davor bewahrt.


Wolkentänzerin

Selbstbild

Ich schaue nicht häufig in den Spiegel, zu sehr schmerzt das Bild, das sich mir bietet. Meine Reflexion löst Wut und Hass in mir aus, weiß ich schließlich, wer und was ich bin, oder?!?

Man kann sagen, ich bin nie zufrieden mit mir und meinen Leistungen. Meine ganz persönliche Messlatte habe ich mir mit der Zeit so angelegt, dass es im Grunde unmöglich ist, sie zu erreichen. Das ist mir auch durchaus bewusst, ändert es jedoch nichts an der Tatsache, dass sie existiert.

Mein Gewicht ist ein weiterer Faktor, der mich unzufrieden stimmt, Wut in mir aufkeimen lässt. Schaue ich in den Spiegel sehe ich all das, was meiner Meinung nach zu viel ist. Vor ein paar Jahren, als ich 15 war, war ich magersüchtig, habe kaum noch etwas gegessen. Die Ursache? Eine gute Frage. Eventuell war es der Einfluss meiner Mutter, ich konnte sie nicht zufrieden stellen. Sie kritisierte mich am laufenden Band.
Ich war zu dick für sie. Als ich dann magerte, immer mehr Gewicht verlor, meine Knochen zu sehen waren, war ich ihr zu dünn. Es gab jedoch keine Zeit, in der sie sagte, ich sei genau richtig oder hübsch.

Mit der Zeit festigte sich ein verzerrtes Selbstbild. Mir wird gesagt, ich sei nicht zu dick, doch empfinde ich das als Lüge; denke, das würde mir gesagt nur damit ich mich besser fühle. Ein unendlicher Teufelskreis.
Gehe ich durch die Stadt oder andere öffentliche Stellen und werde angesehen, denke ich sofort, dass das daraus resultiert, dass ich zu dick sei. Dass ich deshalb angestarrt werde. 

Ich habe absolut keine Ahnung, ob ich diese Denkstruktur irgendwann durchbrechen kann, mich irgendwann wohlfühlen werde und vielleicht sogar dahin komme, mich irgendwann zu akzeptieren und hübsch zu finden.

Ich wünsche mir für Dich, dass du es tust, dass du glücklich mit dir selbst bist. Denn alles andere ist einfach schrecklich und schränkt einen Menschen so sehr ein. Also liebe Dich selbst und lass dir nichts anderes einreden!

Wolkentänzerin

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Mobbing

Mit diesem Post möchte ich ein Thema ansprechen, das für mich eine besondere Wichtigkeit besitzt. Ich habe die leise Hoffnung, dass es vielleicht gerade Dich zum Nachdenken verleitet und auch Du anfängst dagegen an zu kämpfen.

Wovon ich überhaupt rede?

Nun ich rede von Mobbing, eine der schlimmsten Formen von psychischer Gewalt. Mobbing richtet bleibende seelische Schäden an und ist unendlich grausam. Es vernichtet den Betroffenen und schränkt ihn sehr in seiner ganz persönlichen Entfaltung ein, hindert ihn daran sich frei zu entwickeln und zu verwirklichen.
Der Betroffene, das Opfer, fängt an seine eigene Persönlichkeit zu hinterfragen, zweifelt an seinem Wert und verliert das Selbstbewusstsein.

Das Wort Mobbing kommt von dem englischen Substantiv "mob" und bedeutet im Grunde nur die Bande, der Pöbel, sprich eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Die Übersetzung mit "Pöbel" trifft das Phänomen Mobbing ziemlich exakt, so lässt sich Mobbing mit anpöbeln übersetzen. Die Masse der Gleichgesinnten greift eine Person ihres Umfeldes an, die nicht der Norm zu entsprechen scheint.

Oftmals sind diese herausgepickten Personen leichte Ziele, wissen nicht, wie sie sich schützen sollen, Außenstehende der Gesellschaft, Einzelgänger und Seelen, deren Selbstwertgefühl generell schon Richtung Null geht. Solche armen Seelen werden ausgewählt, um Opfer von fiesen Attacken zu werden. Nur weil sie sich anders verhalten, das Leben auf ihre Weise leben.

Ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren, habe erlebt, was Mobbing bedeutet. Mich nannte man das "abtörn-Girl". Vermeintliche Freunde begangen Intrigen zu spinnen und ich geriet in den Strudel des Selbstzweifels.

Die schwerwiegenden Folgen von Mobbing sah ich auch vor einiger Zeit, als ich eine Reportage auf dem WDR sah, sie hieß Lucas letzter Brief. So hatte sich ein junger Mensch das Leben genommen, auf Grund von Mobbing in der Schule. Die Mitschüler, die ihn dazu "getrieben" hatten, empfanden keinerlei Schuld, waren überzeugt davon, dass sie richtig gehandelt hatten.

Ich möchte an dieser Stelle bloß an Dich, an Dein Mitgefühl, an Deine Liebe und nicht zu vergessen, an Deine Vernunft anppellieren.
Denn wie kann ein Mensch Opfer von Anfeindungen werden, weil er den vorherrschenden Normen nicht entspricht? Wieso existiert das Bild, dass alle gleich sein müssen? Wieso werden so interessante Individuen in ihrer Entwicklung derart eingeschränkt und mitunter auch zerstört?
Gib doch auch Du jeder Seele dich Chance, sich frei entfalten zu können ohne Angst vor Vorurteilen und Anfeindungen haben zu müssen.
Denn hat ein Mensch schon einen Menschen, der zu ihm hält, ihn so nimmt, wie er ist, verringert sich die Gefahr, dass diese Seele eventuell den Tod wählen könnte, weil sie denkt, nicht auf diese Welt zu passen.

Also bitte hilf mir, dass diese Welt zu einem schöneren Ort wird und mach Dich stark gegen Mobbing!


Wolkentänzerin

Achterbahn

Meine Gefühle und mein Lebenswille fahren Achterbahn,
auf ein Hoch folgt sogleich ein Tief...

Wolkentänzerin

Montag, 1. Oktober 2012

Frieden schließen?!?

"Sei milder mit dir selbst", sagte mir heute ein, für mich, sehr wichtiger Mensch.
Vielleicht hat er Recht, vielleicht sollte ich anfangen Frieden mit mir selbst zu schließen. Die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen.
Befreit sein von den Geschehnissen der vergangenen Jahre. Die Betonung liegt dabei wohl auf "vergangen". Es ist nichts mehr, was mich real verletzen kann, nichts, was mich in Gefahr bringen könnte.

Anfangen mir selbst zu vergeben, milder mit mir sein, mir keine Schuld geben für etwas, was ich nicht beeinflussen konnte. 

Doch ist es wirklich so einfach? Kann ich von jetzt auf gleich aus dem Strudel der Schuld springen? Meine Suizidgedanken ablegen und glücklich werden? Ich wünschte, es gäbe einen Knopf, einen automatischen Mechanismus, der mich per Knopfdruck in mein Glück befördert.
Nun, leider gibt es diesen Knopf nicht, es gibt keine "Sofortheilung". Doch es gibt den Willenskampf, den Kampf um eine bessere Situation. Ich kann darum kämpfen, befreit zu sein. Dafür muss ich mir nicht das Leben nehmen, ich kann es bereits hier erreichen. Denn wer sagt, dass ich dort, wo auch immer ich nach meinem Tod hinkomme, befreit bin? Niemand kam von dort zurück, den ich fragen könnte.

Ich möchte frei sein, atmen, schlafen, lachen, leicht sein können. Und all das kann ich hier erreichen, ich kann hier befreit leben.
Mir ist dabei durchaus bewusst, dass das ein unglaublich langer Weg wird, dass er mir jegliche Kraft rauben wird und mich an den Rand meiner Fähigkeiten befördern wird.

Aber ich habe heute gelernt, dass es sich lohnt und es an mir selbst liegt, was ich aus meinem Leben mache. Niemand kann für mich mein Leben leben, das muss ich schon selbst tun.

Ich habe heute den Schritt getan und hab es ausgesprochen, auch wenn ich mit meiner "Leistung" nicht zu frieden bin, (das bin ich nie) doch habe ich einen Schritt in die Freiheit getan. Ich habe gelernt, dass nichts von diesen Bildern, die in meinem Kopf herumspuken, mein Leben in Gefahr bringen kann, sofern ich der Vergangenheit keine Macht mehr gebe.

Nach so langer Zeit habe ich endlich das Gefühl, ich könnte es schaffen, dieses Leben, mein Leben zu meistern. Endlich wieder ein Lichtblick, Hoffnung und ein kleines Stück Frieden.


Wolkentänzerin

Samstag, 29. September 2012

Gedicht

Der Regen gegen meine Scheibe klopft,
an meiner Tränen Stelle hinunter tropft,
er sich seinen Weg stetig bahnt,
und vor dem nächsten Sturme warnt.

Die Sonne sich bloß noch versteckt,
und die Katze sich die Wunden leckt.
Die Dunkelkeit mich nun ganz umhüllt
und die Wahrheit das Gewissen füllt.

Die Gedanken das Herze würgen,
die Schmerzen dafür müssen bürgen.
Die Augen traurig aufwärts blicken
und einen Gruß 'gen Himmel schicken.

Wolkentänzerin

Freitag, 28. September 2012

Freier Wille?

Nimmt sich ein Mensch das Leben, heißt es oft: "Am Ende war es seine Entscheidung, sein freier Wille".  Doch kann man das wirklich einfach so sagen? Stimmt es, dass ein Suizidant das aus freien Stücken getan hat?


Ich persönlich würde das strikt verneinen. Ein Suizidant handelt nicht, in dem Sinn, frei. Ihn dominiert die Depression, das Gefühl der Auswegslosigkeit. Doch ist es, so gesehen, kein freier Wille. Hätte er nicht, sagen wir mal, diese Krankheit, hätte er nicht solche Suizidgedanken entwickelt.

Diese Gedanken können durch allerlei Faktoren ausgelöst werden, unbeinflussbare Schicksalschläge, Gewalt, Arbeitsplatzverlust, ect.
Doch haben sie dann einmal Besitz ergriffen, ist es verdammt schwer, sie wieder loszuwerden. Sie lassen einen Menschen zum Äußersten führen, ihn Dinge tun, die er selbst sofort so sehr bereut und doch kann er nicht anders handeln, weil seine Krankheit es nicht zulässt.

Also, wie kann man sagen, es wäre der freie Wille gewesen? Es ist nie der freie Wille, es ist die Krankheit, die dominiert, die einen Menschen an die Grenzen führt, ihm seine letzte Hoffnung raubt, ihn am Ende vielleicht sogar in den Tod führt.

Ich finde es verwerflich zu sagen, dieser Mensch habe aus eigenen Stücken gehandelt. Denn das hat er nicht. Die Krankheit ist Schuld, die Schicksalschläge, die sie auslösten. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wären diese Gedanken etwas leiser gewesen, er hätte das Leben gewählt. Hätte dieser Mensch einen letzten Halt gehabt, er wäre am Leben geblieben.

Es ist also kein freier Wille, es ist diese verdammte beschissene Krankheit, nichts anderes. Es ist auch keine Einstellungssache, nein, es ist eine Krankheit!

Wolkentänzerin

Mittwoch, 26. September 2012

Ein überaus große Danke!

Ich möchte mich an dieser Stelle von ganzem Herzen bedanken. Zwar bin ich eigentlich gerade total sprachlos und ich bin mir durchaus bewusst, dass ich in keinster Weise die richtigen Worte finden kann, um das auszudrücken, was ich gerade empfinde, doch halte ich es für notwendig, mich zu bedanken.

Nur durch Zufall erfuhr ich, dass der Gedankenträger ein Gedicht über meine unbedeutende Persönlichkeit verfasst hat. Als ich es gelesen habe, hätte ich so gerne geweint, was mir jedoch immer noch nicht gänzlich möglich ist. Doch ich möchte mich bedanken. Bedanken für diese unendlich lieben Zeilen, die so wundervoll verfasst wurden. Niemals hätte ich mit so etwas gerechnet und mir fehlen eindeutig die richtigen Worte. Ich kann bloß sagen: "DANKE!".

Dann hat ein so wundervoller Mensch einen Post verfasst, der mein Herz hat stehen lassen. Jay hat etwas so zauberhaftes geschrieben, dass mich meine Seele hat spüren lassen. Wahrlich, ich zweifle oft, ob es das richtige ist, diesen Blog zu führen, habe ich auch schon negative Äußerungen darüber gehört. Doch diese Aussagen von Jay haben mir gezeigt, es ist richtig und wenn es nur dafür ist, dass sie sich verstanden und aufgehoben fühlt. DANKE dafür!

Danke auch für die vielen lieben Kommentare, die ich bisher erhalten habe. Danke, einfach DANKE. Mir ist absolut schleierhaft, warum gerade ich diese lieben Worte erhalte und es macht mich ein kleines Stück weit froh.

DANKE, ihr seid toll und so endlos wertvoll!

Hiermit sende ich jedem da draußen eine riesengroße Portion Licht und Wärme. Es ist schön, dass es dich gibt, vergiss das nie!

Wolkentänzerin

Dienstag, 25. September 2012

In mir..

herrscht totalitäre Leere,...


...unfähig zu fühlen oder zu denken. Einfach Leere.

 Wolkentänzerin

Sonntag, 23. September 2012

Schuld

Schuld ist aggressiv, sie nimmt jede Zelle des Körpers ein, lässt dich so schnell nicht mehr los.
Schuld ist konsequent, sie lässt keine Gegenargumente zu, sie ist dominierend.
Schuld ist zerstörerisch. Sie vernichtet deine Hoffnung, deinen Lebenswillen, deine Freude. 
Schuld ist omnipräsent. Verdrängung? Ausgeschlossen.
Schuld ist subjektiv. Auch wenn ich objektiv keine Schuld trage, subjektiv betrachtet, tue ich es.
Schuld ist permanent. Sie ist nicht temporär, begleitet mich nicht nur phasenweise. Nein, immer.
Schuld ist tötlich. In mir reifen täglich immer stärker werdende Suizidgedanken, dank ihr.
Schuld ist ungerecht. Es ist egal, wie sehr ich mich bemühte. Ich bin trotzdem schuldig.
Schuld ist einredbar. Kurz mag ich mich für unschuldig halten, doch währt das nicht lange an.
Schuld ist zermürbend. Jeden Tag frisst mein Schuldbewusstsein mich etwas mehr auf. Täglich!
Schuld ist verschließend. Niemand soll sehen, mit welcher Schuld ich beladen bin.
Schuld ist beängstigend. Jemand könnte herausfinden, wer ich wirklich bin: schuldig!
Schuld ist abwertend. Ich weiß, was ich tat, bzw. nicht tat und bin deshalb nicht wert zu leben.
Schuld ist unkooperativ. Neben ihr existieren im Grunde keine anderen Gefühle, außer negative.
Schuld ist dunkel. Ich bin schuldig und befinde mich in totalitärer Finsternis.
Schuld ist vereinsamend. Bewusst, was ich getan habe, kann ich nicht unter Menschen gehen.
Schuld ist gefährdend, sie lässt mich fast täglich versuchen, mir das Leben zu nehmen.
Schuld ist einengend, wie in einem Gefängnis. Ich komme nicht aus ihr heraus.

Schuld ist in mir. Sie hat mich befallen, tötet meinen Lebenswillen & raubt mir meine letzte Kraft.

Wolkentänzerin

Samstag, 22. September 2012

Musik




Derzeit ist meine Seele verschwunden, ich kann sie nicht fühlen. Bin innerlich unendlich leer und weiß nicht, was ich dagegen tun soll.
Jedesmal, wenn ich mich absolut tot fühle, höre ich Musik und merke, wie sich etwas in mir regt. Meine Seele? Wer weiß, vielleicht.

Wolkentänzerin


Freitag, 21. September 2012

Klippensprung


Der innerliche Sprung in die Fluten...                                      
  bringt keine Erleichterung mehr...                              

Wolkentänzerin

Donnerstag, 20. September 2012

Todeskuss

Meine Gedanken schwirren, wie unzählige Nachtfalter, unruhig durch meinen Geist. Ein jeder Nachtfalter ist behaftet mit bösen schwarzen Gedanken, ein jeder hat die Macht mich tiefer in die Abgründe meines Seins zu führen, mich in die Tiefen des Todes zu zerren.
Der Schmerz breitet sich merkbar aus, erreicht jede Zelle meines geschundenen Körpers, raubt mir meine letzte verbliebene Kraft. Ich möchte weinen, möchte den Druck entweichen lassen, möchte mich befreien, doch keine einzige weiße bittere Träne findet den Weg zu meinem traurigen Auge. Sollen rote Tränen an ihrer Stelle fließen? Ich will es nicht, will nicht länger meine verwundete Haut verstecken müssen, möchte nicht, dass man mir den Schmerz äußerlich ansehen kann. Wie soll ich mich dann noch verstellen, wenn es doch für alle sichtbar ist?
Meine Klingen sind in einer kleinen Dose, überall trage ich sie mit mir mit, für den Fall der Fälle.
Ich weiß, ich werde es nicht schaffen, dem elendigen Druck Stand zu halten. Ich werde es nicht schaffen. Und schon jetzt wurmt es mich, zieht mich noch weiter runter, bis ins Tal der Finsternis. Sie verschlingt mich förmlich und ich verschwinde in ihr. Ich verblasse, verschwinde, sterbe.

Schließe ich meine Augen, sehe ich dieselben verhassten Bilder, wie jede Nacht. Ich sehe alles so detailliert vor mir, so beänstigend real. Es zermürbt mich, macht mich wahnsinnig. Ich könnte mir Pillen einwerfen, mich mit Alkohol betäuben, mir die Haut vom Leibe ziehen, doch was würde das ändern? Es gibt keinen Fluchtweg aus meinem Ich. Oder doch? Ist der Tod meine letzte Fluchtmöglichkeit? Verfolgen die Gedanken mich bis hinein in die Ewigkeit? Für immer gefesselt an die Erinnerungen?

"Memento mori" - Mach dir deine Sterblichkeit bewusst. Früher, in der Zeit des Barocks, wurde der lateinische Begriff als Mahnzeichen verwendet; er wurde benutzt, um damit die Menschen sich ihrer Sterblichkeit bewusst wurden und den Tag anfingen zu genießen, ihn zu nutzen ("Carpe diem"). Doch bedeutet dieser Spruch für mich etwas grundlegend anderes. Er bedeutet, ich kann gehen und bin sterblich - nichts ist für ewig.

Jede Nacht habe ich den Geschmack des Todes förmlich auf meinen Lippen, kann seine Gestalt berühren. Mache mir jede Nacht ein detailgetreueres Bild von ihm. Und mir wird jede Nacht bewusst, dass ich mich immer weiter mit ihm anfreunde, bis er mich eines Nachtes küssen wird.




Wolkentänzerin

Dienstag, 18. September 2012

Warum ein Schmetterling fliegen kann


Vor einiger Zeit haben Forscher eine Studie begonnen. Als Versuchsobjekt dienten einige verpuppte Raupen, Raupen, die zu Schmetterlingen heranwuchsen.
Die Forscher wollten untersuchen, was passiert, würden sie die Kokons ein Stück weit öffnen, den metamophorsierten Raupen helfen, aus ihrem Gefängnis zu schlüpfen.

Das Ergebnis war frappierend: Kein einziger befreiter Schmetterling konnte fliegen, keiner hob ab in die Weiten des Himmels.
Sofort untersuchten die Forscher jene Ursache dafür.
Die Lösung? Der Schmetterling lernt, durch das Öffnen des Kokons, auf seine Flügel zu vertrauen. Durch das kräftige Schlagen seiner Flügel befreit sich der Schmetterling und weiß, er kann auf seine Fluggeräte bauen, weiß, dass sie ihn nicht im Stich lassen.

Keiner der Versuchsschmetterlinge konnte am Ende also fliegen, konnte sich somit auch keinen Nektar holen und verhungerte bitterlich.

Was lernst du daraus? Manchmal ist es vielleicht gut, kämpfen zu müssen. Es ist gut, so kräftig mit den Flügeln zu schlagen, dass es schon wehtut, nur um aus diesem Gefängnis zu gelangen. Denn am Ende weißt du, wozu du und deine Flügel fähig sind.

Niemand sagt, dass das Befreien einfach wird, dass es nicht all dein Kraft von dir abverlangt, doch du kannst es schaffen! Am Ende wirst du vielleicht ein wundervoller farbenfroher Schmetterling, der frei durch die Luft fliegen kann, dank seines Kampfes, den er einst erfolgreich gefochten hat.



Wolkentänzerin

Sonntag, 16. September 2012

In die Tiefen...



Ich laufe auf diesem Steg immer weiter in Richtung Fluten, ...     

in der Hoffnung, sie ziehen mich mit in die Tiefen der Meere!
Für immer und ewig - befreit!

Wolkentänzerin

Samstag, 15. September 2012

Verdammte Flashbacks

Wieder ein Flashback. Ich kann mich nicht bewegen, starre auf einen Punkt. Bin nicht fähig zu sprechen, zu schreien, zu weinen.

Vor meinem inneren Auge spielt sich alles wieder und wieder ab. Ich bin in diesem Zimmer, kann jede Berührung spüren, als würde es gerade geschehen. Kann nicht flüchten, mich nicht wehren, ich bin gelähmt. Weiß genau, was als nächstes passiert, zu oft habe ich es in der letzten Zeit gesehen.

Ausgelöst werden diese Flashbacks durch so viele verschiedene Faktoren: eine Begegnung mit einem fremden Mann auf der Straße, eine Berührung, eine Äußerung, ein Bild im Internet oder Fernsehen, ein Blick....

In der Therapie lernte ich, dass Flashbacks neurologische Vorgänge sind, auf die ich keinen Einfluss habe. Sie werde ausgelöst und sind ab da nicht kontrollierbar.

Ich habe noch nie erzählt, was vor fünf Jahren im Detail passierte. Gerne würde ich einmal erzählen, würde so gerne meine dämliche Mauer einreißen und es raus lassen, meinen Geist davon ein Stück befreien, doch wie soll ich das anstellen? Wie soll ich meine Mauer einreißen? Wie soll ich es schaffen mich selbst zu überwinden? Kann ich den Schmerz ertragen? Kann ich es rauslassen, es detailliert erzählen?

Ja, ich möchte es erzählen, auch wenn ich daran kaputt gehen würde. Ein Mensch soll wissen, was damals wirklich passierte, jedes Detail, damit die Menschheit versteht, warum ich gehen wollte und es vielleicht auch am Ende bin.



Wolkentänzerin